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Eine ländliche Szenerie mit einem Haus im Vordergrund, grünen Feldern und Bergen im Hintergrund. Der Himmel ist klar, und es gibt mehrere Bäume und Häuser.

Historisches

In den beiden Chroniken finden sich verschiedene Einträge zu historischen Ereignissen. Oft macht die Kenntnis solcher prägenden Vorkommnisse die spätere Entwicklung verständlicher. Hier sollen einige dieser Ereignisse angeführt werden. Eine Darstellung der etwas jüngeren Geschichte des Ortes fehlt noch.

Die Türken in Prigglitz
Leicht erkennbare Erinnerungen an die Zeit der Türken in unserem Dorf lassen sich nicht finden. Etwas versteckt hat Charlotte Seidl einen Gedenkstein aufgestellt, der an die Türkenkriege 1529 bis 1532 erinnert.

In der Leitgeb-Chronik von 1885 findet sich folgender Bericht auf Seite 11:

Eine Gedenktafel, welche an der Außenseite der Pfarrkirche d. i. außerhalb des Frauenaltars an einem Strebepfeiler angebracht ist, erzählt, daß am 30. September 1621 in der That Rebellen in Prigglitz gewesen sind. Hierüber schreibt Pfarrer Ballek im Gedenkbuch folgendes: "Was im Jahre 1621 hier in Prigglitz für

Rebellen gehaust haben, ist nicht zu ermitteln, wohl aber weiß man aus der Geschichte, daß Bethlen Gabor, die damaligen Religionswirren benützend, im geheimen Bunde mit Mansfeld, Christian und Grafen Thurn mit Unterstützung mehrerer türkischer Paschas in diesen Jahren öfters Einfälle in Oesterreich und Mähren gemacht habe, daher offenbar diese ungarisch-türkischen Horden gemeint sind." - Wie man sich erzählt, soll ein Theil der Prigglitzer Bewohner sich in die hohle Obrochawand geflüchtet haben, als sie die Türken heranstürmen sahen, wo sie jedoch der aus der Felsenhöhlung aufsteigende Rauch verrathen hatte, worauf alle darin befindlichen Leute von den Türken massakrirt wurden. Die Türken sollen sonderbarerweise vom Gahnsboden hergekommen sein. Dasselbe ereignete sich auch bei der großen Gösingwand. Zur Erinnerung an diese Schauerthat wird die genannte Obrochawand (Türkenwand) auch Hirwelwand genannt. (Hirwel von Herberge).

Die Franzosen in Prigglitz

In der Leitgeb-Chronik von 1885 findet sich folgender Bericht auf Seite 11:

