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Ausstellung von Frauenporträts, die drei Generationen von Künstlerinnen präsentieren. Termine: 9. März bis 20. April 2026. Öffnungszeiten: Mo. 15-18 Uhr, Mi. 9-12 Uhr.

Frauenbilder und Widerstand: Kulturfrühling in Bruck an der Mur

Frauenbilder, Frauenrealitäten und vergessener Widerstand: Ein Kulturfrühling in Bruck an der Mur

Die Stadt Bruck an der Mur widmet den März und April 2026 ganz den Geschichten, Stimmen und Bildern von Frauen – in der Kunst, in der Gesellschaft und in der Geschichte des Widerstands. Mit einer großen Ausstellung, begleitenden Vorträgen und einer Buchpräsentation entsteht ein vielschichtiges Programm, das Sichtbarkeit schafft und Perspektiven öffnet.

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Drei Generationen Kunst: Die Ausstellung Frauenbilder

Am Mittwoch, 4. März, um 18 Uhr wird im Kulturhaus Bruck an der Mur (Museum und Foyer im Untergeschoss) die Ausstellung Frauenbilder. Drei Generationen Künstlerinnen eröffnet. Die Vernissage wird von Christa Kodolitsch, Ulrike Janach und Dr. Nicole Kaddoura gestaltet.

Die Schau, die vom 9. März bis 20. April 2026 zu sehen ist, präsentiert das Werk dreier außergewöhnlicher Künstlerinnen, die über fast ein Jahrhundert hinweg künstlerische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen widerspiegeln:

  • Olga Holzhausen (1871–1944) – bekannt für ihre fein ausgearbeiteten Porträts und ihre Beharrlichkeit in einer Zeit, in der Frauen kaum Zugang zu künstlerischer Ausbildung hatten.

  • Margarethe Martiny-Holzhausen (1893–1976) – eine moderne Künstlerin, die sich gegen Vorurteile behauptete und deren Werk zwischen Tradition und Aufbruch oszilliert.

  • Elisabeth-Charlotte Martiny (1929–2017) – Vertreterin einer freien, abstrakten Bildsprache, die internationale Einflüsse aufnahm und verarbeitete.

Gemeinsam erzählen ihre Werke von Mut, Experimentierfreude und dem langen Weg zur Anerkennung. Ein Satz Margarethe Martiny-Holzhausens bringt die Erfahrung vieler Künstlerinnen auf den Punkt:

„Du hast das für eine Mädchenlaune gehalten, was das Ernsteste und Wahrste in meinem Leben ist.“

Die Ausstellung zeigt nicht nur künstlerische Entwicklung, sondern auch gesellschaftlichen Wandel. Die drei Frauen bewegten sich zwischen Wien, Frankfurt, Marokko und New York, begegneten Persönlichkeiten wie Andy Warhol, Hermann Nitsch oder Theodor W. Adorno – und blieben dennoch oft im Schatten der Kunstgeschichte. Frauenbilder holt sie nun ins Licht.

Öffnungszeiten: Montag 15–18 Uhr, Mittwoch 9–12 Uhr.

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Frauenrealitäten in Kunst und Kultur

Am Montag, 16. März 2026, um 18 Uhr lädt das Stadtmuseum zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion: „Frauenrealitäten in Kunst & Kultur“

Referentin ist Univ.-Prof. Karin Maria Schmidlechner, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie Frauen in der Kunstwelt sichtbar werden – und wo sie es bis heute schwer haben.

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Vergessene Heldinnen und Helden

Buchpräsentation von Heimo Halbrainer

Ein weiterer Schwerpunkt des Kulturfrühlings liegt auf der Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Der Historiker Heimo Halbrainer stellt am Montag, 20. April, um 18.30 Uhr im Stadtmuseum sein neues Buch vor:

„Frieda, Sepp, Lisl, Franz und all die anderen. Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gegen den Nationalsozialismus aus der Steiermark“

Während in Österreich häufig dieselben Namen genannt werden – die Geschwister Scholl, Stauffenberg oder Schwester Restituta – geraten die mutigen Menschen aus der Steiermark oft in Vergessenheit. Halbrainers Buch porträtiert über zwanzig Frauen und Männer, die ihr Leben riskierten, um sich gegen das NS-Regime zu stellen. Viele von ihnen sind heute kaum bekannt, obwohl sie jenen Widerstand leisteten, den die Alliierten 1943 in der Moskauer Deklaration eingefordert hatten.

Die Präsentation gibt Einblick in ihre Biografien und würdigt jene, die lange im Schatten der Geschichtsschreibung standen.

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Ein gemeinsames Projekt für Sichtbarkeit

Die Ausstellung Frauenbilder und das begleitende Programm sind eine Kooperation des Kulturreferats, des Stadtmuseums, des Frauenreferats der Stadt Bruck, des Brucker Museumsvereins, des Kunsthauses Köflach und Christa Kodolitsch. Gemeinsam setzen sie ein starkes Zeichen für Erinnerungskultur, Gleichberechtigung und künstlerische Vielfalt.