Umleitungen, die uns weiterbringen
Was eine Baustelle über Selbstführung und Selbstfürsorge verrät
In meiner Heimatgemeinde gibt es seit Monaten immer wieder Umleitungen. Mal ist die Hauptstraße gesperrt, mal ein Seitenweg. Manche ärgern sich, manche nehmen es hin - und manche entdecken neue Wege, die sie vorher nie gefahren sind.
Was auf den ersten Blick nach Verkehrschaos aussieht, ist für mich zu einem Sinnbild geworden: für Selbstführung, für Selbstfürsorge - und für die Kunst, Umwege nicht nur zu akzeptieren, sondern als Einladung zu sehen.
Umleitung als Realität - mehr als nur Verkehrsführung
Wenn wir von „Umleitung“ sprechen, denken viele zuerst an Baustellen, Absperrbänder und gelbe Schilder. In meiner Gemeinde gehören sie zum Alltag.
Die gewohnten Wege sind unterbrochen, Routinen gestört. Für manche ist das ein Ärgernis. Für andere Routine. Und für einige - eine stille Einladung.
Und genau das ist auch im Leben oft der Fall.
Denn eine Umleitung ist nicht nur eine technische Maßnahme. Sie ist ein Eingriff in Gewohnheit. Sie sagt: „So wie bisher geht es gerade nicht.“ Und genau das passiert auch in unserem Inneren, wenn wir erschöpft sind, wenn etwas nicht mehr funktioniert, wenn wir merken: Ich brauche eine neue Route.
Wir planen, wir funktionieren, wir haben unsere Routinen - bis etwas dazwischenkommt.
Eine Krankheit. Eine Krise. Eine Erschöpfung. Oder einfach ein leises Gefühl: „So geht es nicht mehr.“
Warum Umleitungen uns herausfordern
Psychologisch betrachtet fordert jede Umleitung unsere Aufmerksamkeit heraus. Sie unterbricht den Autopiloten, zwingt uns zur Neuorientierung.
Unser Gehirn liebt Muster, Vorhersehbarkeit. – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Effizienz., weil sie Energie sparen. Jede Umleitung zwingt uns, Energie neu zu verteilen. Das kann irritieren - oder aktivieren. Denn genau hier beginnt Selbstführung: im Moment der bewussten Umorientierung.
Eine Umleitung - ob auf der Straße oder im Leben - bedeutet:
• Mehr Aufmerksamkeit
• Mehr Entscheidungskraft
• Mehr Unsicherheit
Das kann Stress auslösen.
Aber es kann auch Wachstum ermöglichen.
Wenn wir innehalten, statt reflexhaft weiterzufahren, entsteht ein Raum für Wahl. Für viele ist das ungewohnt - aber genau darin liegt die Chance: aus dem Autopiloten auszusteigen und sich selbst neu zu begegnen.
Denn in dem Moment, in dem wir gezwungen sind, einen neuen Weg zu wählen, öffnen sich Räume:
• für neue Perspektiven
• für bewusste Entscheidungen
• für Selbstführung
Selbstführung heißt: bewusst wählen
Ich erinnere mich an einen Herbstmorgen. Ich war spät dran, wollte schnell zur Arbeit. Doch die Straße war gesperrt. Ich musste einen Umweg fahren - durch ein kleines Waldstück, das ich sonst nie nutze. Zuerst war ich genervt. Dann wurde ich langsamer.
Dann sah ich den Nebel zwischen den Bäumen.
Dann spürte ich: Ich atme anders. Ich bin da.
Diese Umleitung hat mich nicht nur entschleunigt. Sie hat mich erinnert:
• Ich kann wählen, wie ich reagiere.
• Ich kann aus einem Hindernis einen Moment machen.
• Ich kann aus einem Umweg eine Einladung gestalten.
Selbstführung bedeutet für mich: • den Autopiloten zu unterbrechen • bewusst zu reagieren statt impulsiv • neue Wege nicht nur zu fahren, sondern zu gestalten
Selbstfürsorge heißt auch: Umwege erlauben
Viele Menschen verbinden Selbstfürsorge mit Pausen, Rückzug oder Wellness. Und ja - das gehört ebenso dazu.
Doch sie beginnt meist viel früher - im Moment, in dem wir merken: „Ich kann nicht mehr so weitermachen.“
Selbstfürsorge ist:
• sich selbst nicht zu verurteilen, wenn der direkte Weg versperrt ist
• sich erlauben, langsamer zu sein
• sich selbst freundlich zu begleiten, auch wenn man Umwege geht
Die Umleitung in meiner Gemeinde hat mich - und auch andere - gelehrt:
♡ Nicht jeder Umweg ist ein Rückschritt.
♡ Manche führen zu neuen Aussichten.
♡ Manche zeigen uns, was wir übersehen haben.
♡ Manche bringen uns zurück zu uns selbst.
