Vektorkrankheiten - Klein. Unscheinbar. Und doch bedeutsam.
***Hier handelt es sich um eine Diplomarbeit von Jasmina della Schiava und Licia Lampert der HAK Spittal in Kooperation mit der KLAR! Nockregion.***
Vektorkrankheiten sind Infektionskrankheiten, bei denen die Krankheitserreger durch Vektoren wie zB. Mücken, Gelsen, Zecken und Fliegen auf einen Menschen oder ein anderes Tier übertragen werden.
Warum nehmen sie zu?
01 Klimawandel
Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung und Vermehrung der Vektoren beispielsweise durch steigende Temperaturen, welche ihre Fortpflanzung beschleunigen und die Aktivitätsperiode verlängert.
02 Globalisierung
Durch die Globalisierung können neue Arten in neue Regionen transportiert werden und sich bei passenden Umweltbedingungen dauerhaft niederlassen.
03 Veränderte Ökosysteme
Veränderte Ökosysteme beispielsweise durch Urbanisierung - Ausweitung städtischer Gebiete - tragen dazu bei, dass natürliche Feinde verschwinden.
Wichtige Vektoren
Die Asiatische Tigermücke ist bereits in allen Bundesländern Österreichs zu finden und überträgt unter anderem das Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber und Zika-Virus.
Die Japanische Buschmücke ist ebenfalls in ganz Österreich vertreten, ist aber kälteresistenter und robuster und überträgt das West-Nil-Fieber, Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber und Zika-Virus.
Der Gemeine Holzbock macht rund 95% der Zeckenfauna in Österreich aus, ist auf einer Höhe von bis zu 2000m vorzufinden und überträgt FSME und Borreliose.
Kärnten ist vor allem betroffen von FSME, Borreliose und dem West-Nil-Fieber.
Wie kann man sich schützen?
gegen Zecken:
lange Kleidung tragen
hohes Gras & Dickicht meiden
Zeckenschutzspray verwenden
FSME-Impfung möglich
gegen Mücken:
Regentonne abdecken
Wasseransammlungen vermeiden
Insektenschutzgitter für Türen und Fenster
Der Anstieg von Vektorkrankheiten betrifft nicht nur die Gesundheit, sondern hat auch erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus.
WIRTSCHAFT
Entgeltfortzahlungen (Arbeitgeber zahlt Entgelt während eines Krankenstandes weiter)
Entgeltfortzahlungen, welche die österreichischen Unternehmen aufgrund von vektorbedingten Krankenständen im Jahr 2023 leisten mussten, beliefen sich auf eine Höhe von ungefähr € 92.395.502,--.
Produktivitätsverluste
Fallen wichtige Mitarbeiter/innen, die bereits lange im Unternehmen arbeiten und spezifisches Know-how haben, aus, so leiden vor allem Klein- und Mittelunternehmen & Industriebetriebe. Zur Verringerung von Produktivitätsverlusten entstehen zusätzliche Kosten für Überstunden anderer Mitarbeiter oder für Ersatzkräfte.
Selbstständige haben die Möglichkeit, sich mit einer BUF-Versicherung gegen eine Arbeitsunfähigkeit abzusichern.
LANDWIRTSCHAFT
Blauzungenkrankheit
Landwirtschaftliche Betriebe können von vektorbasierten Krankheiten, wie der Blauzungenkrankheit, betroffen sein. Dabei ergeben sich Kosten, welche durch infizierte Tiere entstehen. Diese ergaben in Österreich im Jahr 2025 (bis zur 43. Kalenderwoche) eine Summe von ca. € 291.343,67.
TOURISMUS
Weiters ist der Tourismus von der Verbreitung der Vektorkrankheiten betroffen. Einerseits sinkt - durch die Abnahme der Attraktivität eines Reiseziels - das Einkommen und andererseits müssen Flughäfen strenger überwacht werden.
Was Können Betriebe machen?
Unternehmen können für ihre Mitarbeiter/innen betriebliche FSME-Schutzimpfungen zur Verfügung stellen. Zudem sind allgemeine Schulungen und Aufklärungen empfehlenswert.
Für Betriebe, in denen die Mitarbeiter/innen einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sollten Insektenschutzmittel und entsprechende Arbeitskleidung bereitgestellt werden.
Darüber hinaus sollten sie oben genannten Maßnahmen beachtet werden.