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Hl. Martin

Zum Gedenktag des Heiligen Martin von Tours wird die tiefere Bedeutung des Teilens und der Nächstenliebe ins Zentrum gestellt, indem das Motto „Teilen, teilen, das macht Spaß“ aufgegriffen wird.

Dieses Motto ist besonders für Kinder einprägsam und zeigt, dass das Teilen nicht nur eine Pflicht oder Last ist, sondern Freude bringen kann. In unserer heutigen Gesellschaft, in der oft das Motto „Geiz ist geil“ dominiert, erinnert uns das Leben des Heiligen Martin an die ursprünglichen Werte von Großzügigkeit und Mitgefühl.

Martin von Tours, geboren im heutigen Ungarn, verbrachte seine Jugend in Italien und lebte später als Bischof in Frankreich. Eine seiner bekanntesten Taten ist die Geschichte, in der er seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Dieses Ereignis zeigt uns ein kraftvolles Symbol der Nächstenliebe und der Bereitschaft, das eigene Wohl zugunsten eines anderen zu opfern.

Es ist bemerkenswert, dass Martin nie offiziell heiliggesprochen wurde und dennoch als Heiliger verehrt wird. Dies zeigt, dass seine Taten und sein Leben von den Menschen als so vorbildlich empfunden wurden, dass sie ihn ohne formelle Anerkennung der Kirche als Vorbild nahmen.

Die Botschaft des Teilens, die Martin verkörpert, ist gerade heute, in einer Zeit von zunehmendem Individualismus und Konsumdenken, besonders wichtig. Er zeigt uns, dass wahre Größe nicht im Besitz liegt, sondern im Geben. Indem wir teilen – nicht nur materielle Güter, sondern auch Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe – erfahren wir eine tiefere Erfüllung. Martin von Tours lädt uns ein, uns daran zu erinnern, dass das Glück des anderen auch unser eigenes Glück sein kann.

Diese Werte können uns helfen, über unsere eigenen Bedürfnisse hinauszublicken und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf den Mitmenschen und die Gemeinschaft. So wie Martin mit seinem Mantel teilte, sind auch wir aufgefordert, großzügig zu sein und die Freude des Teilens neu zu entdecken.

von Franz Summerer

© Foto Peter Weidemann