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Ein Marmorgrabstein mit einem Kreuz oben, beschriftet mit dem Namen Richard Dunkel, dem Todesdatum 10. Mai 1882 und der Phrase 'Hier ruht'. Eine rote Blume ist vor dem Grabstein platziert.

Wissenswertes am Sonntag | Eine besondere Geschichte aus Mettersdorf am Saßbach

„Der Friedhof ist das stärkste Bindeglied an einen Pfarrort.“

Mit diesen Worten beginnt in der Mettersdorfer Chronik die Geschichte über die Entstehung des heutigen Friedhofs. Und hinter dieser Geschichte verbirgt sich für uns persönlich eine ganz besondere Verbindung.

Im Jahr 1881 forderte der in Mettersdorf lebende Arzt Josef Dunkl (Haus Nr. 24, heute Preglau) die Gemeindevertretung dazu auf, sich für einen eigenen Friedhof in Mettersdorf einzusetzen.

Die Gründe dafür waren damals sehr nachvollziehbar: Die Verstorbenen mussten nach Wolfsberg gebracht werden. Josef Dunkl verwies auf die weiten und schlechten Wege, bürokratische Schwierigkeiten und insbesondere auf die Seuchengefahr bei ansteckenden Krankheiten.

Die Gemeinde reagierte und stellte entsprechende Anträge. Während das kirchliche Ansuchen zunächst seitens der Pfarre Wolfsberg und des Dechants von St. Veit auf Widerstand stieß und abgelehnt wurde, schloss sich die Bezirkshauptmannschaft Radkersburg den Argumenten der Gemeinde an und genehmigte am 23. November 1881 die Errichtung des Friedhofs.

Die Menschen aus Mettersdorf und Landorf machten sich daraufhin an die Arbeit. Der neue Friedhof wurde angelegt und sollte am 11. Mai 1882 behördlich kommissioniert und der Öffentlichkeit übergeben werden.

Doch dann nahm die Geschichte eine berührende und beinahe unglaubliche Wendung:

Ausgerechnet das erst drei Wochen alte Neugeborene von Josef Dunkl und dessen Ehefrau Barbara (geb. Hödl aus Siebing), jenem Mann, der maßgeblich für den neuen Friedhof eingetreten war, starb.

Sein Sohn Richard Dunkl wurde mit besonderer Erlaubnis der Bezirkshauptmannschaft bereits am 10. Mai 1882 dort beerdigt, einen Tag vor der offiziellen Übergabe des Friedhofs.

Im Sterbebuch der Pfarre Wolfsberg findet sich dazu sogar der Vermerk:

„In ungeweihter Erde.“

Denn die kirchliche Einweihung des Friedhofs sollte noch lange auf sich warten lassen. Erst am 20. Jänner 1884 wurde sie durch den Dechant von St. Veit vollzogen.

Das Grab des kleinen Richard gibt es übrigens bis heute. Auf seiner Grabtafel steht:

„Richard Dunkl

Erste Leiche dieses Friedhofes

10. Mai 1882“

Und warum berührt mich diese Geschichte so besonders?

Josef Dunkl war mein Ur-Ur-Ur-Großvater und der kleine Richard mein Ur-Ur-Onkel.

Dass sich ausgerechnet einer meiner Vorfahren vor fast 145 Jahren maßgeblich für die Errichtung eines Friedhofs eingesetzt hat und ich heute selbst im Bestattungswesen tätig bin, ist für mich schon ein ziemlich unglaublicher Zufall.

Gewisse Erbanlagen können sich ja über mehrere Generationen hinweg zeigen. Es könnte sich also durchaus ausgehen, dass ich hier noch etwas von diesem Stamm abbekommen habe.

Quelle: Chronik der Gemeinde Mettersdorf am Saßbach sowie Sterbebuch der Pfarre Wolfsberg

Ein Steinmonument mit einem Kreuz, umgeben von einem Ziegelzaun und Grünpflanzen, mit einer Tafel, die 'Richard Panchl, geboren Lucke, gestorben Fruithof, 10. Mai 1872' besagt.
Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Mannes in einem formellen Anzug mit einer Blume an der Revers.
Ein altes Dokument mit handgeschriebenem Text auf Deutsch. Es scheint sich um einen Namens- und Datumseintrag zu handeln, möglicherweise ein historisches Dokument. Der Text ist in kursiver Schrift geschrieben und schwer zu lesen.