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Rudersdorfer Kirche

In vielen Kirchen begegnen wir den vier Evangelisten in symbolischen Abbildungen als Mensch, Löwe, Stier und Adler. Sie gehen zurück auf Visionen aus dem Buch des Propheten Ezechiel:
„Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer. 5 Und mitten darin war etwas wie vier Wesen; die waren anzusehen wie Menschen. 10 Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren.“– (Ez 1,4–10)
Das Buch der Offenbarung nimmt dieses Bild wieder auf.
Der Kirchenvater Irenäus ordnet die vier Figuren den Evangelisten zu, was dann die bestimmende Interpretation wird: Die Symbole entsprechen den Anfängen des Evangeliums und ihrem inhaltlichen Schwerpunkt. Hieronymus begründet es später dann so:
„Die erste Gestalt, die eines Menschen, deutet hin auf Matthäus, der wie über einen Menschen zu schreiben beginnt: „Buch der Abstammung Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“, die zweite Gestalt deutet hin auf Markus, bei dem die Stimme eines brüllenden Löwen in der Wüste hörbar wird: „Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht eben seine Pfade“; die dritte Gestalt eines Stierkalbs deutet hin auf jene, die der Evangelist Lukas vom Priester Zacharias zu Beginn verwenden lässt; die vierte Gestalt deutet hin auf den Evangelisten Johannes, der, weil er Schwingen eines Adlers erhält und so zu Höherem eilen kann, das Wort Gottes erörtert.“
Diese vier Figuren sind in von Mag. Art. Alois Köchl in Ferndorf sehr unterschiedlich gestaltet worden::
Matthäus: Eine rote Frauengestalt aus Beton steht da, die beide Hände Kindern entgegenstreckt. Der Kopf ist reduziert, das Rückgrat besonders ausgeprägt, da dieser Mensch den Stammbaum vieler trägt. Auf der Säule daneben steht die Inschrift: „Siehe, ich bin bei auch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Leider ist die Frauenfigur gerade nicht zu sehen.
Markus: Der Löwe besteht aus blauen Neonröhren. Die Schrift darunter lautet ephobounto gar – Griechisch für „Denn sie fürchteten sich“ – nämlich die Frauen am Ostermorgen, die den Jüngern erst einmal nicht vom leeren Grab erzählen.
Lukas: Ein aus Eisen geschmiedeter Stier, wie ihn Stierkämpfer zu Übungszwecken verwenden, steht für den Evangelisten Lukas. Die Inschrift erinnert uns an den Weg der Jünger nach Emmaus, wo sie dem auferstandenen Jesus begegnen und ihn bitten: „Herr, bleibe bei uns.“
Johannes wird dargestellt von einem auf einer Säule thronenden Adler aus Aluguss, der zum Flug ansetzt. Auf der Säule finden wir zwei Inschriften. Auf der einen Seite die Zurückweisung Jesu durch Jesus, als sie ihn umarmen will: „Noli me tangere – Rühr mich nicht an!“ Und auf der anderen Seite der Ausruf des ungläubigen Thomas: Mein Herr und mein Gott!