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Welchen Einfluss haben Cyanursäure und Alkalinität auf das Wasser,
warum ist es sinnvoll diese Werte zu überprüfen und was hat (an)organisches Chlor damit zu tun?

Bei einer zu hohen Cyanursäurekonzentration kann die Wirksamkeit des freien Chlors (stark) verringert sein.
Das führt zu einer geringeren Keimtötungsgeschwindigkeit und in weiterer Folge zu Wasserproblemen.
Liegt die Cyanursäurekonzentration über 100 mg/l sollte diese gesenkt und vorerst kein stabilisiertes Chlor verwendet werden.
Durch die Zugabe von Frischwasser kann die Cyanursäure gesenkt werden.

Organisches Chlor, od. auch stabilisiertes Chlor genannt, wird sowohl für die Langzeitdesinfektion,
als auch für die Schockchlorierung/Stoßchlorierung verwendet.
Es enthält Aktivchlor und Cyanursäure, welche u.a. als Stabilisator dient und so seine langanhaltenden Depotwirkung erhält.
Der zu schnelle Abbau durch Sonnenlicht oder hohe Wassertemperaturen wird verhindert.

Anorganisches Chlor, auch bekannt als nicht stabilisiertes Chlor, wird zur Schockchlorierung verwendet und enthält
keinen Chlorstabilisator (Cyanursäure). Diese Produkte basieren auf Calciumhypochlorit, welches den Kalziumgehalt erhöht
und alkalisch reagiert, dadurch wird der pH-Wert beeinflusst. Dies ist vor allem bei hartem Wasser zu beachten,
da der pH-Wert steigen kann, wodurch es zur Bildung von Kalkausfällungen kommen kann.

Die Säurekapazität (Alkalinität-M, Gesamtalkalinität u. Hydrogenkarbonathärte sind identische Begriffe)
beschreibt die Fähigkeit des Wassers, den pH-Wert bei Säure- od. Baseneintrag stabil zu halten.
Sie kann doch den Eintrag von Säuren od. Basen, sowie durch die Dosierung von pH-Wert beeinflussenden Mitteln,
wie z.B. Flockungsmittel od. chlorhaltigen Desinfektionsmitteln negativ beeinflusst werden.

Eine zu hohe Säurekapazität kann zu Trübungen des Wassers führen.
Eine zu niedrige Säurekapazität macht das Wasser aggressiv. Fugen, Mörtel und Beton werden zerfressen und
metallische Werkstoffe angegriffen. Weiters wird es schwieriger, einen stabilen pH-Wert zu erzielen.

Der empfohlene Wert liegt bei 80 - 120 mg/l

Die Säurekapazität kann durch die Zugabe von Säuren z.B. durch pH-Minus (Natriumhydrogensulfat) verringert, od.
durch die Zugabe von Alca Plus (Natriumhydrogenkarbonat) erhöht werden.

Quellen: Lovibond®-Broschüre “Pool & Spa Wasseraufbereitung und Analytik” und www.bayrol.de - organisches vs. anorganisches Chlor