Auch die Franzosen, die 1805 und 1809 in Prigglitz waren, sind den Prigglitzern in Erinnerung. Da ist vor allem das Faktum zu erwähnen, daß der damalige Ortsrichter Mühlhofer, P 15, auf dem Hauptplatze zu Prigglitz von den Franzosen exemplarisch durchgeprügelt worden ist, weil er nicht schnell genug Nahrungsmittel und Vorspann aufzutreiben vermochte. Das Hauptübel bei der Sache war aber der Umstand, daß die Franzosen nicht deutsch und die Prigglitzer nicht französisch sprechen konnten. Und als die Franzosen durch Geberden zu verstehen gaben, daß sie in Loco auch bequartirt werden wollen, was bei der geringen Anzahl Häuser im Pfarrorte absolut nicht möglich war, so war das Feuer erst recht im Dach. Nachdem nun der Ortsrichter auf die weit und breit zerstreuten Häuser zeigte, wo er sie zu bequartieren gedachte, wurde er von den wuthentbrannten Franzosen gepackt, an einen Roßschweif gebunden und — bis zur Haberlerkapelle geschleift, wo ihn die Franzosen dann laufen ließen. Die Franzosen lagerten damals bei Schottwien, wohin sie mit Sack und Pack abzogen. Der Hunger der Franzosen muß groß gewesen sein, da sie den weidenden Rindern ganze Stücke Fleisch mit ihren Säbeln abhieben. Der alte Schuh, damals Hausbesitzer von P 18, soll beim Fuhrwerken ins Lager den Franzosen eine kleine Kriegskassa abgestibitzt haben, was zur Nachtzeit geschehen sein soll, indem er dieselbe heimlich vom Wagen in einen Hohlweg warf. Historisch feststehend ist das wohl nicht, aber erzählt haben es die Prigglitzer oft, unter anderem auch das, daß eine Dienstmagd des Schuh unverhofft im Keller fremdes Geld (in Töpfen vergraben) aufgefunden haben soll, worauf man sich den großen Reichthum des Schuhaberlhofes zu erklären pflegte. Auch ist es Thatsache, daß zwei Bauern von Bürg einem durchziehenden französischen Soldaten bis in die Schwarzau (am Gebirge) nachgingen, ihn dort ermordeten und ihn seines Geldes beraubten. Bei der französischen Invasion 1809 konnte Pfarrer Werner den Rest der alten Urkunden nur durch eine Brandsumme von 100 fl. vor der Vernichtung bewahren. Während dieser Invasion hielten sich im Pfarrhofe zwei Grafen auf, die hier ein sicheres Asyl fanden, und Schulmeister Franz Leitgeb sowie Pfarrer Werner hatten ihre Wertsachen auf dem Kirchenboden versteckt, welche Gegenstände unentdeckt blieben. — Das Recept, nach welchem der Schmiergruber im Rehgraben P 31 die sogenannte Grubersalbe fabrizirt, stammt von einem Franzosen, der daselbst übernachtete. Auch das Prigglitzer Gasthaus P 10 hat aus dieser Zeit ein Andenken, nämlich eine Kanonenkugel, die bei der Weinkeller-Fallthür als Schwergewicht angebracht ist. Johann Wernhart, der anno 1842 das Gasthaus in die jetzige Form umbauen ließ, hatte diese Kugel aus der Franzosenzeit aufbewahrt und selbe zur bleibenden Erinnerung aufhängen lassen. Dieser Wernhart, der die feinsten Gäste von weit und breit anzog, war der gediegenste und wohlbestallteste Wirt, der je auf diesem Gasthause gesessen. Wollte Gott, daß der jetzige Wirt, Herr Bock, in die Fußstapfen des Wernhart träte, was er auch kann, da er den guten Willen dazu hat. Obgleich man bei ihm in größerer Anzahl noch nicht übernachten kann, was übrigens nur eine Frage der Zeit ist, so ist doch alles, was der gute Mann seinen P. T. Gästen kredenzt, gut und echt. Sein Gasthaus in herrlicher Lage und im Anblick einer malerischen Scenerie mit der "Rothenwand", sein prächtiger, schattenreicher Garten, die erfrischenden Matten und die biederen Bewohner, daß ist`s, was den Sommerfrischler von rundum so freundlich entgegenlacht. — Der Bauer Posch, im Nockenhof P 21, der heute unbewohnt ist, machte einst in seinem Ofen die Wahrnehmung, daß aus einem ungespalteten Holzklotz, den die Hitze auseinandergetrieben, eine Silbermasse hervorluge. Diesbezüglich nimmt man an, daß während der Kriegszeit Silbergeld in den hohlen Baum gelegt wurde, die betreffende Person während dieser Zeit umgekommen und der Baum im Laufe der Zeit wieder zugewachsen ist.

Geologie und Natur
Prigglitz und Umgebung werden dem Semmeringgebiet zugerechnet. Es finden sich unterschiedliche Gesteinsformationen mit Mineralienvorkommen, die alle bergbaulich genutzt wurden. In Prigglitz kommt Kalkgestein und ebenso Grauwacke vor. Kupferbergbau in der späten Bronzezeit und der Abbau von Eisenerz und Kohle bis in die Mitte des 20. Jh. sind dokumentiert. Der geologische Aufbau im Gemeindegebiet ist interessant und durchaus spannend.

