Geschichte
MASUTATSU OYAMA – GRÜNDER DES KYOKUSHIN KARATE
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Masutatsu „Mas“ Oyama (1923–1994) gilt als eine der prägendsten Persönlichkeiten der modernen Karate-Geschichte. Geboren in Korea, zog er als junger Mann nach Japan, wo er sich mit unermüdlicher Disziplin den Kampfkünsten widmete. Schon früh beeindruckte er durch außergewöhnliche Stärke, eiserne Willenskraft und den Anspruch, Karate nicht nur als Sport, sondern als lebenslange Schule für Körper und Geist zu leben.
Um die Grenzen seiner Fähigkeiten zu testen, zog sich Oyama mehrmals für lange Zeit in die Einsamkeit der Berge zurück. Dort trainierte er unter extremen Bedingungen, vertiefte seine Techniken und entwickelte den kompromisslosen Stil, der später als Kyokushin („Die höchste Wahrheit“) Karate bekannt wurde.
Berühmt wurde Oyama für seine legendären Bruchtests, Kämpfe gegen zahlreiche Gegner – oft auch gegen professionelle Ringer oder Boxer – und sogar für Duelle mit wilden Stieren, um die Kraft und Effizienz seiner Techniken zu demonstrieren.
1964 eröffnete er das erste offizielle Kyokushin-Honbu-Dojo in Tokio. Von hier aus verbreitete sich Kyokushin weltweit und prägte Generationen von Karateka. Nach Oyamas Tod 1994 entstand aus seiner Tradition unter anderem das Shinkyokushin, das seine Philosophie von Disziplin, Respekt, Durchhaltevermögen und ständiger Weiterentwicklung fortführt.
Sein Vermächtnis lebt in jedem Training weiter – im Streben nach der eigenen „höchsten Wahrheit“ und in der unerschütterlichen Verbindung von Kraft, Technik und Charakter.
KENJI MIDORI – GRÜNDER DES SHINKYOKUSHIN KARATE
Bild links
Kenji Midori (*1962) zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten des modernen Vollkontakt-Karate. Geboren auf der Insel Amami Ōshima im Süden Japans, begann er bereits als Jugendlicher mit dem Karate-Training. 1978 zog er nach Tokio, um sich der renommierten Kyokushin-Organisation anzuschließen und unter den strengen Augen erfahrener Meister zu trainieren.
Trotz seiner vergleichsweise kleinen Statur – die ihm den Beinamen „Little Giant“ einbrachte – beeindruckte Midori früh durch außergewöhnliche Schnelligkeit, Präzision und taktisches Geschick. Seine blitzschnellen Kombinationen und spektakulären Tritte machten ihn zu einem gefürchteten Gegner, selbst in offenen Gewichtsklassen.
Den Höhepunkt seiner Wettkampfkarriere erreichte er 1991, als er sowohl in seiner Gewichtsklasse als auch in der offenen Kategorie den Weltmeistertitel errang – ein Beweis dafür, dass wahre Stärke nicht in der Körpergröße, sondern im Herzen und im unerschütterlichen Willen liegt.
Nach dem Tod von Masutatsu Oyama und den darauffolgenden Umbrüchen in der Kyokushin-Bewegung übernahm Midori eine Führungsrolle und formte mit Gleichgesinnten die Organisation Shinkyokushinkai. Seit 2003 steht er als Präsident (Daihyo) an der Spitze der World Karate Organization Shinkyokushinkai und widmet sich der weltweiten Verbreitung von Kyokushin-Karate in seiner zeitgemäßen Form.
Sein Weg steht für Hingabe, Disziplin und die Überzeugung, dass Karate weit mehr ist als nur Wettkampf – es ist ein lebenslanger Weg der Weiterentwicklung von Körper, Geist und Charakter.