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Plakat für neue Textilsammlung ab 1. Januar 2026. Kostenlose Kartons erhältlich im Rathaus und Wertstoffzentrum. Abgabe nur am Wertstoffzentrum zu Öffnungszeiten mit Personal.

Änderung bei der Altkleidersammlung

Änderung bei der Altkleidersammlung

Textilien werden ab 01.01.2026 nur mehr in Sammelkartons, welche die Bürger und Bürgerinnen kostenlos vom Gemeindeamt (maximal 2 Stück pro Abholung) oder von einem WSZ abholen können, gesammelt. Abgabe nur am Wertstoffzentrum zu Übernahmezeiten mit Personal.

Die Sammlung von Altkleidern war über viele Jahre für Gemeinden sowie für Bürgerinnen und Bürger kostenfrei. Dieses System basierte darauf, dass gebrauchte Kleidung weiterverkauft und verwertet werden konnte. Diese Rahmenbedingungen haben sich jedoch grundlegend geändert.

Bis einschließlich 2025 konnten mit der Altkleidersammlung noch Einnahmen erzielt werden. Der Markt für gebrauchte Textilien ist inzwischen jedoch weitgehend eingebrochen. Statt Erlösen entstehen heute erhebliche Entsorgungskosten.

Warum das bisherige System nicht mehr funktioniert
Ein wesentlicher Grund liegt im Zusammenbruch der Absatzmärkte für gebrauchte Kleidung. Immer mehr günstige Neuware – insbesondere aus dem asiatischen Raum – überflutet die ehemaligen Abnahmeländer. Diese Produkte sind oft kaum teurer als Second-Hand-Ware und verdrängen gebrauchte Textilien zunehmend vom Markt.

Gleichzeitig werden Textilien immer schneller produziert und entsorgt. Der Anteil tatsächlich wiederverwendbarer Kleidung sinkt deutlich, während die Gesamtmenge an Alttextilien stetig steigt.

Neue gesetzliche Vorgaben und Fehlwürfe als Kostentreiber
Hinzu kommen neue gesetzliche Rahmenbedingungen, die klar Regeln:

Nur einwandfreie, tragbare und tatsächlich wiederverwendbare Kleidung darf einer weiteren Verwertung zugeführt werden. Beschädigte, stark verschmutzte oder nicht mehr tragbare Textilien dürfen nicht mehr weitergegeben werden und müssen zwingend verbrennt werden. (Müllverbrennung)

In den vergangenen Jahren wurde jedoch ein wachsender Anteil ungeeigneter Textilien über die Altkleidersammlung entsorgt. Diese sogenannten Fehlwürfe verursachen nun hohe Zusatzkosten. Die Entsorgungskosten liegen dabei bei rund € 150,– bis € 200,– pro Tonne.

Kritische Neubewertung des ökologischen Nutzens
Internationale Recherchen haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil der gesammelten Alttextilien weite Transportstrecken zurücklegt – teils über mehrere Länder und Kontinente hinweg.

Und alles, was letztlich nicht verwertbar ist, wird zwar aussortiert, jedoch alles andere als fachgerecht und vielfach direkt liegen gelassen oder mangelhaft vor Ort entsorgt.

Diese Praxis relativiert den Umweltvorteil erheblich. Unter den heutigen Marktbedingungen ist der tatsächliche Nutzen der bisherigen Altkleidersammlung deutlich geringer als lange angenommen.

Konsequenzen und neue Lösung
Die bisherige Altkleidersammlung wurde über viele Jahre durch eine externe Organisation durchgeführt. Für die Gemeinden der Verbandes entstanden dabei bis einschließlich 2025 keine Kosten – im Gegenteil: Es konnten Einnahmen erzielt werden.

Eine Fortführung dieses Modells hätte ab dem Jahr 2026 jedoch jährliche Kosten von bis zu € 150.000,– verursacht, Tendenz steigen.

Nach Prüfung mehrerer Alternativen durch den GVU St. Pölten, wurde daher für alle 37 Verbandsgemeinden ein neues Sammelmodell beschlossen, das rechtlich korrekt, ökologisch vertretbar und wirtschaftlich verantwortungsvoll ist.

Das neue Sammelmodell in Kürze

  • Sammlung von wiederverwendbaren Textilien durch die Bevölkerung (in wiederverwendbaren Kartons)

  • Zwischenlagerung auf WSZ/ASZ (Vorkontrolle durch Mitarbeiter)

  • Transport in ein zentrales Lager und fachgerechte Sortierung

  • Nicht mehr brauchbare Textilien werden ordnungsgemäß als Restmüll verwertet

  • Keine Weiterleitung von Alttextilien oder sogenannten „Lumpen“ nach Afrika

Für das Jahr 2026 entstehen dabei Kosten von rund € 70.000,– – deutlich weniger als bei einer Fortführung des alten Systems.

Verantwortung gemeinsam tragen
Der Wandel von früheren Einnahmen hin zu heutigen Entsorgungskosten zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Durch korrektes Trennen, bewussten Konsum kann jede und jeder Einzelne von uns positiv dazu beitragen.