Weihnachtspredigt Krippenfeier Pfarrkirche
Liebe Mitfeiernde,
heute feiern wir Weihnachten, ein Fest der Freude, ein Fest des Friedens, ein Fest der Liebe. Und doch wissen wir: Für viele Menschen sind die letzten Jahre und Monate von Unsicherheiten und Ängsten geprägt. Wie aktuell sind deshalb die Worte der Engel, die einst in der Heiligen Nacht über die Felder von Bethlehem erklangen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Retter geboren!“ (Lukas 2,10-11).
Fürchtet euch nicht! – Eine Botschaft der Hoffnung
Diese Botschaft, „Fürchtet euch nicht“, ist ein Geschenk Gottes für uns alle. Die Hirten, die draußen in der Kälte auf den Feldern wachen, sind überrascht, ja, erschrocken über das, was sie sehen und hören. Doch der Engel nimmt ihnen die Furcht und gibt ihnen etwas viel Kostbareres als nur Trost: Er gibt ihnen Hoffnung. Er sagt ihnen, dass die Dunkelheit der Welt nicht das letzte Wort hat, dass mitten in einer kalten, dunklen Nacht Licht gekommen ist – das Licht Christi.
Dieses „Fürchtet euch nicht“ gilt auch heute noch, in unserer Welt, in der wir täglich Herausforderungen und Sorgen begegnen. Es ist eine Einladung an uns alle, Gott zu vertrauen, der mit uns geht, selbst wenn uns die Wege ungewiss erscheinen.
Große Freude, die allem Volk widerfahren wird
Die Engel verkünden nicht nur, dass die Angst weichen darf, sondern dass wir auch Grund zur Freude haben. „Große Freude, die allem Volk widerfahren wird“ – was für eine gewaltige Zusage! Jesus Christus, das Kind in der Krippe, ist das Geschenk Gottes an alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Stand oder Vergangenheit. Die Botschaft der Engel umfasst die ganze Welt; sie richtet sich an uns, die hier in diesem Raum versammelt sind, und sie richtet sich an jede einzelne Seele auf der Erde.
Diese Freude ist eine Freude, die weit über bloßes Glück hinausgeht. Sie ist eine Freude, die tief geht und auch dann noch besteht, wenn uns das Leben herausfordert. Sie ist die Freude darüber, dass wir nicht allein sind, dass Gott an unserer Seite ist und sich in Jesus Christus auf uns eingelassen hat. Gott wird Mensch, um uns Menschen ganz nahe zu sein. Er ist unser Retter, unser Helfer und unser Tröster.
Der Retter und Helfer ist gekommen – für jeden von uns
Jesus Christus kommt als Retter und Helfer, um unsere Not zu lindern. Er kommt in eine Welt, die genauso sehr wie heute auf Hoffnung, Liebe und Frieden wartet. Er ist gekommen, um uns zu zeigen, dass Gott sich nicht fern von unserem Leid und unseren Sorgen hält. Vielmehr ist er bereit, Teil unseres Lebens zu sein, auch in den Tiefen, auch in den dunklen Stunden.
Wenn wir in Not sind, wenn uns Zweifel plagen, dürfen wir zu Jesus kommen. Er ist der Helfer, der uns versteht, weil er selbst Leid und Entbehrung erfahren hat. In seiner Gegenwart dürfen wir unsere Sorgen ablegen und darauf vertrauen, dass er mit uns geht und uns durch unsere Schwierigkeiten hindurch trägt.
Gott ist für alle Menschen da
Schließlich dürfen wir uns daran erinnern, dass die Weihnachtsbotschaft für alle Menschen gilt. Gottes Liebe kennt keine Grenzen. Jesus kam nicht nur für die Starken und Erfolgreichen, sondern besonders für die Schwachen, für die Verlorenen, für die, die sich selbst nicht mehr weiterhelfen können. Gott ist ein Gott der ganzen Welt, der jeden von uns liebt und annimmt, unabhängig davon, wer wir sind oder was wir getan haben.
Es liegt an uns, diese Liebe weiterzutragen. Weihnachten ist nicht nur ein Fest, das wir feiern, sondern eine Botschaft, die wir leben können. Indem wir anderen Menschen in Liebe und Mitgefühl begegnen, indem wir uns für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, können wir das Licht, das damals in Bethlehem auf die Erde kam, auch heute in unserer Welt leuchten lassen.
Geschätzte Mitfeiernde, lasst uns heute das „Fürchtet euch nicht“ der Engel tief in unser Herz aufnehmen. Lasst uns die Freude, die der Retter uns schenkt, dankbar annehmen und sie in unseren Alltag tragen. Weihnachten ist die Einladung Gottes an uns alle, uns ihm anzuvertrauen und die Gewissheit zu haben, dass wir nie allein sind. In dieser Gewissheit dürfen wir leben, und diese Freude dürfen wir mit anderen teilen.
Möge der Friede und die Freude des Herrn euch und eure Familien segnen – heute und alle Tage. Amen.
von Franz Summerer