Vulkanisches Gestein in Prigglitz
Auf dem Weg von Sankt Christoph nach Eichbühel und weiter zur Wiese ist ein überaus interessantes Gestein zu finden. Es handelt sich um Blassenecker Porphyroid. Vor ca. 450 Millionen Jahren (Erdzeitalter Ordovizium) kam es zu einem gewaltigen Vulkanausbruch. Der gesamte Ostalpenraum (Gebiet von Niederösterreich bis Tirol) war davon betroffen. Reinhard Belocky beschreibt dieses Phänomen.

Von Reinhard Belocky wurde uns folgender Bericht zur Verfügung gestellt (Oktober 2024):

Abbildung 29: © Libora Oates-Indruchova, Porphyroid an der Straße von Eichbühel - Auf der Wiese

Auf den letzten 150 m bevor der Weg von St. Christoph die Straße Eichbühel — Auf der Wiese erreicht, ist im Wegboden ein helles feinkörniges Gestein zu sehen, zum Teil in Bruchstücken, aber auch anstehend (d. h. im Verbund mit dem Untergrund).

Dieses Gestein ist nach dem Blasseneck in den Eisenerzer Alpen benannt, wo es erstmals beschrieben wurde und eine Mächtigkeit (Dicke) von ca. 1.000 m erreicht. Als Porphyroid wird ein Gestein vulkanischen Ursprungs bezeichnet, das im Laufe der Erdgeschichte durch die Einwirkung von Druck und Temperatur verändert wurde. Die Verbreitung des Blasseneck Porphyroids reicht vom Ostrand der Alpen in Niederösterreich bis nach Tirol; aber auch im südlichen Kärnten sind vergleichbare Gesteine zu finden.

Abbildung 30: © Libora Oates-Indruchova, Porphyroid - Detail

Die ursprünglichen Vulkane waren über ein langgestrecktes Gebiet verbreitet, vermutlich entlang eines vulkanischen Inselbogens, vergleichbar mit dem der pazifischen Inseln (Japan, Philippinen). Der Vulkanismus war über einen Zeitraum von ca. 30 Mio. Jahren aktiv. Die oftmals explosiven Ausbrüche fanden vornehmlich an Land statt, in Form von zähflüssigen Laven und pyroklastischen Strömen.

In historischer Zeit vergleichbare Vulkanausbrüche ereigneten sich beispielsweise am Vesuv bei Neapel in Italien, wo die römischen Siedlungen Pompeji und Herculaneum durch pyroklastische Ströme zerstört wurden. Pyroklastische Ströme bilden sich aus einem gasreichen Magma, das durch die Druckentlastung beim Ausbruch explosionsartig zerstäubt. Das dabei entstehenden Gemisch aus vulkanischen Gasen und feinen Gesteinsteilchen (vulkanische Asche) rast mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1000 km/h und einer Temperatur von bis zu 800°C die Anhänge eines Vulkans hinunter.

Bergbau in Prigglitz
Bergbau wurde in Prigglitz bereits in vorchristlicher Zeit betrieben. Die Funde in Gasteil zeugen davon. Heute hat dieser Bergbau nur mehr historische Bedeutung. Mehr zu den einzelnen Bergwerken ist hier zu finden:

Bergwerk Grillenberg
Das Schaubergwerk Grillenberg ist ein ehemaliges Bergwerk, in dem Eisenerz unter Tage abgebaut worden ist. Regulär in Betrieb war das Bergwerk mit Unterbrechungen bis 1903. Während der beiden Weltkriege wurde der Betrieb nochmals aufgenommen. 1992 eröffnete das Bergwerk als Schaubergwerk. Alle Information zum Bergwerk und der Besichtigung sind hier zu finden:

Schaubergwerk Grillenberg

In der Ortschronik von 1992 findet sich folgender Bericht:

Im Gemeindegebiet von Prigglitz sind in den Berghängen reiche Naturschätze gelagert. Hier hat der sogenannte "Nordsteirische Eisensteinzug", der in Schwaz in Tirol beginnt und bis in unser Gemeindegebiet reicht, nochmals eine mächtige Lagerstätte, bevor diese im Ort Bürg endet. Aus diesem Eisensteinzug wurden Kupfer und Eisen gewonnen.

