Hagenberg. Kürzlich fand die vierte und letzte Ausgabe der Veranstaltungsreihe „5 vor Mittag“ im Jahr 2025 statt – diesmal im Agrarbildungszentrum Hagenberg. Über 60 Teilnehmer:innen folgten der Einladung der regionalen Initiative WHUP (Wartberg, Hagenberg, Unterweitersdorf, Pregarten), die gemeinsam mit dem Wirtschaftsbund zu einem hochkarätigen Austausch rund um Ernährungs-Souveränität und regionale Landwirtschaft lud.
Im Mittelpunkt standen drei Einrichtungen, die unsere regionale Lebensmittelproduktion, Ausbildung und Forschung maßgeblich prägen:
Bezirksbauernkammer Freistadt-Perg, Agrarbildungszentrum Hagenberg (ABZ) und die AGES Versuchsstation Hagenberg.
Bezirksbauernkammer Freistadt-Perg:
Landwirtschaft im Wandel verstehen
Die Landwirtschaftskammer – mit rund 4.000 Mitgliedsbetrieben aus allen Produktionssparten – beleuchtete die aktuellen Entwicklungen in der regionalen Landwirtschaft.
Dienststellenleiter Ing. Mag. Johannes Gahleitner machte deutlich:
Kaufentscheidungen der Konsument:innen wirken direkt auf landwirtschaftliche Strukturen.
Rückgang der Mutterkuhhaltung und steigende Geflügelproduktion sind klare Marktreaktionen.
Betriebe müssen sich laufend an veränderte Rahmenbedingungen anpassen.
Die Landwirtschaftskammer fungierte damit als Stimme der bäuerlichen Praxis und machte die Zusammenhänge zwischen Markt, Konsum und Produktion sichtbar.
ABZ Hagenberg: Ausbildung für die Zukunft der Landwirtschaft
Direktor Ing. Bernhard Pilz präsentierte das Agrarbildungszentrum Hagenberg, in dem:
420 Schüler:innen,
65 Lehrkräfte und
25 Mitarbeiter:innen
täglich an einer modernen Ausbildung für Landwirtschaft und Betriebs- & Haushaltsmanagement arbeiten.
Mit Maschinenhalle, Obstgarten oder auch eigenem Bienenhaus bietet das ABZ einen außergewöhnlich praxisnahen Lernraum. Die enge Verzahnung von Theorie, Praxis und Innovation schafft Karrierewege in einem sich stark wandelnden landwirtschaftlichen Umfeld.
AGES Versuchsstation Hagenberg: Forschung und Sortenentwicklung
Gleichwertig zur Ausbildung und Beratung präsentierte die AGES ihr umfangreiches Forschungsfeld. Auf insgesamt 44 ha Versuchsflächen arbeiten 5 Mitarbeiter:innen an wissenschaftlich fundierten Grundlagen für die Landwirtschaft.
Die wichtigsten Eckpunkte:
66 Feldversuche pro Jahr
950 Versuchsobjekte
4.000 Versuchsparzellen
Durchschnittstemperatur am Standort: 9,1 °C
Zentrale Aufgabe: die behördliche Sortenwertprüfung
Sorten testen 2–3 Jahre, bevor über eine Aufnahme in die Sortenliste entschieden wird
Kulturen: von Mais bis Rasensamen
Voraussetzungen & Methoden:
Bodenuntersuchungen alle drei Jahre
Düngung nach Nährstoffentzug
Praxistaugliche Bodenbearbeitung
Chemischer Pflanzenschutz nach Bedarf
Vegetations- und Krankheitsmonitoring
Ertragsauswertungen inkl. Parzellenertrag
Damit wurde Hagenberg als wissenschaftlicher Partner der regionalen und nationalen Landwirtschaft sichtbar.
Gemeinsame Botschaft der drei Einrichtungen
Alle Beiträge machten klar:
Regionale Produktion, Ausbildung und Forschung sind untrennbar miteinander verbunden.
„Solche regionalen Leuchtturmprojekte sind enorm wichtig für die weitere Entwicklung unserer Region,“ betonte Wirtschaftsstadtrat Matthias Zwittag aus Pregarten.
Netzwerken & Ausblick
Nach einer Führung durch das ABZ klang die Veranstaltung bei Imbiss und Gesprächen aus. Die Reihe „5 vor Mittag“ geht nun in die Winterpause und wird 2026 fortgesetzt.