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DIE GESCHICHTE DER BLUTSPENDE

Blutspenden war noch nie so sicher wie heute. Bis dahin war es ein langer Weg.

Die naturwissenschaftliche Erforschung von Blut begann erst vor knapp 100 Jahren. Vorher standen den Wissenschaftlern die notwendigen Geräte wie Mikroskope und die erforderlichen Techniken für Experimente nicht zur Verfügung. Erst als der Wiener Arzt Karl Landsteiner in den Jahren 1901 und 1902 die Blutgruppen A, B und 0 entdeckte, war der Grundstein für die moderne Transfusionsmedizin gelegt.

 

Der erste Blutspendedienst

Der erste Blutspendedienst wurde in London im Oktober 1921 gegründet - schon damals mit Hilfe freiwilliger und unbezahlter Spender. Das Rote Kreuz war dabei federführend beteiligt. Die Chamberville Division des Britischen Roten Kreuzes in London erhielt einen dringenden Anruf vom King's College Hospital. Das Krankenhaus fragte an, ob jemand bereit wäre, Blut für einen Schwerkranken zu spenden. Percy Oliver, freiwilliger Sekretär der Division, und sechs weitere Rotkreuz-Mitarbeiter erklärten sich spontan bereit - einer von ihnen hatte die richtige Blutgruppe! Um auf solche Fälle künftig besser vorbereitet zu sein, gründete Oliver den ersten Blutspendedienst - und stellte schon damals die Bedingung: Die Blutspende musste freiwillig sein und durfte nicht bezahlt werden.

 

Die wichtigsten Meilensteine im Überblick

 

1492 Papst Innozenz VIII. bekommt die erste "Frischzellenkur". Er bekommt das Blut von drei zehnjährigen Knaben zu trinken. Zuerst sterben die drei Kinder, dann der doch nicht so verjüngte Papst.

1615 Der Alchemist A. Libavius beschreibt die Möglichkeit wie "das arterielle, warme und gasreiche Blut vom Gesunden auf den Kranken überspringen wird".

1616 Entdeckung des Blutkreislaufes durch den englischen Arzt William Harvey.

1666 Erste dokumentierte Bluttransfusion von Hund zu Hund.

1667 Erste Tierblut-Mensch-Transfusion.

1668 Entscheidung eines französischen Gerichtes, dass nur Ärzt:innen transfundieren dürfen und dass noch viele Versuche notwendig sind.

1788 Tierversuch. Es wird demonstriert, dass ein ausgebluteter Hund nur Blut zur Wiederbelebung benötigt. Entdeckung der Funktion des Blutes als Sauerstoffträger sowie die Erkenntnis dass artgleiches Blut besser ist.

1818 Erste Transfusion von Mensch zu Mensch: Ausgebluteten Frauen wird nach der Geburt ihres Kindes Blut transfundiert.

1820 Gerinnungsprobleme bei "Mensch zu Mensch"-Transfusionen und Rückfall in die Tierbluttransfusion.

1860 Erste Beschreibung der Blutplättchen.

1874 Erkenntnis, dass die Transfusion zwischen unterschiedlichen Spezies tödlich ist.

1900 Veröffentlichung der Blutgruppen (AB0-System) durch Karl Landsteiner.

1916 Es gelingt erstmals die Konservierung von Blut.

1919 In den USA wird im Rockefeller-Center die erste Blutbank gegründet.

1920 Erste Bluttransfusion in Österreich in der Klinik Eiselberg in Wien. 1924 Na-Citrat (Natrium-Citrat) wird zur Gerinnungshemmung des Blutes verwendet.

1930 Karl Landsteiner bekommt für die Entdeckung der Blutgruppen (AB0-System) den Nobelpreis für Medizin.

1940 Karl Landsteiner entdeckt den Rhesus-Faktor.

1947 beschließt das Österreichische Rote Kreuz, ein nationales Blutspendewesen auf der Basis von freiwilligen und unbezahlten Blutspender:innen einzurichten. Beginn und Aufbau eines modernen Blutspendesystems in Österreich.