Am Fuße des Gahns war ein Bergwerk in Betrieb: das "Grillenberger Eisenbergwerk". Beim Gut Sankt Christoph zeigt noch heute ein verbrochener (eingestürzter) Stollen, dass Eisenerz geschürft wurde. Von Payerbach kommend, über die Werning, gelangt man zum "Fürst-Johann-Stollen", der mit einem Holztor verschlossen ist. Bei einer Führung wurden in der Zechenstube Pläne, Skizzen und Mineralien gezeigt, die über den geologischen Aufbau des Grillenbergs Aufschluss gaben. Der Hauptförderstollen war 320 m lang und durch Balken und Bretter abgestützt. Nach der eingebrachten Zimmerung kommen nackte Felswände, wo die Lagerungen des Erzes deutlich sichtbar sind. Grünlich schimmernde Streifen (Malachit) verraten, dass auch Kupferlager vorhanden sind. Beim Ausgang des Stollens sieht man dann die 4 Röstöfen, die zum Ausräuchern der Kohlensäure und zum Verringern der Erzgewichte dienten.

Das in seiner Mächtigkeit von 1 bis 2m anstehende Grillenberger Erzlager besteht zu 85 % Spateisenstein mit 48 % Eisengehalt und zu 15 % Eisenglanz mit 65 % Eisengehalt. Beide Erze wurden gleichzeitig gewonnen und verwertet. Seltener kommen Kupfer und Eisenkies vor, die aber nicht abgebaut wurden.

Fundstücke, die während des Abbaus entdeckt wurden, lassen vermuten, dass hier bereits die Kelten und später auch die Römer Erz gewonnen und geschmolzen haben.

Kupferbergbau in Gasteil
Der Kupferbergbau in Prigglitz ist wissenschaftlich gut belegt. Mehrere Ausgrabungen zeugen davon, zuletzt von 2010 bis 2014 durch Ausgrabungsleiter Universitätsprofessor Mag. Dr. Peter Trebsche, zeugen davon. Sie lieferten interessante Einblicke in den Bergbau von vor 3000 Jahren. So konnte nicht nur der Kupfertagebau nachgewiesen werden, auch die Bronzeverarbeitung gehörte zum gut organisierten "Wirtschaftstandort" in Prigglitz-Gasteil.

Von Universitätsprofessor Mag. Dr. Peter Trebsche wurde uns folgender Bericht zur Verfügung gestellt (Oktober 2024):

Früher Kupferbergbau in Prigglitz-Gasteil

In der späten Bronzezeit, vor etwa 3100 Jahren, stießen Bergleute in Gasteil auf Kupfererz. Am Abhang des Berges Gahns bauten sie das wertvolle Erz, den sogenannten Kupferkies, ab. Der Tagebau erreichte eine Ausdehnung von rund 65 mal 40 Metern und war bis zu 33 Meter tief. Diese riesige Grube wurde ca. 920 v. Chr. durch eine Hangrutschung verschüttet. Trotz des Unglücks setzten die bronzezeitlichen Bergleute den Abbau bis ungefähr 780 v. Chr. fort. Auch diese Gruben wurden wieder verfüllt, daher ist das Bergwerk heute nicht mehr im Gelände sichtbar. Auf den Bergbauhalden wurde im späten Mittelalter der Bauernhof Gasteil Nr. 7 erbaut.

