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Ein herzliches Grüß Gott!

Bestimmend für die Frauentracht in Oberösterreich ist bis zum heutigen Tage die Goldhaube geblieben. Vom Ausgang des 17. Jahrhunderts, besonders im 18. und bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein, entwickelten sich in den reichen Donaustädten entlang der Donaustraße kostbare Formen, die Seide, Silber und Gold zur Gesamtausstattung verwendeten. Die goldglänzende “Linzer Haube” wanderte von der Stadt über den Marktbürger in die Bauernhäuser. Neben den großen schwarzseidenen Kopftüchern wird die Goldhaube allmählich zum prunkvollen Ausdruck des bäuerlichen Festtagskleides.  (Quelle: Alte Bauernherrlichkeit. Max Kislinger, Linz 1957)

Eine der frühesten Erwähnungen der „Linzer Haube“ („Böndel-Haube“) findet sich in „Johann Bernoullis Sammlung kurzer Reisebeschreibungen“ (1779 – 1782). Dort berichtet Ignaz de Luca: „Das Frauenvolk in Oberösterreich trägt … vom reichem Goldstoff auf schwarzem Samt unterlegte sogenannte Linzer Hauben oder Bändelhaube, mit breiten goldenen Spitzen am Rand eingefasst…“.

Historische Entwicklung
An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert begannen die Hausherrinnen des reichen Industrieadels in Krems- und Steyrtal goldene Hauben zum Sonntagsstaat aufzusetzen. Die Bürgersfrauen der Biedermeierzeit hatten neben der Goldhaube zur Festtracht auch eine schwarze Flor- oder Perlhaube für die Wochentage zuhause. Alles was wir an Volkstrachten in Oberösterreich ansprechen, kommt aus dem 18. Jahrhundert und hat sich bis in die Zeit um 1848 relativ konstant gehalten. Durch die Bauernbefreiung erfolgte jedoch ein Abstreifen von althergebrachten Kleidersitten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschwand die Goldhaube als selbstverständlicher Sonntagsstaat und wurde nur mehr in Gruppen und Vereinen getragen. Das Kopftuch hielt sich aber im bäuerlichen Bereich bis in die Zeit des 2. Weltkrieges. Zum normalen modischen Feiertagskleid oder Kostüm trugen es viele Frauen noch als sonntäglichen Kopfschmuck.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte das kostbare Festkleid und die Prunkhaube eine echte Renaissance. Die Festtracht überwand den sozialen Status der Bürgersfrau und so werden heute die Goldhaube, das Kopftuch und der Hut quer durch die verschiedenen Gesellschaftsschichten in einer großen Gemeinschaft getragen.

 

 

Die klassische Linzer Goldhaube

Die Goldhaube, wie wir sie heute kennen, ist das Produkt einer Jahrhunderte langen Entwicklung. Ihre stilistische Blüte erreichte die, ursprünglich zum Sonntagskleid getragene, bürgerlichen Kopfbedeckung, im frühen 19. Jahrhundert. Die bekannteste unter ihnen ist die „Linzer Goldhaube“. Ursprünglich als bürgerliche Tracht wird sie heute, im Aufwind eines neuen Trachten Bewusstsein wieder gepflegt und getragen.

Die Haube besteht aus einem gefütterten Drahtgerüst, sie ist mit goldfarbenen Materialien reich verziert, mit Flitter, Folien, vergoldeten Perlen und Bouillon, also fein ausgewalztem Metall und spiegelt so den Wohlstand der Trägerin wieder. Die Hauben, die es auch, nicht minder aufwendig hergestellt, in schwarz gibt, sind alle ähnlich aufgebaut. Das Mittelstück ist mit einer Fältelung ausgearbeitet, oben vorne sitzt der „Knauf“ mit einer gebuckelten Stickerei, von da schließt sich nach hinten die schwarze Schleife an. Historisch besonders erwähnt wird die reich verzierte Linzer Goldhaube. Die Renaissance der Goldhaube beginnt bei uns in den 1970er  Jahren. Zu dieser Zeit fertigen die meisten Frauen dieser Trachtenbewegung ihre Kopfbedeckung unter fachkundiger Anleitung noch selbst. Kirchliche Feiern wie Fronleichnam, Kräuterweihe und Erntedankfest sind willkommene Gelegenheiten sich zu zeigen.

In Pregarten sind aktuell 65 Frauen, die sich der Tradition der Goldhauben, der Tracht und damit einem „Immateriellen Kulturerbe“ verschrieben haben. Seit rund 50 Jahren wird die etwas in Vergessenheit geratene Goldhaubentradition auch in Pregarten gelebt und vertreten. Manche der Goldhauben wurden vererbt oder sind dem handwerklichen Geschick der Mitglieder zu verdanken. Für die Tracht selbst und die Ausstattung gibt es Vorgaben, die unter dem wachsamen Auge der Obfrau und ihrer Stellvertreterin eingehalten werden müssen.

Eine Goldhaube wiegt ca. 600g, die Materialkosten belaufen sich auf ca. € 1.000,--. Hinzu kommt noch sehr viel Handarbeit.

Wenn Sie mehr über die Goldhaubengemeinschaft in Pregarten erfahren möchten, so melden Sie sich bei Obfrau Christa Schauer oder deren Stellvertreterin Renate Danninger.

Gerne sind wir für Ihre Anliegen rund um die Goldhaubengemeinschaft da!