Steirische Grenze blüht auf
Bunter Willkommensgruß an Steiermarks Straßen!
Beim Überqueren des kleinen Grenzübergangs Langegg wird man von einem wahren Blumenmeer begrüßt. Blühende Straßenränder und Verkehrsinseln begleiten die Fahrt. Im Rahmen des Projekts „AKTION STRASSEN.BUNT“ – einer Zusammenarbeit des Straßenerhaltungsdienstes mit dem Verein Blühen&Summen – werden ganz im Zeichen der Artenvielfalt Flächen ökologisch aufgewertet.
Es ist die Woche der Artenvielfalt, in der die Natur und ih
re Geschöpfe in den Mittelpunkt gerückt werden und das Bewusstsein für Biodiversität gestärkt wird. Gerade Straßen mit ihrem „Straßenbegleitgrün“ leisten aufgrund ihres linearen Netzwerkes und der Außer-Nutzung-Stellung dieser Flächen einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Mit dem initiierten Projekt werden Steiermark weit geeignete Flächen ausgewählt, auf denen mit Hilfe artenreicher Begrünungen wieder mehr Natur einziehen darf.
Straßenbegleitflächen verfügen allein in der Steiermark über viele Millionen Quadratmeter Fläche und bieten enormes Potenzial für naturnahe Bepflanzungen. Artenreiche Grünflächen entlang von Straßen können als Rückzugs- und Teillebensräume für Insekten und andere Tierarten wichtige Funktionen übernehmen. Die Bedeutung dieser Flächen wird aufgrund der immer intensiver werdenden Landnutzung sowie der Auswirkungen des Klimawandels künftig noch weiter zunehmen.
Verkehrslandesrätin Claudia Holzer begrüßt das Projekt: „Mit der ‚Aktion.Straßen.Bunt‘ schaffen wir entlang unserer Straßen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Verschönerung unseres Landschaftsbildes. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz, Artenvielfalt und moderne Straßeninfrastruktur Hand in Hand gehen können. Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten und den Mitarbeitern des Straßenerhaltungsdienstes für ihren engagierten Einsatz und Christine Podlipnig für ihr Engagement.“
Jürgen Pojer von der Regionalleitung Leibnitz freut sich über die Zusammenarbeit: Der Straßenerhaltungsdienst leistet durch die Bepflanzung von Grünflächen mit Blumenwiesen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt wertvoller Pflanzenarten. Flächen, die nicht für den Verkehr genutzt werden, können so nachhaltig bewirtschaftet werden und gleichzeitig als Lebensraum für Insekten dienen. Darüber hinaus tragen diese Maßnahmen zur optischen Aufwertung des Gesamtbildes der Landesstraßen bei.
Ökologische Aufwertung von Auswahlflächen
In das Projekt sind alle sieben Regionalleitungen des Straßenerhaltungsdienstes (STED) eingebunden, um im Vorfeld definierte Begleitflächen in artenreiches Grünland umzuwandeln. So werden neue Blühflächen und Wiesen durch Einsaat angelegt. Auf diesen speziellen Flächen soll durch die langfristige Umstellung der Pflegemaßnahmen mehr Vielfalt entstehen. Bisher intensiv gepflegte Flächen – gemulcht beziehungsweise geschlegelt – werden künftig extensiv gepflegt. Durch eine ein- bis zweimalige Mahd und den Abtrag des Mähgutes wird der Nährstoffeintrag reduziert. Dieses „Abmagern“ ermöglicht es Wiesenkräutern und Blühpflanzen, sich wieder anzusiedeln und zu gedeihen. Daraus resultiert ein erweitertes Angebot an nektar- und pollenreichen Futterpflanzen für Insekten. Gerade die große Gruppe der Insekten bildet die Grundlage im Nahrungskreislauf für Vögel, Reptilien und andere Tierarten.
So wie Straßen Städte, Dörfer und damit uns Menschen verbinden, sollen Straßenbegleitflächen auch größere Biotope und Lebensräume vernetzen und einer Verinselung von Habitaten entgegenwirken.
„Wildblumenwiesen sind biologisch von großer Bedeutung da sie zahlreichen Insekten wie Bienen und Schmetterlingen Nahrung und Lebensraum bieten. Gleichzeitig fördern sie die Artenvielfalt und tragen zum ökologischen Gleichgewicht bei. Auch in den Regionen Feldbach, Gleisdorf, Bruck an der Mur und Liezen stehen derzeit zahlreiche Flächen in voller Blüte. Unser gemeinsames Ziel ist die Etablierung dieser artenreichen Grünlandflächen“, so Christine Podlipnig von Blühen&Summen.
Straßenmeistereien machen mit
Ein weiterer wichtiger Punkt, der zum Erhalt dieser Blühflächen beiträgt, ist die Wissensvermittlung – denn man schützt nur, was man kennt. Mittels Vorträgen und praktischen Workshops, wie sogenannten „Flower Walks“, wird den Mitarbeitern des Straßenerhaltungsdienstes vor Ort vermittelt, welche Vielfalt heimischer Pflanzenarten an unseren Straßen vorkommt und warum diese für die Tierwelt so wertvoll ist.
Straßennahe Bereiche werden aus Gründen der Verkehrssicherheit weiterhin als Intensivflächen gepflegt, auch Entwässerungsgräben bleiben durchgängig erhalten. Ausgewählte Bereiche sollen im Zuge der Aktion jedoch als Extensivflächen eine Umstellung in der Pflege erfahren. Daher sind die Einbindung und das Verständnis der Mitarbeiter der Straßenmeistereien ein wesentlicher Bestandteil des Projekts.
Zusammenarbeit mit Synergieeffekt
Partner des Projekts ist der Verein Blühen&Summen, der sich auf die Schaffung und Etablierung artenreicher Grünflächen wie Wildblumenwiesen spezialisiert hat. Durch die bereits langjährige Zusammenarbeit des Vereins mit steirischen Gemeinden ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte – insbesondere dort, wo Straßenbegleitflächen des Landes auf jene der Gemeinden treffen.
So auch in der Gemeinde Leutschach. Bürgermeister Erich Plasch zeigt sich überzeugt: „Ein blühender Grenzübergang symbolisiert Offenheit, Zusammenhalt und neues Leben. Wo früher Grenzen trennten, entstehen heute Begegnungen, Austausch und gemeinsames Wachstum über Länder und Kulturen hinweg.“