In den 1950er Jahren entdeckten Archäologen bronzezeitliche Funde in Gasteil und führten erste Ausgrabungen durch. In den Jahren 2010 bis 2018 wurde die Fundstelle genauer erforscht. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes kamen auch geophysikalische Messungen und Tiefenbohrungen zum Einsatz. Mit diesen Methoden wurde der Untergrund erkundet und die einstigen Ausmaße des Bergbaus geklärt.

Abbildung 34: © Landessammlungen Niederösterreich, Norbert Weigel

Direkt neben dem Bergbau befand sich eine Siedlung, in der die Bergleute wohnten. Hier wurde auch das Kupfererz zerkleinert (aufbereitet) und in Schachtöfen geschmolzen (verhüttet). Das Produkt waren sogenannte Gusskuchen aus reinem Kupfer. Ein Teil des Kupfers wurde in der Region des Schwarzatales und möglicherweise darüber hinaus verhandelt, ein Teil wurde in Gasteil zu Bronzewerkzeugen weiterverarbeitet. In der Bergbausiedlung fanden sich zahlreiche Abfälle der Bronzegießer wie zum Beispiel zerbrochene Gussformen, Tondüsen für die Blasebälge oder Gusstropfen.

Die Bergleute wurden aus dem Umland mit Nahrungsmitteln versorgt. Sie ernährten sich hauptsächlich von Schweinefleisch und Getreide. In der späten Bronzezeit waren Gerste, Emmer, Rispen- und Kolbenhirse die wichtigsten Getreidearten, außerdem wurden Linsen angebaut. Hagebutten, Brombeeren, Himbeeren und Haselnüsse wurden gesammelt und ergänzten die Nahrungsquellen. Der Wald in der Umgebung der Bergbausiedlung bestand aus Buchen, Fichten und Erlen. Hier schlägerten die Bergleute das Holz für die Kupferminen, für den Hausbau und das Brennholz.

Einblick in die Ergebnisse der Forschungstätigkeit gibt der Link zur Universität Innsbruck:

Bronzezeitlicher Bergbau in Prigglitz-Gasteil

Berichte aus der Gemeindezeitung sind hier nachzulesen.

Ein weiterer Bericht ist hier zu finden.

Weitere Lagerstätten in Prigglitz
Schürfungen haben in historischer Zeit oftmals in und rund um Prigglitz stattgefunden. Einige davon konnten belegt werden, andere werden ohne entsprechende Nachweise vermutet.

Eisen, Hämatit, Limonit und Kupfer wurden zum Beispiel hier nachgewiesen:

  • beim Gut Gasteil

  • im Klausgraben

  • im Saugraben

  • am Grillenberg

  • Auf der Wiese

  • bei Gasteil — Sandriegel

  • am Silbersberg

  • in Saloder

Höhlen
Im Schneeberggebiet gibt es aufgrund der geologischen Voraussetzungen viele Höhlen. Im Höhlenkataster sind die Höhlen im Gemeindegebiet von Prigglitz verzeichnet. Unter der Gebietskennzahl 1854 finden sich eine nicht unbedeutende Anzahl:

Riesenüberhang
Der Riesenüberhang ist eine schwach ausgeprägte Halbhöhle. Sie wird im oben angeführten Höhlenkataster nicht erwähnt. Der Riesenüberhang ist einfach zugänglich. Der Weg zur Halbhöhle ist für geübte Wanderer gut zu bewältigen.

Zu finden ist die Halbhöhle über den markierten Wanderweg von Obertal aus zur Schedkapelle. Nahe der Schedkapelle zeigt ein Pfad zur Felswand, an der geklettert wird. An dieser Felswand entlang führt dieser Pfad zur Halbhöhle.

Einige Haken zeugen davon, dass auch hier Kletterer aktiv waren.

