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Ein Baustellenbild zeigt ein weißes Gebäudeelement, das von einem Kran in Position gehoben wird. Ein Mann in einem weißen T-Shirt steht auf einer Leiter und beaufsichtigt den Vorgang. Im Hintergrund sind Bäume und ein Holzstapel zu sehen.

Wie der Yogaraum Laßnitzhöhe entstanden ist

Der Lotus hat seine Wurzeln im Schlamm. So ist es auch mit vielen Dingen im Leben. Etwas Schönes und Gutes hat seinen Ursprung oft in schwierigen Situationen, denn gerade dann haben wir die Motivation, etwas zu ändern.

So war es auch mit dem Yogaraum. Am Anfang stand eine berufliche Krise. Ein hoher Stresspegel, strukturelle Veränderungen, die meine Arbeitsbedingungen verschlechterten und ein angespanntes Verhältnis mit Vorgesetzten. Das alles setzte mir psychisch sehr zu. Mir war klar: Wenn ich nichts verändere, werde ich krank.

Also stellte ich mir die Frage: Wie sieht ein Leben „danach“ aus, wenn ich meinen aktuellen Job nicht mehr mache? Was will das Leben noch durch mich verwirklichen? Wenn ich diese Frage tief in mein Herz fallen ließ, stiegen immer wieder ähnliche Bilder auf: Ich bin selbstständig. Ich arbeite zu Hause. Ich habe einen schönen Gruppenraum zur Verfügung. Ich habe keine Chefin mehr über mir, aber Kolleginnen. Ich lebe mit Gleichgesinnten zusammen. Und ich führe soziale Arbeit und Spiritualität, die beiden Flügel, die mich durchs Leben tragen, stärker zusammen.

Diese Bilder schreckten mich zunächst. Denn ich wollte ja sofort etwas verändern. Und um das zu erreichen, würde ich Jahre brauchen. Das war klar. Es schien mir viel zu groß. Ich hatte nichts von all dem. Und ich wusste nicht einmal, wo ich anfangen sollte.

Ich versuchte einige Male, eine Abkürzung zu nehmen und mich für andere Jobs zu bewerben. Doch das war nicht das, was ich wirklich wollte. Deshalb konnte es auch nicht funktionieren. Zum Glück nicht.

Monatelang war ich hin und hergerissen zwischen verschiedenen Plänen und Ideen. Ich träumte von einem Retreathaus in den Bergen und schaute mir schon Objekte auf willhaben an, konnte mir aber kaum vorstellen, eines zu kaufen. Gleichzeitig spitzte sich meine Arbeitssituation noch mehr zu.

Es dauerte ca. 14 Monate, bis sich der Nebel in meinem Geist lichtete und ich sehen konnte, wo der Weg weiterging. Wenn ich mir die Frage stellte, was ich jetzt am liebsten tun würde, kam die Antwort: Mich in Theorie und Praxis mit Yoga zu beschäftigen. Also machte ich eine Yogalehrerausbildung. Damit hatte ich etwas Positives, worauf ich mich konzentrieren konnte, so dass ich geistig nicht mehr die ganze Zeit mit meiner unbefriedigenden Arbeitssituation beschäftigt war.

Die Yogalehrerausbildung fand in einem Haus am Wechsel statt. Das war so ähnlich wie das Retreathaus, von dem ich träumte. Und dort wurde ich ernüchtert. Heizen im Juli? Nur mit dem Auto erreichbar? Keine Infrastruktur in der Nähe? Wollte ich das wirklich?

Als ich begann, meine ersten Yogakurse zu geben, machte ich dann die Erfahrung, dass der eine Kurs, den ich in Laßnitzhöhe begonnen hatte, besser lief als meine vier Kurse in Graz. Und mein erster Versuch, Retreats anzubieten, schlug völlig fehl. Also warum nicht in Laßnitzhöhe bleiben? Hier wohnte ich ja gerne. Und ich konnte mir alles nebenbei aufbauen.

Der Entschluss, unser Haus auszubauen, um einen Yogaraum und noch zwei Zimmer für eine Wohngemeinschaft zu schaffen, war sicherlich ein mutiger Schritt. Denn da war viel Geld in die Hand zu nehmen, ohne dass ich wusste, ob das Projekt auch so laufen würde, wie ich mir das vorstellte. Aber es war mein Herzensprojekt. Es drängte mich einfach dazu, es umzusetzen, auch wenn es mir irrational erschien. Realisierbar war es allerdings nur, weil auch mein Mann diese Entscheidung mitgetragen hat.

In der Planungsphase waren dann noch einige Hürden zu nehmen. Allein die Entscheidung, wo und wie wir anbauen wollten, reifte ein Dreivierteljahr. Als wir schon fast fertige Pläne hatten, machte das Ausmutungsergebnis einer Radiästhetin wieder alles zunichte. Und dann kamen noch die Auflagen der Baubehörde.

Der Bau selbst ging dann schneller als die Planung. Und der Yogaraum wurde genau so, wie ich ihn mir ausgemalt hatte. Wunderschön, mit einer sehr guten Energie. Fast jeder, der hereinkommt, sagt: „Ah, was für ein schöner Raum!“

Ich verbringe hier sehr viel Zeit. Mit Yoga und Meditation. Und mit dem Halten meiner eigenen Kurse. Ich genieße es, hier zu sein. Und wenn er auch von anderen Kursleiterinnen und Kursleitern oder von Mitbewohnern genutzt wird, freut mich das sehr.