"Natur im Garten"-Tipp: Herbstputz im Naturgarten
„HERBSTPUTZ“ IM NATURGARTEN
Diese Arbeiten sind entbehrlich
Wer kennt das nicht? Eine althergebrachte Weisheit besagt: „Vor dem Winter gehört der Garten noch ordentlich aufgeräumt.“ Mit größter Geduld wird jedes einzelne Laubblatt zusammengerecht, das abgeerntete Gemüsebeet noch kräftig und tief umgestochen oder Staudenbeete eifrig bis zum Boden zurückgeschnitten. Dieser gärtnerische Herbstputz dient jedoch mehr unserem Ordnungssinn und weniger der Natur. Gerade im Herbst können einige Gartenarbeiten entspannt vernachlässigt werden.
Staudenbeete als Nahrungsquelle und Winterquartier für Nützlinge: Verdorrte Stängel und Blätter bieten zahleichen Insekten ein Winterquartier. Verbliebene Fruchtstände locken mit ihren Samen Vögel in den Garten und bereichern deren Speiseplan. Zudem schmücken Stauden den Garten im Winter mit wundervollen Rauhreif-Impressionen. Geschnitten werden Stauden daher erst kurz vor dem Austrieb im zeitigen Frühling.
Laub – ein wertvoller Rohstoff: Herbstlaub ist kein Abfall, sondern ein wichtiger Rohstoff und sollte unbedingt im Garten bleiben. Als Mulchmaterial unter Sträuchern, Stauden oder im Gemüsebeet fördert es den Humusaufbau. Laub ist ein natürlicher Dünger aber auch gleichzeitig ein wertvoller Unterschlupf für viele Tiere. Vor allem Igel freuen sich über Laubhaufen, die sie gerne als Winterquartier nutzen. Rasen- und Wiesenflächen sollten von Laub freigehalten werden. Überschüssiges Laub am besten unter Hecken oder Sträucher geben, bzw. direkt neben dem Kompost sammeln, wo es ganzjährig als „trockener“ Zusatz für den Kompost verwendet werden kann.
Auf das Umstechen kann verzichtet werden – dem Rücken und dem Bodenleben zuliebe: Statt den Boden und somit das ganze Bodenleben durch das mühsame Umstechen auf den Kopf zu stellen, sollten die Beete im Herbst nur etwas gelockert und gemulcht werden. Der Anbau von Gründüngungspflanzen, wie z.B. Spinat, Gelbsenf, Ringelblume oder Phacelia sorgt ebenfalls für einen lockeren, gesunden Boden. Je nach Art kann diese noch bis September auf die abgeernteten Beete gesät werden. Verzichten Sie jedenfalls auf herbstliche Düngegaben im Gemüsebeet. Denn die Nährstoffe werden nun großteils vom Regen ausgewaschen und gelangen letztlich ins Grundwasser.
Im Herbst geht es im Naturgarten vor allem um die Arbeiten, die wir besser nicht machen sollten. Greifen Sie daher lieber zur Tasse Tee als zum Spaten, zur Zeitung als zum Laubsauger und genießen Sie die letzten kräftigen Sonnenstunden vor dem Winter – zu ihrer Freude aber auch zur Freude der Natur.
Informationen unter www.naturimgarten.at oder beim „Natur im Garten“ Telefon +43 (0)2742/74 333 oder gartentelefon@naturimgarten.at.