Haberlerkogelhöhle
Die Haberlerkogelhöhle befindet sich am gleichnamigen Kogel. Der Zustieg ist sehr steil, die recht große Höhle ist nicht leicht zu finden. Der Ausblick von der Höhle ist grandios.

Höhen
Das Gemeindegebiet von Prigglitz umfasst Seehöhen von ca. 450 m in Schlöglmühl bis ca. 1.320 m auf der Schwarzenbergaussicht. So finden sich in Prigglitz viele interessante Aussichts- und Wegpunkte.


Die Rote Wand
Die Rote Wand auf 1.150 m bietet von Prigglitz Dorf aus einen markanten Anblick und ist eine Orientierungshilfe, um die Lage von Prigglitz vom Süden aus zu bestimmen. Der Ausblick von dieser Roten Wand ist beeindruckend und wird schon in der Leitgeb-Chronik beschrieben.

In der Leitgeb-Chronik von 1885 findet sich folgender Bericht auf Seite 2 und 3:

Die RotheWand ist der Glanzpunkt von ganz Prigglitz, denn von da aus überschaut man ein prachtvolles Panorama, als: Semmering, Otter, Pfaff, Göstritz, Wechsel, Rosaliagruppe, Leithagebirge, Neusiedlersee, Wr. Neustadt, Neunkirchen, die Gloggnitzer Benediktiner-Abtei (Bergkirche), Maria Schutz und die alten

Ritterschlösser Klamm, Wartenstein, Steiersberg, Thernberg, Türkensturz (Ruine), Seebenstein, Pitten, Vöstenhof, und Kranichberg. Zu den hübschen Punkten zählen überdies noch der Wolfsberg, Pfarrahald (Baumgartnerkapelle), Gahnshaus, Kleewiese, Koglwand (Perneben), Haberlkapelle (Deublhöhe), Göschergraben (Schloss St. Christof) und Villa Haberlahaus, Gasteil-Tanschach, Silbersberg, Schmalzgrube, Sattel und Sengert.

Am vorzüglichsten ausgeführt scheint die Lage von Prigglitz und Umgebung auf der Spezial-Touristenkarte: "Schneeberg, Raxalpe, Semmering und östl. Schneealpe" von Gustav Freytag, Verlag und Eigentum von Artaria & Co., Wien, I., Kohlmarkt 9, Preis 1 fl. 40 kr. ö.W. Verhältnis 1:500 000. Diese Karte, eine sehr gelungene Arbeit neuester Zeit, ist als Touristen-Wegweiser bestens zu empfehlen. Die durch Prigglitz via Rothewand zum Schneeberg aufsteigenden Wege sind auf dieser Karte genau verzeichnet, welche Wege zu den bequemsten und hübschesten zählen. Schade nur, dass das einzige Prigglitzer Gasthaus noch nicht ganz als Fremdenherberge in Stand gesetzt ist.

Wiesen
Die Wiesen von Prigglitz werden sowohl von den Bewohner/innen als auch von den Besucher/innen als besonders arten- und blütenreich beschrieben. Einige der Wiesen sind über Gemeinde- und Bezirksgrenzen hinaus bekannt und werden immer wieder von Interessierten besucht.

Die Kleewiese
Die Kleewiese ist berühmt für ihren Artenreichtum an Blumen, vor allem Orchideen gedeihen hier. Eine Hinweistafel "Naturdenkmal" befindet sich am Wiesenrand.

