Trinkwasserinspektion Winkl 2024
Die Trinkwasseruntersuchungen 2024 in der Wassergenossenschaft Winkl sind abgeschlossen! Sie haben sich auf mehrere Termine während des Jahres verteilt und betreffen sowohl die Analyse der Wasserqualität als auch die Inspektion der Anlagenteile.
Die Untersuchungen erfolgten durch Sachverständige, die Analysen wurden im Wasserlabor der Salzburg AG durchgeführt.
Das Ergebnis:
Wir haben bestes Trinkwasser, die Anlagen bleiben ohne Beanstandung und erfüllen alle behördlichen Auflagen!
Auszug aus dem Inspektionsbericht:
Analysewerte
Die Ergebnisse der Wasseranalyse beziehen sich ausschließlich auf den Versorgungskreis der WG Winkl:
Warum brauchen wir überhaupt Analysen und Grenzwerte?
Die Bewertung verschiedener Parameter dient einerseits dem Schutz der Gesundheit der Menschen, die das Wasser verwenden, andererseits dem Schutz der Bauteile, die mit dem Wasser in Berührung kommen. So sind etwa Sulfat- und pH-Wert Indikatoren, die bei zu hohem Gehalt im Trinkwasser bewirken, dass es korrosiv wirkt, d.h. Metallteile angreift.
Oder etwa Calciumcarbonat, das nicht nur den Knochen- und Zahnaufbau des Menschen fördert, sondern auch für die Blutgerinnung und somit für Muskel, Herz und Gehirn wesentlich ist. Deshalb sollte Kalk nicht grundsätzlich dem Wasser entzogen werden. Es ist aber andererseits schädlich für Rohrleitungen, Armaturen, Boiler, usw. Kalk kann zur Korrosion führen.
Was bedeuten diese Werte?
Wassertemperatur
Die Temperatur sollte das ganze Jahr möglichst gleichbleibend sein. Sprunghafte Änderungen können beispielsweise ein Hinweis auf Eintrag von Oberflächenwasser oder auf zu geringen Wasseraustausch sein.
elektrische Leitfähigkeit (20°)
Die Leitfähigkeit im Trinkwasser ist durch die Konzentration der Hauptelektrolyte (wie Kalzium, Magnesium, Hydrogencarbonat, Natrium, Chlorid etc.) bestimmt und wird in µS (=Mikrosiemens) gemessen. Je mehr dieser Salze im Wasser gelöst sind, desto höher ist die elektrische Leitfähigkeit. Je nach Herkunft des Wasser bewegen sich die Werte für die Leitfähigkeit im Bereich von 100 - 2000 µS/cm (20°C).
Zum Beispiel hat frisches Regenwasser eine Leitfähigkeit von ca. 30-50 µS/cm, Grundwässer können geologisch bedingt durchaus Leitfähigkeiten von 1000 - 2000 µS/cm aufweisen.
Aus der Leitfähigkeit kann abgeleitet werden, dass eine bestimmte Menge gelöster Stoffe im Wasser vorhanden ist.
Mit 410 µS bleibt unser Wasser weit unter dem erlaubten Grenzwert von 2.500 µS.
pH-Wert
Der pH-Wert ist ein Maß für die Konzentration an freien Wasserstoffionen. Meist bewegt sich der pH-Wert bei Trinkwasser im neutralen bis schwach alkalischen Bereich (pH 7,0 bis 8,5).
Der pH-Wert eines Wassers ist also eine wichtige Kenngröße, die unter anderem bei der Werkstoffwahl eine große Rolle spielt (Korrosion). So ist im Lebensmittelbuch Codex B1 Trinkwasser die Empfehlung angegeben, dass unter einem pH-Wert von 7,0 kein Kupfer im Trinkwasser-Leitungsbau verwendet werden soll. Bei einem pH-Wert < 7,5 soll kein verzinkter Stahl als Leitungsmaterial eingesetzt werden.
Unser Winkler Wasser hat einen pH-Wert von 7,5 und ist damit neutral.
gelöster Sauerstoff
Gelöster Sauerstoff ist ein Maß für die Menge an gasförmigem Sauerstoff, die in Wasser enthalten ist. Gesundes Wasser, in dem Leben möglich ist, muss gelösten Sauerstoff enthalten.
