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Eine Frau mit roten Haaren lächelt in die Kamera. Sie trägt ein rosa T-Shirt. Der Text lautet 'Ich habe lange funktioniert, anstatt mich selbst zu spüren.' Ein Herz ist über ihrem Kopf.


Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich einfach nur funktioniert.

Nach außen betrachtet lief vieles gut. Ich habe gearbeitet, Termine eingehalten, Verantwortung übernommen und versucht, allem gerecht zu werden. Für andere wirkte ich organisiert, belastbar und stark. Und ehrlich gesagt habe ich selbst lange geglaubt, dass genau das „normal“ ist.

Doch innerlich sah es oft ganz anders aus.

Ich war ständig im Denken. Immer beschäftigt. Immer einen Schritt voraus. Selbst in ruhigen Momenten konnte ich kaum abschalten. Mein Kopf war voller To-do-Listen, Erwartungen und Gedanken darüber, was noch erledigt werden musste.

Mit der Zeit wurde aus diesem Dauerzustand etwas, das ich nicht mehr ignorieren konnte.

Mein Körper begann, mir Signale zu schicken.

Erschöpfung. Innere Unruhe. Schlafprobleme. Das Gefühl, nie wirklich anzukommen oder tief durchatmen zu können. Ich habe lange versucht, diese Zeichen wegzuschieben, weil ich dachte, ich müsse einfach noch stärker sein oder mich nur besser organisieren.

Heute weiß ich, dass genau darin das Problem lag.

Wir lernen oft, zu funktionieren – aber nicht unbedingt, uns selbst wirklich zuzuhören.

Dabei beginnt echtes Wohlbefinden nicht erst dann, wenn alles zu viel geworden ist oder wenn der Körper laut „Stopp“ ruft. Es beginnt viel früher. In den kleinen Momenten des Alltags. In den Dingen, die wir oft übersehen, weil sie so unscheinbar wirken.

Es beginnt in einem bewussten Atemzug am Morgen.

In einer Pause ohne Handy.

In einem Spaziergang, bei dem man nicht gleichzeitig an zehn andere Dinge denkt.

Im ehrlichen Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse.

Und manchmal beginnt es einfach damit, sich selbst die Frage zu stellen:
„Wie geht es mir eigentlich wirklich?“

Für mich war das ein wichtiger Lernprozess.

Nicht von heute auf morgen. Nicht perfekt. Und definitiv nicht immer leicht.

Aber Schritt für Schritt habe ich verstanden, dass Balance nichts ist, das man irgendwann „erreicht“. Es ist etwas, das immer wieder neu entsteht – durch kleine Entscheidungen im Alltag.

Durch mehr Ruhe.

Mehr Körperbewusstsein.

Mehr Selbstfürsorge.

Mehr Zuhören statt dauerhaftes Funktionieren.

Genau deshalb teile ich heute Dinge, Routinen und Gedanken, die mich persönlich unterstützen. Nicht, weil ich glaube, alles richtig zu machen. Sondern weil ich weiß, wie schnell man sich selbst im Alltag verlieren kann.

Vielleicht inspiriert es auch andere, wieder etwas bewusster mit sich selbst umzugehen.

Nicht perfekt.

Nicht laut.

Nicht höher, schneller, weiter.

Sondern ehrlich, achtsam und menschlich. 🌿