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Ein Grabstein mit einem Kreuz und goldener Schrift, datiert auf den 10. Mai 1882, vor einem Busch.

🦋 Wissenswertes am Sonntag | Eine besondere Geschichte aus Mettersdorf am Saßbach

„Der Friedhof ist das stärkste Bindeglied an einen Pfarrort.“

1881 setzte sich der Mettersdorfer Arzt Josef Dunkl für die Errichtung eines eigenen Friedhofs ein. Bis dahin mussten Verstorbene nach Wolfsberg gebracht werden – über weite und schlechte Wege, verbunden mit bürokratischen Schwierigkeiten und bei ansteckenden Krankheiten auch mit Seuchengefahr.

Nach einigen Widerständen wurde die Errichtung schließlich genehmigt und der neue Friedhof sollte am 11. Mai 1882 offiziell übergeben werden.

Doch einen Tag zuvor nahm die Geschichte eine berührende Wendung: Ausgerechnet Josef Dunkls erst drei Wochen alter Sohn Richard verstarb. Mit besonderer Genehmigung wurde er am 10. Mai 1882 als erster Mensch auf dem neuen Friedhof beigesetzt – noch „in ungeweihter Erde“.

Sein Grab gibt es bis heute. Auf der Tafel steht:
„Richard Dunkl – Erste Leiche dieses Friedhofes – 10. Mai 1882“

Und warum erzähle ich euch diese Geschichte?

Josef Dunkl war mein Ur-Ur-Ur-Großvater und Richard mein Ur-Ur-Onkel. 🦋

Dass sich einer meiner Vorfahren vor fast 145 Jahren für einen Friedhof eingesetzt hat und ich heute selbst im Bestattungswesen tätig bin, ist schon ein ziemlich unglaublicher Zufall.

Gewisse Erbanlagen können sich ja über mehrere Generationen hinweg zeigen – vielleicht habe ich also doch ein bisschen etwas von diesem Stamm abbekommen. 😉

📖 Quelle: Chronik der Gemeinde Mettersdorf am Saßbach & Sterbebuch der Pfarre Wolfsberg