Kumm hock her - LeaderProjekt
Die Entstehung - unser Film
Ein herzliches Dankeschön an Clemens Marte, der durch sein Feingefühl mit diesem Film dem ganzen Projekt eine besondere Würde verliehen hat.
Das Projekt
Unsere Vision - Die Entstehung
Die Gemeinde Viktorsberg erfreut sich einer stetig wachsenden Bevölkerung. Grundstücke werden verkauft, Kinder von Viktorsberger*innen, die vor Jahrzehnten weggezogen sind, kommen nach Viktorsberg zurück. Es entsteht eine gemeinnützige Wohnanlage, die vor allem jungen Viktorsberger*innen die Chance bietet, im Dorf zu bleiben.
Neue Begegnungsplätze mit regionalem Bezug
Wir möchten neue Begegnungsplätze schaffen, an denen sich Alt und Jung, neu-zugezogen und schon lange sesshafte Viktorsberger*innen begegnen können. An fünf unterschiedlichen Plätzen im Dorf werden sechs neue Bänke aufgestellt, die von Schüler*innen der HTL Rankweil unter der Leitung von Robert Nachbaur geplant, konstruiert und umgesetzt werden. Es wird Viktorsberger Holz verwendet – das Material stammt von Vorarlberger Firmen aus der Region.
Mit heldenhaften Geschichten
Die Gestaltung übernimmt das ARTelier der Lebenshilfe Vorarlberg unter der Leitung von Elisabeth Fischnaller. Bei den Begegnungsplätzen werden Sagen und Geschichten von Viktorsberg lesbar, sehbar und spürbar sein.
Tradition trifft Weiterentwicklung. Das Alte bewahren und das Neue willkommen heißen. Den Weitblick vor Augen und die Geschichte im Herzen.
Ein Gedanke. Ein Konzept. Ein LEADER-Projekt.
LEADER, im Französischen ein Kürzel für die "Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft", ist ein sperriger Name für eine einfache Sache: Die Menschen in den Regionen wissen am besten was für ihre Region wichtig ist.
LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union und stärkt den ländlichen Raum, fördert die regionale Wirtschaft und steigert die Lebensqualität in den Regionen.
LEADER lebt vom Innovationsgeist und dem Engagement der Menschen in den Regionen. Egal ob es Projektideen aus den Bereichen Kultur, Soziales, Landwirtschaft, Jugend, Tourismus, Bildung, Energie und Klimaschutz, Naturschutz oder Wirtschaft sind - LEADER bietet Fördermöglichkeiten für innovative Projekte in allen Lebensbereichen.
Des wilden Männleins Loch-Bänkle
Diese Bank steht beim Hotel Viktor und erzählt die Geschichte vom Wilden Männlein. Der Sage nach wohnte es im Wald oberhalb des Dorfes. Von dort kam es immer wieder in die Gemeinde um den Bauern bei verschiedenen Arbeiten zu helfen. Als Symbol dafür steht vor der Bank ein Zwerg mit Ziegen. Die Bank wurde wieder mit Lebensblumen bemalt, damit eine Verbindung zur Eusebius Bank hergestellt werden kann.
"Des wilden Männleins Loch Sage"
In Viktorsberg auf dem Weg Richtung Letze über den Klosterwald befindet sich eine Höhle, der die Leute „des wilden Männleins Loch“ sagen, weil dort früher einmal ein kleines Wildmännlein gehaust habe.
Es hatte dann immer ein rotes Röcklein an und auf dem Kopf trug es ein grünes Hütlein.
Die Hirten konnten das wilde Männlein gut leiden, denn es half ihnen die Ziegen zu hüten, und sie gaben ihm zu essen dafür.
Einmal brachen böse Buben in die Behausung des Männleins ein und zerschlugen seine Geräte und brachten ihm alles in Unordnung. Zuletzt verstopften sie sogar den Eingang in seine Wohnung.
Seither ist das Männlein von niemand mehr gesehen worden und die Hirten haben nun keine Hilfe mehr.
Eusebius-Bänkle
Diese Bank steht auch beim Hotel Viktor, sie erzählt die Sage vom Einsiedler Eusebius. Die Bank wurde, als Zeichen der Huldigung für das Leben und Schaffen von Eusebius, mit Lebensblumen bemalt. Neben der Bank steht eine große Mönchskutte aus Beton. Diese hält eine goldene Kugel, als Symbol für seinen abgetrennten Schädel.
Die Sage
Auf dem Viktorsberge bei Feldkirch, der seinen Namen vom heiligen Viktor trägt, stand einst eine Curia oder Villa regia mit einem Jagdschlosse, auf welchem Karl der Dicke gern verweilte. Sein Beichtvater war ein frommer Mönch aus Schottland, namens Eusebius, der es dahin zu bringen wusste, dass der ganze Berg mit Wald, Wunn und Weid dem Kloster zu St. Gallen vom Kaiser geschenkt wurde. Eusebius zog sich in die Einsamkeit zurück, in welcher er fünfzig Jahre als Klausner gelebt haben soll, stets bemüht, die Anwohner und Neuankömmlinge zum Christenglauben zu bekehren. Eine Legende aus dem Spätmittelalter erzählt, wie Eusebius bei einer Wanderung durch die Dörfer im Tal einen am Sonntag arbeitenden Bauern rügte und der ihm daraufhin mit seiner Sense den Kopf abschlug. Eusebius nahm seinen Kopf unter den Arm und ging damit auf den Viktorsberg zurück. Als die Übeltäter dies sahen, erkannten sie Gottes Nähe und wollten fliehen, aber die Erde tat sich unter ihnen auf und verschlang sie. Auf dem Weg zum Viktorsberg begegnete Eusebius einer im Garten arbeitenden Frau, die sich gegenüber dem Kopflosen über das geschehene Verbrechen entrüstete; Eusebius aber rügte die Frau, ihr Verbrechen der Sonntagsarbeit sei noch größer. Eusebius' Reliquien ruhen seit 1786 im Kloster St. Gallen, weitere im Rankweiler Ortsteil Brederis; die 1959 dort errichtete Kirche wurde ihm geweiht. Westlich von Brederis steht eine kleine, Anna geweihte Kapelle, die der Sage zufolge an jener Stelle errichtet wurde, an der Eusebius den Märtyrertod erlitt. Das Kloster auf dem Viktorsberg, das älteste Kloster in Vorarlberg, war seit dem 9. Jahrhundert ein geistliches und geistiges Zentrum im Dreiländereck; 1785 wurde es aufgelöst, in den Gebäuden wurde 1984 die “Stiftung Kloster Viktorsberg”, ein Kultur- und Tagungshaus, angesiedelt.