In der Leitgeb-Chronik von 1885 findet sich folgender Bericht auf Seite 44:

Die prachtvolle Alpenflur, die einen angenehmen Wohlgeruch verbreitet, liegt 292 Meter über dem Prigglitzer Hauptplatz. Unbeschreiblich schöner Ausblick auf die Siedingwand, die hier in ihrer ganzen Pracht vor Augen tritt. In weiter Ferne: Das Leithagebirge mit dem Mühlendorfer Steinbruch, die Rosalia-Gebirgsgruppe mit ihren Burgvesten, Neunkirchen mit Schwarzafluß, Südbahn u.s.w. In der Nähe liegen: Bürg, Felberhof, das Groß-Selhofer-Plateau, Pröttmaß, der obere Saubachgraben, Tanschach, Lehen, der Floriani-Kogel, Tiefenbach, Hintergasteil, Stixenstein. Auf dieser Wiese ist der Ursprung der Kleequelle, wo einst das Gehöft stand, in welches die Wölfe eindrangen. An dieser Stelle ist auch einst ein herzogliches Jägerhaus gestanden. Diese weitausgedehnte Alpenflur, die reizende Scenerie auf dem Gasteiler Gahns, ist die Revier des Gasteiler Teufels. Dieser Teufel, der bei Tag ganz ungefährlich ist, duldet in finsterer Nacht Niemanden hier, denn er wirft jeden, den er um diese Zeit da antrifft, zum Kleekalkofen hinab, wo sich dann der Ertappte das Genick bricht. Somit hat der Gasteiler Teufel keine Schmerzen [dies bezieht sich auf eine Sage, die später ergänzt wird - Anmerkung der Redaktion]. Aufwärts führt der Weg via Spielstatt zur Koglwiese.

Die Gahnshauswiese

Abbildung 39: © DEV Prigglitz, Gahnshauswiese

Die Gahnshauswiese gehört ebenfalls zu den viel besuchten Wiesen in Prigglitz. Unterschiedlichste Wiesenblumen, darunter Orchideen, blühen hier. Ein altes sowie ein neueres Jagdhaus finden sich auf dieser Wiese.

Kunst und Kultur

Kultur und Kunst haben in Prigglitz ihren Platz. Die Galerie Gut Gasteil, Kunstobjekte und unterschiedliche Veranstaltungen bereichern den Alltag.
Das Gut Gasteil beherbergt eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen. Die ausgestellten Werke können erworben werden. Ebenso sind die Werke des Künstlerehepaares Charlotte und Johannes Seidl in der Galerie und in der Freiluftausstellung "Kunst in der Landschaft" zu besichtigen.

Abbildung 40: © Galerie Gut Gasteil

Mehr zum Kunstbetrieb ist zu finden unter:

Galerie Gut Gasteil - Charlotte Seidl
Gut Gasteil - Galerie

Mehr zum Gut Gasteil und dessen Geschichte ist zu finden:
Gut Gasteil

Prigglitz im Film
Prigglitz und seine Umgebung dienten bereits als Drehorte für Filme, einige Prigglitzerinnen und Prigglitzer wirkten in diesen mit.

Der Film "Corsage" wurde zum Teil in Prigglitz, Ortsteil Sankt Christoph, gedreht. Prigglitzer/innen waren als Statist/innen aktiv beteiligt und die örtliche Feuerwehr unterstütze bei den Dreharbeiten im Ort.

Österreich 2022, Regie und Drehbuch: Marie Kreutzer

Mehr zum Film ist hier zu finden: Corsage

Der Knochenmann
Dieser Film wurde in und um Enzenreith bei Gloggnitz gedreht. Prigglitzer/innen waren als Statist/innen aktiv am Film beteiligt.

Österreich 2009, Regie: Wolfgang Murnberger

Mehr zum Film ist hier zu finden: Der Knochenmann

Postadresse 2640 Schlöglmühl

Der 1990 gedrehte Dokumentarfilm von Egon Humer beleuchtet die Auswirkungen und Entwicklung nach der Schließung der Papierfabrik Schlöglmühl im Jahr 1982. Von der Schließung betroffen waren rund 270 Personen, darunter auch Prigglitzer/innen. Im Film kommen diese wie viele andere der Betroffenen zu Wort.

Österreich 1990, Regie: Egon Huber

Mehr zum Film ist hier zu finden: Postadresse 2640 Schlöglmühl