„Ich dachte, ich sei gescheitert - bis ich merkte, dass mein Umweg mich zu mir selbst geführt hat.“
Solche Rückmeldungen berühren mich tief. Sie zeigen: Selbstfürsorge beginnt oft nicht mit Wellness, sondern mit Ehrlichkeit. Mit dem Mut, sich selbst nicht zu verurteilen, wenn der direkte Weg versperrt ist. Mit der Erlaubnis, Umwege nicht nur zu gehen - sondern sie als Teil des eigenen Weges zu würdigen.
⏱️ Die 3-Sekunden-Pause - ein Mikro-Umweg mit großer Wirkung
Manchmal braucht es nicht einmal eine Baustelle, um innezuhalten. Manchmal reichen drei Sekunden.
Drei Sekunden, die alles verändern können. Ich nutze sie täglich - nicht als Methode, sondern als Einladung. Ich nutze sie nicht nur morgens, sondern auch in Gesprächen, in kreativen Prozessen, in Momenten der Überforderung.
Manchmal reicht ein inneres „Stopp“, bevor ich antworte. Manchmal beginne ich einen Text erst nach dieser Pause. Sie ist wie ein Türrahmen - ich trete hindurch, vom Reagieren ins Gestalten. Zurück in den Moment. Zurück zu mir.
• Ein Atemzug.
• Ein inneres „Stopp“.
• Ein stiller Raum, in dem ich mich erinnere: Ich habe eine Wahl.
Was in diesen drei Sekunden geschieht:
☆ Der Autopilot hält inne.
☆ Die Emotionen finden Ruhe.
☆ Die innere Stimme wird hörbar.
Anleitung:
•Trigger wahrnehmen
Wenn alles auf einmal kommt. Ein voller Kalender. Ein schnelles Gespräch, das nachwirkt. Ein Gedanke, der drückt. Spür den Moment, in dem du merkst: Jetzt wäre eine Pause hilfreich.
• Innehalten
Nicht sofort reagieren. Nicht bewerten. Einfach stoppen.
• Atmen
Ein tiefer Atemzug. Spür, wie dein Körper sich beruhigt.
• Erinnern
Frag dich: „Wie möchte ich jetzt reagieren?“ „Was dient mir - und was nicht?“
• Handeln
Erst jetzt. Mit Klarheit. Mit Wahl.
Diese kleine Pause hat mich gelehrt, nicht nur zu reagieren - sondern bewusst zu wählen: Innehalten. Atmen. Erinnern. Entscheiden.
Diese kleine Pause verändert die Qualität des Moments.
Sie macht aus Reaktion Verbindung. Aus Druck Klarheit. Aus Funktionieren ein echtes Sein. Sie ist Selbstfürsorge in Echtzeit.
☆ Mein Impuls für dich
Wenn du das nächste Mal vor einer inneren oder äußeren Umleitung stehst, frage dich:
• Was will mir dieser Umweg zeigen?
• Wo darf ich langsamer werden?
• Was entdecke ich, wenn ich nicht kämpfe, sondern folge?
Denn manchmal ist die gesperrte Straße kein Hindernis - sondern eine Einladung, dich neu zu orientieren. Und manchmal reichen drei Sekunden, um dich selbst wieder zu spüren.
Die Umleitungen in meinem Leben haben mich gelehrt:
Manche Umwege sind keine Umwege - sondern neue Wege, die vorher nicht sichtbar waren.. Manche führen zu neuen Aussichten.
Manche zeigen uns, was wir übersehen haben.
Manche bringen uns zurück zu uns selbst.
Selbstführung heißt nicht, alles im Griff zu haben.
Sondern: sich selbst zu begleiten – auch wenn der Weg unklar ist.
Im Alltag kann das bedeuten:
• eine Pause einbauen, bevor man antwortet
• bewusst entscheiden, was heute wirklich zählt
• sich selbst erlauben, nicht perfekt zu funktionieren
Es sind oft die kleinen Momente, in denen Selbstführung spürbar wird: beim Nein-Sagen, beim Innehalten, beim liebevollen Blick auf sich selbst.
Fazit:
Umleitungen sind Teil des Lebens
Ob auf der Straße oder im Inneren - Umleitungen sind keine Fehler.
☆ Sie sind Hinweise.
☆ Sie sind Übergänge.
☆ Sie sind manchmal genau das, was wir brauchen, um uns selbst wieder zu begegnen.
Deine Perspektive interessiert mich
Welche Umleitung hat dich zuletzt überrascht?
Was hast du dabei über dich gelernt?
Du stehst gerade selbst vor einer inneren Umleitung?
Dann nimm dir einen Moment. Atme. Spür hin. Und frag dich:
Welcher neue Weg will sich zeigen?
👉 Teile deine Gedanken in den Kommentaren - ich freue mich auf deine Perspektive.
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Manchmal beginnt echte Selbstführung mit einem einfachen:
„Ich bin bereit, mich neu auszurichten.“
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Siegrid