Stromkosten 2025: Warum wird es teurer - und was kann man tun ?
Stromkosten 2025: Warum wird es teurer – und was kann man tun?
Die Strompreise in Niederösterreich steigen 2025 deutlich an. Viele Haushalte fragen sich, warum die Kosten steigen, wie sich der Strompreis zusammensetzt und ob es Möglichkeiten gibt, die Mehrbelastung zu reduzieren.
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Jede Stromrechnung besteht kurz gesagt aus zwei Bestandteilen. Der Netto-Strompreis umfasst den reinen Arbeitspreis für die verbrauchte Energie sowie die Vertragsgrundgebühr. Erst durch die zusätzlichen gesetzlichen Abgaben, Netzentgelte, Messgebühren und die fällige Umsatzsteuer ergibt sich der Brutto-Strompreis – also der tatsächlich zu zahlende Betrag.
Fixkosten pro Haushalt und Jahr
Während das Netznutzungsentgelt von 36,00 € auf 48,00 € steigt, bleibt die Messgerät-Pauschale unverändert bei 26,16 €. Die Erneuerbaren-Förderpauschale in Höhe von 19,02 € sowie der Erneuerbaren-Förderbeitrag mit 4,70 € kommen nach der Aussetzung in den vergangenen Jahren heuer wieder hinzu. Besonders ins Gewicht fällt die dafür fällige Umsatzsteuer, die von 12,43 € auf 19,58 € ansteigt. Insgesamt ergeben sich dadurch Fixkosten von 117,45 € im Jahr 2025 (+57%), während sie 2024 noch bei 74,59 € lagen.
Variable Kosten pro kWh
Auch die verbrauchsabhängigen Kosten steigen erheblich. Das Netznutzungsentgelt erhöht sich von 5,77 Cent auf 8,20 Cent pro Kilowattstunde. Im Gegensatz dazu sinkt das Netzverlustentgelt leicht von 0,783 Cent auf 0,452 Cent. Besonders drastisch ist die Erhöhung der Elektrizitätsabgabe, die von 0,10 Cent auf 1,50 Cent pro Kilowattstunde ansteigt. Neu hinzukommen der Erneuerbaren-Förderbeitrag für Netznutzung mit 0,737 Cent und für Netzverluste mit 0,059 Cent (je kWh). Schließlich steigt die Umsatzsteuer auf diese Posten von 1,331 Cent auf 2,19 Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt ergeben sich damit variable Kosten von 13,138 Cent pro Kilowattstunde, während diese 2024 noch bei 7,984 Cent lagen.
Warum steigen die Kosten?
Die Hauptgründe für die steigenden Preise liegen im erhöhten Finanzierungsbedarf für den Ausbau und die Wartung der Stromnetze. Höhere Netzentgelte sollen die Stabilität der Stromversorgung sichern, während die wieder eingesetzten Erneuerbaren-Förderbeiträge den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen. Besonders ins Gewicht fällt zudem die aufgrund der Energiekrise ausgesetzte und mit 2025 wiedereingeführte Elektrizitätsabgabe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde.
Wie kann man Kosten sparen?
Trotz der Erhöhungen gibt es Möglichkeiten, die Stromkosten zu reduzieren. Wer sich einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) anschließt oder eine eigene Photovoltaikanlage installiert, kann finanzielle Vorteile nutzen. Mitglieder einer EEG profitieren von geringeren Netznutzungsgebühren für selbst erzeugten und verbrauchten Strom. Zudem entfallen für sie die arbeitsbezogene Elektrizitätsabgabe und Erneuerbaren-Förderbeiträge. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung, aufgrund dieser die EEG keine Umsatzsteuer ausweisen muss.
Wer sich für eine EEG interessiert, kann sich direkt bei der EEG Klimafittes Kühnring unter eeg-kuehnring@posteo.at informieren. Der in der EEG produzierte Strom (100% PV) wird direkt lokal verbraucht und trägt so zum gemeinschaftlichen Vorteil bei. Voraussetzung für den Beitritt ist, dass der Hausanschluss ausgehend vom Umspannwerk Eggenburg versorgt wird (trifft zu auf gesamtes Gemeindegebiet exkl. Buttendorf).
Verfasser: Johannes Döller, März 2025
Quellen:
Netzentgelte NÖ: https://www.netz-noe.at/Download-(1)/Formulare-Strom/B410_Systemnutzungstarife-Strom.aspx
Erneuerbaren-Förderbeitrag: https://www.e-control.at/konsumenten/oekostrom-foerdersystem
Elektrizitätsabgabe: https://www.e-control.at/marktteilnehmer/strom/strommarkt/preise/steuern-und-abgaben
NÖ-Netze: https://www.netz-noe.at/SpecialPages/EEGBeauskunftung.aspx