Warum die Wohngebäudeversicherung bei der sog. zweiten Miete die größte Position nach den Heizkosten wird.
Die Prämien der Wohngebäudeversicherung steigen real und kennen nur eine Richtung: „Nach oben.“ Durch den Klimawandel, steigender Elementarschäden und extreme Baupreissteigerungen explodieren die Kosten seit Jahren. Auch der Anpassungsfaktor steigt automatisch nach oben.
Was sind die Ursachen?
Man könnte glauben die Versicherungen wollen sich nur bereichern, aber dem ist nicht so, es gibt folgende Ursachen:
1. Klimawandel: Die extremen Wetterereignisse, wie zuletzt im Juni 2026 (Erdbeben) und den weltweiten Risiken (Sturm, Hagel und Starkregen) haben zu massiven Schäden für die Versicherer geführt, die diese weiterreichen werden.
2. Sanierungsstau: Viele ältere Gebäude vor 1980 kommen in die Jahre und bergen ein erhöhtes Risiko für Leitungswasserschäden.
3. Folgen für die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer: Die Kosten der zweiten Miete (Nebenkosten), die die Wohnungseigentümer beziehungsweise deren Bewohnern zu tragen haben, steigt durch das monatliche Wohngeld (Hausgeld) stärker an.
4. Schadenshäufigkeit: Fällt eine WEG durch zu viele Schäden (z. B. ständige Rohrbrüche) auf, hat der Gebäudeversicherer nach jedem Schadensereignis ein Sonderkündigungsrecht. Eine neue Police zu finden mit dem Vermerk: „Kündigung durch den Vorversicherer“, ist für schadensträchtige WEGs schwierig und teuer.
Lösungsvorschlag: Eine Lösung wäre, dass die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer einen Selbstbehalt-Tarif wählt, um die Prämien im Vorfeld zu drücken. Dies führt oft zu hitzigen Debatten, wenn ein Eigentümer einen Schaden hat, den er nun (teilweise) selbst bezahlen muss. Wohnungseigentümer, die vermieten, sind auch nicht begeistert, da sie ja die volle Versicherungsprämie im Gegensatz zum Selbstbehalt, auf den Mieter umlegen können, so der Immobilienexperte und Mietsachverständige Armin Nowak aus Berchtesgaden.