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Wasser ist (unser) Leben

Kleine Geschichte der Trinkwasserversorgung in Winkl

"Die größten Schreier müssten auch die größte Verantwortung tragen". So steht es im Protokoll der Gründungsversammlung der Wassergenossenschaft Winkl vom 30. September 1956. Mit diesen Worten appellierte der damalige Ldtg.Abg. Sepp Eisl, Buchbergbauer, an die Eigenverantwortung der Leute, nachdem sich niemand (!) in den Ausschuss wählen lassen wollte.

Das große Problem bestand darin, dass die Siedlungshäuser in Winkl zu wenig Wasser aus der eigenen Wasserleitung hatten. Die Versorgung erfolgte von 2 kleinen Quellen am Buchberg, die zwar nie versiegten, aber zu wenig Wasser bereithielten. Der Unmut der Winkler Bevölkerung war, insbesondere bei längerer Trockenheit, entsprechend groß.

Der Impuls zur Beseitigung des Übels kam von Sepp Eisl: Er bot an, sich um Förderungen zum Bau einer Wasserversorgungsanlage zu kümmern. Allerdings wäre das nur möglich, wenn eine Wasserversorgung für den ganzen Ortsteil Winkl errichtet werden würde.

Die Idee gewann an Schwung, es wurde die Bevölkerung aktiviert, entsprechende Zustimmungen zu dem Projekt eingeholt und sogar ein Baumeister von der Landesregierung beigestellt - als erster Meilenstein konnte noch im Dezember 1955 eine neue Quellenfassung errichtet werden.

Am 30. September 1956 kam es schließlich zur "gründenden Interessenversammlung der Wasserwerkgenossenschaft Winkl". Den Worten folgten Taten, und es wurde auch Verantwortung übernommen: Josef Haas sen. als erster Obmann, Johann Ellmauer sen. als

Kassier und Schriftführer, Johann Eisl und Josef Ellmauer als Ausschussmitglieder sowie Josef Rieger als Kassenrevisor bildeten den Gründungs-Ausschuss der WG Winkl.

Nach dem Tod des ersten Obmanns Josef Haas sen. im Jahr 1960 übernahm dessen Sohn Josef Haas jun. die Stelle des Obmanns.

51 Jahre lang sollte Josef Haas nun an der Spitze der WG Winkl stehen und zum Urgestein der genossenschaftlichen Winkler Wasserversorgung avancieren: Wie kein anderer prägte er die Trinkwasserversorgung in Winkl, kein Tropfen dieser kostbaren Flüssigkeit entging seinem wachsamen Auge. Mit seinem enormen Engagement, Einsatz und fachlichem Detailwissen wurde die WG Winkl zu einem verlässlichen, kompetenten und modernen Wasserversorger. Unter seiner Leitung wurden Visionen Wirklichkeit, es entstanden neue Quellfassungen, Hochbehälter, Gegenbehälter, Tiefbrunnen, Leitungen, Unterbrecherschächte und Stromleitungen. Selbst bei größter Trockenheit war das Aussterben von Wasserträgern in Winkl besiegelt.

Den eingeschlagenen Weg führte von 2011 bis 2023 Gregor Seeleitner als Obmann mit den Funktionären der WG Winkl in bewährter Weise weiter: Erhalt und Ausbau der modernen Wasserversorgungsanlagen, konsequente Qualitätskontrollen und Umsetzung innovativer Ideen.

Im März 2023 übernimmt Martin Jevsinek als neuer Obmann die Geschicke der WG Winkl. Ein erfahrener Installations- und Energietechniker, der sich bereits in seiner Antrittsrede den neuen Herausforderungen der sich verändernden klimatischen Bedingungen stellen möchte.

Alles mit dem Ziel, die Unabhängigkeit der Winkler Wasserversorgung sicherzustellen und die Winkler Bevölkerung ausreichend mit dem "Gold vom Schafberg" versorgen zu können: reines, klares und frisches Quellwasser!

Und damals wie heute gilt: Trinkwasser trifft jeden einzelnen von uns auch in seiner ureigenen Verantwortung. Der sorgsame Umgang mit dem kostbaren Lebensquell, das Interesse an einer stabilen, unabhängigen und eigenständigen Wasserversorgung sollte jedem ein Anliegen sein.

Denn jeder Tropfen, der aus der Leitung fließt, bedeutet: Wasser ist (unser) Leben!

Georg Strasser (Schriftführer)