Cities
Ein Mädchen kniet und streichelt den Kopf eines Pferdes, mit Heu um sie herum. Das Pferd hat dunkles Haar.

Wenn Kinder, die viel tragen müssen, zu unseren Pferden kommen, dann verändert sich etwas. Nicht laut. Nicht spektakulär. Ganz still.

Vor einiger Zeit war ein Mädchen bei uns, das an diesem Tag besonders schwer wirkte. Es brauchte keine Fragen und keine großen Worte. Penelope kam einfach näher. Ihre weiche Nase wanderte über ihre Hand, strich sanft durch ihr Haar, als wollte sie sagen: "𝘐𝘤𝘩 𝘣𝘪𝘯 𝘥𝘢".

Dann kitzelten warme Lippen ganz vorsichtig an ihrem Ohr.

Plötzlich ein Lachen.

Ein echtes, unbeschwertes Kinderlachen.

Mit einem Mal wurde alles ein bisschen leichter.

Gemeinsam gingen die beiden weiter. Von Heuhaufen zu Heuhaufen. Über den kleinen Hügel auf der Koppel.

Oben angekommen blieb Penelope stehen und blickte in die Weite.

Das Mädchen schaute mit. Ihre Hand tief im weichen Fell vergraben.

Ein tiefer Seufzer löste sich. Penelope schnaubte.

Und eine ganze Weile standen sie einfach da – Seite an Seite.

Mehr brauchte es in diesem Moment nicht.

Als das Mädchen später nach Hause ging, erzählte es seiner Mama etwas, wofür es sonst oft keine Worte findet: „𝘗𝘦𝘯𝘦𝘭𝘰𝘱𝘦 𝘩𝘢𝘵 𝘩𝘦𝘶𝘵𝘦 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘚𝘰𝘳𝘨𝘦𝘯 𝘢𝘶𝘧𝘨𝘦𝘨𝘦𝘴𝘴𝘦𝘯.“

Vielleicht können Pferde Sorgen gar nicht wirklich aufessen...

Aber sie tragen sie manchmal ein Stück mit.

So lange, bis Kinder wieder leichter atmen, lachen und einfach Kind sein können.

Ein braunes Pferd mit schwarzem Mähnen und Schweif steht auf einem schlammigen Feld, in der Nähe eines Metallzauns und grüner Bäume.

© Steinbacherhof: Therapiepferd Penelope