Die Kirche in Rankweil wurde im 14. Jahrhundert Marien-Wallfahrsort, 1460 entstand das Gnadenbild, für das 1657 die “Loretokapelle” geschaffen wurde.
Tolla - Bänkle
Diese Bank steht am Ende des Bölsweges und am Beginn der „Unteren Breite“ diese Stelle ist im Dorf schon immer als „Tolla“ bekannt. Hier hat man einen besonders weiten Blick über das Rheintal, die Schweiz bis nach Lichtenstein. Darum ist diese Bank dem Panorama gewidmet. Das Blumenthema wird auch bei dieser Bank aufgegriffen, die Blütenblätter bilden das Bergpanorama nach. Neben der Bank steht eine Betonskulptur mit Guckloch. Durch diese kann das Panorama ganz bewusst betrachtet werden. Dabei lässt sie sich sogar drehen, so dass jeder seinen ganz persönlichen Lieblingspunkt erspähen kann.
Ehre wem Ehre gebührt - Bänkle
Diese Bank steht im Zentrum von Viktorsberg, direkt vor dem Gemeindeamt. Die Rückenlehne ist mit Blumenornamenten verziert, die an alte Bauernmalereien erinnern sollen. Die Motive werden auch in der Skulptur aus Betonwürfel daneben wieder aufgenommen. Zu Ehren unserer Bürgermeister, die in all den Jahren Viktorsberg zu einer beliebten Gemeinde mit hoher Lebensqualität gemacht haben, findet man ihre Namen und die jeweiligen Amtszeiten auf der Skulptur.
Nachhaltigkeits - Bänkle
Diese Bank steht an einem sehr beliebten Aussichtspunkt in Viktorsberg. Viele Besucher kommen vom Tal herauf und genießen hier den traumhaften Blick übers Vorderland bis in die Schweiz. Sogar einen Heiratsantrag soll es hier schon gegeben haben. Leider bleibt oft sehr viel Müll zurück. Viele kleine Blumen auf der Bank sollen den Wert der Natur symbolisieren. Daneben ist ein Müllkübel in einem großen Würfel platziert. Dieser soll die Besucher an eine saubere Umgebung erinnern. Die Rückseite der Bank kann als Gästebuch genutzt werden. Es ist ein Edding Stift angebracht, mit dem sich jeder Besucher verewigen kann.
Butzebrunnen - Bänkle
Diese Bank steht im Bölsweg. Kurz bevor der Weg steil bergauf geht soll sie zu einer Pause einladen. Sie erzählt die „Butzebrunnen Sage“. Auch hier finden wir wieder Blumen auf der Rückenlehne die sich bis zur Sitzfläche ziehen. Dieses Mal sind sie ganz in Blau gehalten um die Verbindung Wasser herzustellen. Neben der Bank steht eine Skulptur in Form eines Brunnentrogs.
"Die Butzebrunnen Sage"
Wenn früher ein Bursche sein Mädchen am Abend sehen wollte, konnte er es nicht einfach irgendwo treffen, sondern er mußte es im Elternhaus besuchen.
Er ging zu ihm „uf d`Stubat“. Eines Abends hatten sich wieder einige Burschen in einem Haus am Unterberg zur „Stubat“ versammelt. Unter ihnen saß einer, der ein bißchen einfältig war und den die anderen gerne hänselten.
Diesmal spottete einer der Burschen: „Du hast bestimmt nicht den Mut, die vierhundert Schritte hinunter zum Brunnen zu gehen und einen Eimer Wasser zu holen. Dort haust nämlich ein Butz, der dich erschreckt und dir nachläuft, dich einholt und packt und…“
Da platzte dem armen ewig Gehänselten der Kragen: „Red nicht“, schrie er den anderen an, „ich werd dir schon zeigen, was ich mich traue.“
So schnell sprang er auf und stürmte zur Tür hinaus, daß den anderen keine Zeit mehr zum Lachen blieb. „Schnell“, rief einer von ihnen, „einer von uns muss sich als Gespenst verkleiden und dem Einfaltspinsel am Brunnen auflauern.“ So packte einer hurtig einen leeren Kartoffelsack und eilte zum Brunnen. Inzwischen hatte sich der Verspottete einen Eimer geschnappt und auch eine Axt. Diesmal sollten sie nicht über ihn lachen können. Er war aufs äußerste bereit, seine Furchtlosigkeit unter Beweis zu stellen. Beim Brunnen kam ihm das „Kartoffelsackgespenst“ entgegen.
Ohne lange zu zögern, ließ der Bursche den Eimer fallen und schlug mit der Axt auf den vermeintlichen Butz ein, bis er reglos liegenblieb. Die anderen Burschen kamen zu spät. Der „Butz“ war tot. So nahm dieser Streich ein trauriges Ende.