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Burg Eggenburg – Bergfried
Burggasse 16
Die Burg Eggenburg wird 1126 erstmals erwähnt. Sie wurde vermutlich im späten 11. Jahrhundert errichtet und war ein wichtiger Bestandteil der Stadtbefestigung. Die Herren von Eggenburg, wahrscheinlich Nachfahren der Kuenringer, waren Ministeriale der Babenberger. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Burg mehrmals den Besitzer und wurde mehrfach belagert und erobert. Im 15. Jahrhundert war die Burg oft von böhmischen und ungarischen Truppen bedroht. Mit der zunehmenden Türkengefahr zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurden die Wehranlagen der Burg modernisiert. Im 17. Jahrhundert verlor die Burg jedoch an militärischer Bedeutung und wurde 1623 an den Jesuitenorden verkauft. Ein verheerender Stadtbrand im Jahr 1808 zerstörte die Burg weitgehend. 1878 erwarb die Familie Seitz das Areal und ließ den Bergfried restaurieren. Der Bergfried der Burg Eggenburg wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Mit seiner quadratischen Grundfläche von etwa 10 Metern Seitenlänge und einer Höhe von 19 Metern war er ein zentrales Verteidigungselement.
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Bürgerhaus am Hauptplatz &
Ehemaliges Schlachthaus
Hauptplatz 4
Das Wohnhaus ist ein historisches Gebäude, das in der sogenannten Winterzeile des Hauptplatzes liegt. Sein Kern stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrfach erweitert und umgebaut. Es war einst das Wohnhaus von Leopold Apfelthaler, der von 1894 bis 1904 Bürgermeister von Eggenburg war. Es spielte somit eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen und politischen Leben der Stadt. Von 1945 bis 1988 war das Gebäude Standort des Metzgereibetriebs der Familie Neugebauer. Nach dem Ende des Betriebs blieb das Haus in Familienbesitz und wurde für verschiedene Zwecke genutzt. Heute befindet sich in der einstigen Fleischerei ein Fachhandelsgeschäft für Gesundheit und Balance. Der Rest des Gebäudes wird derzeit zu Wohnungen und Büros umgebaut, was seine kontinuierliche Nutzung und Anpassung an moderne Bedürfnisse zeigt.
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MÖFA – ehemalige Möbelfabrik
Museumgasse 6
Das ehemalige Fabrikareal in Eggenburg hat eine reiche Geschichte, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich als Wohnhaus von Josef Wimmer, dem damaligen Bürgermeister von Eggenburg, erbaut, wurde es 1893 von Anton Degen erworben, der hier eine Feigenkaffeefabrik errichtete. Ab 1919 beherbergte das Areal die „MÖFA“, die Möbelfabrik der jüdischen Familie Altbach. Nach der Vertreibung der Familie im Jahr 1938 und der Restitution nach dem Krieg wechselte die Nutzung des Gebäudes mehrfach. In den 1950er-Jahren verkaufte die Familie Altbach die Fabrik, und das Gebäude ging in den Besitz der Stadtgemeinde Eggenburg über. Es diente unter anderem als Jugendzentrum und als Standort für die KFZ-Berufsschule. Von 1980 bis 2008 war es die Heimat des „Ersten Österreichischen Motorrad- und Technikmuseums Eggenburg“, das sich schnell einen Namen machte. Nach der Schließung und Übersiedlung des Museums Ende 2009 wird das Areal seit 2015 als Lager und Schaudepot der Mineraliensammlung des Krahuletz-Museums genutzt.
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Alte Post
Grätzl 3
Das Gebäude, das 1931 anstelle eines älteren errichtet wurde und von vornherein als Postfiliale und Wohnhaus konzipiert war, steht im Herzen des Hauptplatzes von Eggenburg und ist Teil des historischen Komplexes, der als „Grätzl“ bekannt ist. Dieser Komplex wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut und stellte eine Art Stadterweiterung nach innen dar. Zu einer Zeit, als man sich nur innerhalb der schützenden Stadtmauern sicher fühlen konnte, bot das Grätzl eine Lösung für den Mangel an freiem Bauland. Die Gendarmerie bzw. Polizei der Stadt Eggenburg war ebenfalls lange Zeit in diesem Gebäude untergebracht, was seine Bedeutung als zentraler Ort der Gemeinde unterstrich. Nach Auszug der Exekutive befand sich bis 2022 das Eltern-Kind-Zentrum in diesen Räumlichkeiten. Seit September 2020 stand die ehemalige Postfiliale leer, bis sie schließlich 2024 verkauft wurde. Das Gebäude, reich an Geschichte und vielfältiger Nutzung, bleibt ein bedeutendes Zeugnis der städtischen Entwicklung und Gemeinschaft in Eggenburg.
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Bürgerspital – ehemaliges Stadtarchiv
Bürgerspitalgasse 2
Das Bürgerspital in Eggenburg wurde als Versorgungsanstalt für arme und alte Menschen im 13. Jahrhundert gegründet. Ursprünglich außerhalb der Stadtmauern erbaut, wurde es nach der Zerstörung durch die Hussiten 1428 und die Belagerung durch Matthias Corvinus 1486 innerhalb der Stadtmauern neu errichtet. Die Gebäude spiegeln den traditionellen Stil der Region und die Bauweise des 16. Jahrhunderts wider. Das Spital entwickelte sich zu einer wichtigen wirtschaftlichen Einheit mit eigenem Grundbesitz und Einkünften aus Landwirtschaft und Weinbau. Die Insassen des Spitals lebten von den Erträgen der Spitalwirtschaft und erhielten regelmäßige Mahlzeiten und Kleidung. Die geistliche Betreuung spielte eine wichtige Rolle im Alltag, und regelmäßige Gottesdienste waren Teil des Lebens im Spital. Zudem wurden die Insassen in die täglichen Arbeiten einbezogen, soweit es ihre Gesundheit zuließ. Seit 2002 ist das Ziegelsteinmuseum im Erdgeschoss des hinteren Hofgebäudes beheimatet. Darüber war bis vor wenigen das Stadtarchiv von Eggenburg untergebracht.
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Wohnhaus Burggasse
Burggasse 8
In der malerischen Burggasse 8 in Eggenburg steht ein Haus, das nicht nur durch seine historische Architektur besticht, sondern auch durch die Geschichten, die seine Mauern erzählen. Dieses Gebäude war einst das Zuhause von Johann Evangelist Zelebor, einem Naturforscher und Zoologen des 19. Jahrhunderts. Eine Tafel am Haus erinnert heute an ihn. Johann Zelebor wurde am 5. Februar 1815 in Eggenburg geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und begann, sich autodidaktisch ein umfangreiches Wissen über die Natur anzueignen. Zelebor erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er sich ganz der Zoologie widmete. Seine Fähigkeiten als Präparator und Sammler führten ihn schließlich an das k.k. zoologische Naturalienkabinett in Wien, dem heutigen Naturhistorischen Museum. Bekannt wurde er durch seine Teilnahme an der Novara-Expedition, einer Weltumsegelung der österreichischen Marine von 1857 bis 1859. Auf dieser Reise sammelte und präparierte er zahlreiche Tiere und Pflanzen, was ihm große Anerkennung einbrachte.
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