Sabina Kelz – eine Schulleiterin
„Man hört die Frau Kelz will in Rente gehen, holladio. Des kann ja net sein, des is a Versehen, holladio. Dafür is sie doch no viel zu jung, holladio…“
So lautet die erste Strophe des Gstanzls, mit dem die Schüler*innen der Mittelschule St. Georgen ihre geschätzte Direktorin in die Pension verabschiedet haben. Obwohl wir im Kollegium wussten, dass der Tag, an dem Sabina Kelz „ihr Zepter übergibt“, irgendwann kommen würde, erschien uns der Zeitpunkt zu früh und wir hätten sie gern überredet zu bleiben.
Trotz der vielfältigen und herausfordernden Aufgaben, die sie als Schulleiterin zu bewältigen hatte, fanden wir Lehrer*innen immer ein offenes Ohr für unsere Ideen und Anliegen bei Sabina. Selbst in hektischen Momenten hat sie stets Ruhe bewahrt und ihren Humor nicht verloren. Mit ihrer gelassenen, wertschätzenden Art und ihrem freundlichen Umgangston war sie uns immer ein Vorbild. Beim Auftauchen von Hindernissen reagierte sie mit Herz und Hirn und zeigte sich lösungsorientiert. Dadurch konnte sie manch kritische Situationen entschärfen.
Das Wohl der Kinder war ihr größtes Anliegen und hatte oberste Priorität. Unsere Schüler*innen werden sie als empathische, strukturierte und geradlinige Person in Erinnerung behalten. Neben der Vermittlung von Wissen war ihr die Herzensbildung besonders wichtig. Die Mädchen und Burschen konnten in der Schulfamilie ein respektvolles Miteinander lernen.
Ihr wohlwollendes und herzliches Wesen fand auch bei den Eltern unserer Schützlinge großen Anklang und sie wussten ihre Kinder bei Sabina Kelz in guter Hand.
Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte ihre Geselligkeit. Gefeiert wurde immer gern und sie hat uns mit Köstlichkeiten verwöhnt: ein mit Liebe zubereitetes Weihnachtsessen für das gesamte Kollegium, die Einladung zu einer Grillfeier bei sich zu Hause oder eine gute Jause. Auch auf diese Weise erfuhren wir ihre Großzügigkeit.
Doch ganz konnte sie dem Schulleben nicht den Rücken kehren: Nachdem sie den Chef(innen)sessel geräumt hat, wechselte sie zu den Schulassistenzen und unterstützt einmal pro Woche die Kinder beim Lernen.
Liebe Sabina! Wir freuen uns für dich, dass du nun diesen neuen Lebensabschnitt genießen kannst, aber jeden Dienstag erwarten wir dich gern und sind froh, dich weiterhin für wenigstens einen Tag in der Woche in unserer Mitte zu haben.
Wir danken dir von Herzen für dein Wohlwollen, dein Verständnis und deine Hilfsbereitschaft. Wir werden in deinem Sinne weiterhin unser Bestes geben.
„Wir wünschen Ihnen Gesundheit und Glück, holladio. Wenn’s fad wird daham, kommen’s wieder zurück, holladio. Wir werden sie vermissen, tagein und tagaus – holladio und jetzt für Sie ein Applaus.“
Alle Menschen lassen ein wenig von sich selbst zurück, wenn sie weggehen.
David Rochford
Dein Team der MS St. Georgen an der Stiefing