Tabakanbau
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Frastanz eine bäuerlich ausgerichtete Gemeinde, aus der alljährlich Handwerksburschen auf Arbeitssuche ins benachbarte Ausland, vor allem in die Schweiz, nach Süddeutschland und ins Elsass aufbrachen. Wahrscheinlich waren es solche Saisonarbeiter, die am Ende des 17. Jahrhunderts die ersten Tabakpflanzen aus dem Elsass nach Frastanz brachten. Der Tabakanbau, der außer in den Nenzinger Nachbarparzellen Motten und Mariex sonst in keiner anderen Vorarlberger Gemeinde anzutreffen war, wurde bald schon zu einem wichtigen Erwerbszweig in Frastanz. Während noch 1811 im Dorf 290 Zentner Tabak geerntet wurden, setzte 1828 die Einführung des Tabakmonopols durch die österreichischen Behörden dem weiteren Anbau ein jähes Ende. Nur einmal noch, im Revolutionsjahr 1848, flackerte der Widerstand der Frastanzer Bauern gegen die Reglementierung von oben auf. Die Finanzer, die den Tabakanbau kontrollieren wollten, wurden von einer aufgebrachten Menge kurzerhand aus dem Dorf vertrieben. Die verstärkte Einquartierung von Militärtruppen in Frastanz war die staatliche Antwort auf die Unruhen.