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Der Thomasmarkt in Gols: Ein lebendiges Stück Tradition und Gemeinschaft

Wenn der Dezember Einzug hält und die Tage immer kürzer werden, findet schon bald der traditionsreiche Thomasmarkt – liebevoll „Toumonimoak“ genannt – im Herzen der Gemeinde statt. Doch dieser Markt ist mehr als nur ein Ort des Handels; er erzählt eine Geschichte, die tief in den Wurzeln der Golser Gemeinschaft verankert ist.

Vor Jahrhunderten, als das Leben noch von harter Arbeit und klaren Rhythmen geprägt war, hatte der 21. Dezember, der Thomastag, eine besondere Bedeutung. Der 21. Dezember, der Gedenktag des heiligen Apostels Thomas, hatte in früheren Zeiten eine besondere Bedeutung. Er markierte nicht nur die Wintersonnenwende, sondern es war auch der Tag, an dem das Arbeitsjahr für Knechte und Mägde zu Ende ging. Der Lohn wurde ausgezahlt, und die „ausbendungenen“ Sachen – die persönlichen Habseligkeiten, die sie während des Jahres benötigt hatten – wurden zurückgegeben. Doch dieser Tag war nicht nur ein Abschied von der alten Arbeit, sondern auch ein Neubeginn. Auf dem Markt suchten die Dienstboten nach neuen Arbeitsplätzen und verhandelten ihre Bedingungen fürs kommende Jahr – ein Ritual, das als „aufdingen“ bekannt war. Früher war der Markt zudem ein wichtiger Ort für die Arbeiter, um ihren gerade ausbezahlten Lohn auszugeben – sei es für den Einkauf notwendiger Dinge oder auch, um in geselliger Runde auf das Ende des Arbeitsjahres anzustoßen. Der „Toumonimoak“ wurde so nicht nur zu einem Ort der Versorgung, sondern auch zu einem Fest der Freude, bei dem gemeinsam gefeiert und getrunken wurde. Dieses gesellige Miteinander prägt den Markt bis heute und macht ihn zu einem Erlebnis für alle Generationen.

Während der Markt damals vor allem von Notwendigkeiten geprägt war, hat sich der „Toumonimoak“ über die Jahrhunderte zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt. Heute steht er für Begegnung, Geselligkeit und das Miteinander. Noch immer treffen sich die Menschen teilweise schon am Vorabend bei einem Glas Wein, tauschen Geschichten aus und genießen die Gemütlichkeit in ihren Kellerstüberln, bevor der Markt am nächsten Tag beginnt.

Am Markttag selbst verwandelt sich das Zentrum von Gols in einen Ort voller Leben und Vielfalt. Neben den traditionellen Marktständen, präsentieren auch die Golser Vereine und die heimische Gastronomie ihre Angebote. An den Ständen gibt es Glühwein, Punsch und die Besucher können aus einer Vielzahl kalter und warmer Köstlichkeiten wählen.

Doch es ist nicht nur die Atmosphäre, die den Thomasmarkt so besonders macht. Der Markt ist ein Ort, an dem Generationen zusammenkommen – die Älteren, die sich an vergangene Zeiten erinnern, und die Jungen, die die Tradition weitertragen.

Der Thomasmarkt ist mehr als ein einfacher Krämermarkt; er ist ein lebendiges Symbol für die Stärke und den Zusammenhalt der Golser Gemeinschaft. Früher wie heute vereint er die Menschen, verbindet Vergangenheit und Gegenwart und lässt die alte Tradition im Glanz des modernen Dorflebens erstrahlen.

Und wenn schließlich der letzte Becher Wein geleert ist und die Marktstände ihre Waren eingeräumt haben, bleibt etwas, das über den Tag hinausgeht: Das Gefühl, Teil der Geschichte zu sein, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Wir freuen uns, euch am „Toumonimoak“ willkommen zu heißen – auf ein Glas Wein, gute Gespräche und eine Reise in die Vergangenheit, die auch heute noch lebendig ist.