Gelöster Sauerstoff gelangt wie folgt in das Wasser:
► direkte Absorption aus der Atmosphäre.
► schnelle Bewegung durch Wind, Wellen, Strömungen oder mechanische Belüftung
► Fotosynthese durch Wasserpflanzen
Im Trinkwasser ist der Sauerstoff in erster Linie für die Schutzschichtbildung an der Innenwand metallischer Rohrleitungen von Bedeutung (günstig sind Sauerstoffgehalte von 6 - 8 mg/l).
Ammonium
Ammonium tritt als Abbauprodukt von organischen Substanzen auf (auch in Jauche, Mist, etc.) und ist somit ein Verschmutzungsindikator in hygienischer Hinsicht. Es sollte im Trinkwasser - wie bei unserem Wasser - nicht vorhanden sein.
Calcium und Magnesium
Kalzium und Magnesium, die so genannten "Härtebildner", sind in allen natürlichen Wässern enthalten. Die beiden Elemente sind chemisch ähnlich (Erdalkalimetalle), wobei im Trinkwasser die Konzentration von Kalzium in der Regel deutlich höher ist als die des Magnesiums. Beide Elemente werden bei der Grundwasserbildung aus dem Boden gelöst, beispielsweise findet sich Kalzium in Gesteinen wie Kalk, Marmor, Kreide und Dolomit.
Im menschlichen Körper ist Kalzium vor allem in Knochen und Zähnen gespeichert und verleiht ihnen Stabilität und Festigkeit. Kalzium ist zudem für eine normale Muskel- und Nervenfunktion essentiell und auch an der Aktivierung einiger Enzyme und Hormone beteiligt. Auch Magnesium ist als Mineralstoff für die Nervenfunktion und Muskelbewegung lebensnotwendig.
Natrium
Natrium findet sich in allen natürlichen Wässern. Ein hoher Natriumgehalt kann Hinweis auf die Versalzung aus Straßenabläufen sein und hat insofern eine umwelthygienische Bedeutung.
Natrium kommt vor allem als Natriumchlorid (Speisesalz) im Meerwasser und in Salzlagerstätten und als Soda (Natriumkarbonat) vor. Große biologische Bedeutung besitzt Natrium als Mineralstoff bei der Regulation des menschlichen Wasserhaushaltes, des Erregungsverhalten von Muskeln (besonders des Herzmuskels) und der Nerven.
Kalium
Kalium findet sich meist bis zu 5 mg/l in allen natürlichen Wässern. Ein erhöhter Kaliumgehalt ist in der Regel ein Hinweis für eine Verunreinigung durch Abwasser oder Düngung.
Aluminium
Aluminium ist ein Schwermetall und kommt in der Natur vor. Durch Verwitterung von Mineralien und Gesteinen wird es freigesetzt. Dadurch gelangt es auch ins Grundwasser und damit in den Wasserkreislauf.
Aluminium wird zudem Düngemitteln zugesetzt und gelangt auch auf diesem Wege in die Böden und ins Wasser. Zudem kann Aluminium aus der Trinkwasseraufbereitung selbst stammen, wo Aluminiumsulfat als Flockungsmittel eingesetzt wird, um feine Partikel aus dem Wasser zu entfernen.
In der Trinkwasserverordnung ist für Aluminium ein Grenzwert von 0,2 mg pro Liter festgelegt.
Eisen und Mangan
Eisen und Mangan haben ähnliche Eigenschaften und sind grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich. Zur Neubildung von Blut wird Eisen sogar benötigt.
Eisen- und Manganverbindungen sind im Allgemeinen nur in Spuren enthalten. Höhere Konzentrationen an Eisen können in Tiefenwässern auftreten oder aufgrund von Korrosionsvorgängen in der Wasserversorgungsanlage.
Silicium
Silizium ist in vielen Mineralien enthalten, aus denen es durch Verwitterungsprozesse gelöst werden kann. Alle natürlich vorhandenen Formen von Silizium, Sand und Silikate, sind ungiftig. Im Trinkwasser ist normalerweise vor allem Kieselsäure vorhanden, die jedoch als unbedenklich gilt.
