W3-Shuttle Pfarr-Werfen-Weng und Bischofshofen
1999: Erstes Anrufsammeltaxi-System in Österreich.
2025: Bischofshofen bekommt mit dem W3-Shuttle ein neues Ortsteilangebot
Entwickelt als Letzte-Meile-ÖV zwischen Bahnhof Bischofshofen als Verkehrsknotenpunkt und der Tourismusgemeinde Werfenweng: damit war das Werfenweng-Shuttle ein wesentlicher Baustein des Konzeptes Sanfte Mobilität - Autofreier Tourismus. Im ersten Betriebsjahr wurden 5.500 Fahrgäste mit Kleinbussen befördert.
Aufgrund der starken Nachfrage auch in den Nachbargemeinden Pfarrwerfen und Werfen wurde das Angebot auf die beiden Gemeindegebiete ausgeweitet. Im Jahr 2017 wurde daher der Fahrplan um 3 weitere Linien auf insgesamt 4 Linien ergänzt und in W3-Shuttle umbenannt - das W3 steht dabei für die drei „Werfner“ Gemeinden Werfenweng, Pfarrwerfen und Werfen.
Im Dezember 2025 wird das Shuttle aufgrund der hohen Nachfrage nochmals weiterentwickelt: ab 15. Dezember ist das W3-Shuttle in der Stadtgemeinde Bischofshofen ein wichtiges Mobilitätsangebot für die Ortsteile Stegfeld, Grasslau, Buchberg und Kreuzberg und verbindet diese Ortsteile mit dem Bahnhof Bischofshofen sowie dem Ärztezentrum in der Salzburger Straße.
Zuletzt fand im Herbst 2024 eine EU-weite Ausschreibung des Mikro-ÖV-Angebots statt, das Vergabeverfahren wurde vom Regionalverband Pongau im Auftrag der Gemeinden durchgeführt.
Wesentliche Veränderungen zum „alten“ System gibt es z. B. durch den Einsatz neuer Fahrzeuge. Das W3-Shuttle wird daher seit Dezember 2024 zu 100 % mit HVO-Treibstoffen betrieben.
Darüber hinaus bietet der Einsatz unterschiedlicher Fahrzeuggrößen eine größtmögliche Flexibilität für die Fahrgäste. Je nach Nachfrage und Bedarf werden unterschiedliche Fahrzeuge eingesetzt: vom klassischen 8-Sitzer, der das Rückgrat des Angebots darstellt hin zu Allradfahrzeugen, die auch mit Rollstuhlrampen ausgestattet und dadurch für Menschen mit Beeinträchtigungen zugänglich sind. Wenn die Nachfrage besonders groß ist, kommen Linienbusse zum Einsatz.
In den letzten Jahren hat sich das W3-Shuttle mehr als positiv entwickelt, was die Beförderungszahlen betrifft: Im Jahr 2020 wurden insgesamt 29.802 Fahrgäste mit 8-Sitzer-Fahrzeugen befördert. Bis Ende 2024 konnten die Beförderungen auf 52.350 nahezu verdoppelt werden. Rund 10 % der Fahrten werden von Urlaubsgästen gemacht, etwa 40 % der Fahrgäste nutzen das Klimaticket Salzburg oder Österreich als Fahrtnachweis. Mehr als 30 % der Fahrgäste besitzen eine Salzburger Netzkarte für
Schüler*innen, die SUPER s’COOL-CARD. Das Beweist, dass auch Jugendliche ein Mikro-ÖV-Angebot nachfragen.
Die Besonderheit des W3-Shuttles ist jedoch, dass nicht die Fahrgäste zum ÖV - also zur Haltestelle - kommen müssen, sondern das Shuttle zum Fahrgast kommt: Der Fahrgast wird von der Haus- oder Hoteltüre abgeholt oder hingebracht. Im Bediengebiet werden sog. „Zielpunkte“ angefahren, z. B. Bahnhaltestellen oder Bahnhöfe, aber auch Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten wie die Eisriesenwelt oder die Festung Hohenwerfen. Die Grundlage des Fahrtangebots ist ein Fahrplan im 2-Stunden-Takt, der mancherorts sogar auf einen Stundentakt verdichtet wird. Die Zuganschlüsse an den Bahnhöfen werden garantiert.
Ein gutes Angebot bedeutet hohe Kosten
Das Budget für das W3-Shuttle beträgt im Jahr 2025 insgesamt 600.000 Euro. Die Hauptlast der Finanzierung wird von den Gemeinden Werfenweng, Werfen, Pfarrwerfen und Bischofshofen getragen, zu rund 20 % tragen alle Pongauer Gemeinden im Rahmen der solidarischen Finanzierung im Pongau-Takt bei. Einen wichtigen Beitrag leistet auch das Land Salzburg mit der Mikro-ÖV-Förderung.