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Drei Frauen in einem Yogastudio führen Yoga-Posen auf orangefarbenen Matten durch. Eine Frau in einem türkisen Shirt lächelt in die Kamera.

Ist Yoga Sport?

Yoga irgendwo einzuordnen ist gar nicht so einfach, weil Yoga ein umfassender Lebensweg ist und nicht nur ein kleiner Teilbereich, den man in irgendeine Schublade stecken kann.

Doch oft wird versucht, Yoga einzuordnen. Und dabei wird er häufig dem Sport zugeordnet. Ich bekomme auch manchmal, wenn ich jemanden zu einem Yogakurs einlade, zur Antwort: „Ich mach eh schon Sport.“ Doch wieviel hat Yoga eigentlich mit Sport zu tun?

Bei Yoga denken viele Menschen in erster Linie an Asanas, den Körperstellungen. Diese nehmen in meinen Yogakursen auch tatsächlich etwa 50 % der Zeit in Anspruch. Im großen Feld des Yoga insgesamt ist es viel weniger.

Bei der Asana-Praxis trainieren wir auf der körperlichen Ebene Beweglichkeit, Kraft und Koordination. Das kann man auch in manchen Sportarten machen. Allerdings gibt es kaum eine Sportart, bei der der Körper auf so vielfältige Weise gedehnt und gekräftigt wird wie im Yoga, und manche Stellungen, z.B. Umkehrstellungen, bei denen das Herz tiefer liegt als das Becken, kommen im Sport auch kaum vor.

Das Training ist also viel ganzheitlicher als bei den meisten Sportarten, bei denen es oft zu einseitigen Bewegungen kommt. Was man umgekehrt mit Yoga nicht abdecken kann, ist das Ausdauertraining.

Neben manchen Gemeinsamkeiten gibt es also auch einige Unterschiede zwischen Yoga und Sport. Dazu zählen auch folgende:

  • Während man im Sport vor allem Bewegung macht, werden im klassischen Yoga Asanas still gehalten, oft mehrere Minuten lang.

  • Im Sport wird üblicherweise durch den Mund geatmet, weil bei großer Anstrengung die Sauerstoffaufnahme bei der Nasenatmung nicht ausreicht. Im Yoga hingegen atmen wir durch die Nase, was auch Wirkungen auf das Nerven- und Energiesystem hat.

  • Asanas wirken nicht nur auf den physischen Körper, sondern auch ganz gezielt auf den Energiekörper. Die Nadis, die Energiebahnen, werden gereinigt und der Energiefluss harmonisiert. Auch auf die Chakren, die feinstofflichen Energiezentren, haben Asanas Einfluss.

Vor allem aber sind Asanas, wie eingangs erwähnt, nur ein kleiner Teil von Yoga. Dazu kommen Pranayama (Atemtechniken, die die Energie lenken), Meditation und geistige Übungen, Mantras, Rituale und Gebete, Reinigungstechniken (Kriyas), philosophische Grundlagen, ethische Prinzipien (Yamas und Niyamas) sowie Ernährungsrichtlinien. All das hat mir Sport reichlich wenig zu tun.

So kann man sagen, Yoga hat zwar auch sportliche Aspekte, ist aber viel, viel mehr als sportliche Ertüchtigung. Es ist vor allem eine geistige Disziplin und ein spiritueller Lebensweg.