Chlorid
Chlorid ist ein natürlicher Wasserinhaltsstoff und beeinflusst in niedrigen Konzentrationen den Geschmack des Wassers positiv. Erhöhte Werte können geogen bedingt sein (z. B. in der Umgebung von Salzlagerstätten) oder aber auf kommunale oder industrielle Abwassereinflüsse hinweisen. Auch bei Einträgen von Straßenabwässern (Salzstreuung) können erhöhte Chloridwerte auftreten, die sich negativ auf den Geschmack und die Korrosion von metallischen Wasserleitungen auswirken können.
Der Chloridgehalt ist mit 4 mg/l in unserem Wasser äußerst gering, zulässig wären 200 mg/l.
Fluorid
Fluorid fördert die Zahngesundheit und beugt in geringen Mengen (0,05 mg/kg Körpergewicht) der Bildung von Karies vor.
In sehr hohen Dosen ist Fluorid giftig. Es treten unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Der Grenzwert (Parameterwert) für Fluorid beträgt gemäß Trinkwasserverordnung 1,5 mg/l.
Nitrat
Nitrat ist ein Abbauprodukt von biologischen Materialien und kommt in Böden und Gewässern in geringen, natürlichen Konzentrationen vor. Höhere Nitratgehalte sind in der Regel ein Hinweis auf landwirtschaftliche Einflüsse (intensive oder unsachgemäße Düngung) sowie lokale Verunreinigungsquellen wie z. B. undichte Senkgruben und Kanäle.
Sulfat
Sulfate (SO4) kommen in der Natur häufig vor und stammen meist aus gipshaltigen Gesteinsschichten, Salzlagerstätten und Mooren. In unbeeinflussten Grundwässern treten Sulfatwerte im Bereich von wenigen Milligramm pro Liter bis zu 50 mg/l auf. Ein erhöhter Sulfatgehalt kann geologisch bedingt sein (Gipswässer), aber auch auf Verunreinigungen mit Jauche, Stallmist, Fäkalien oder Deponiesickerwässer zurückzuführen sein. Wässer mit hohem Gehalt an Magnesiumsulfat können abführende Wirkung haben, in technischer Hinsicht können hohe Sulfatgehalte Beton angreifen.
TOC (total organic carbon)
Der gesamte organische Kohlenstoff oder TOC (engl.: total organic carbon) ist ein Summenparameter in der Wasseranalytik und spiegelt die Belastung des Wassers mit organischen Stoffen wider.
Dabei wird die Konzentration des gesamten organisch gebundenen Kohlenstoffs im Wasser bestimmt. Saubere Wässer weisen einen TOC-Gehalt von max. 1–2 mg/l auf.
Da es sich um einen Summenparameter handelt, ist die Methode nicht zur Identifizierung einzelner organischer Komponenten geeignet. TOC wird meist in Flüssigkeiten bestimmt, wo es als repräsentativer Index für die Wasserqualität dient, kann aber auch in Feststoffen gemessen werden.
Mit nur 0,47 mg/l TOC gilt das Schafbergwasser als äußerst sauber.
Koloniebildende Einheiten bei 22°C
Bei der Koloniezahlbestimmung wird 1 ml Wasserprobe auf ein Nährmedium (Nahrungsquelle für Mikroorganismen) aufgebracht und in einem Brutschrank eine bestimmte Zeit bebrütet. Die im Wasser vorhandenen vermehrungsfähigen Mikroorganismen bilden dabei Kolonien, die dann ausgezählt werden.
Fäkale Verunreinigungen
Fäkale Verunreinigungen (Verunreinigungen des Wassers mit Abwasser, Gülle, Jauche, Abschwemmungen von der Oberfläche etc.) stellen eine häufige und akute Gefährdung für die menschliche Gesundheit dar.
Zu den Fäkalbakterien zählen coliforme Bakterien, Escherichia coli und Enterokokken, für die in der Trinkwasser-VO jeweils Grenzwerte von 0 in je 100 ml Wasser festgelegt sind.
Im Trinkwasser der WG Winkl konnten keine Fäkalbakterien nachgewiesen werden.