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Wissenswertes zum Thema Blut

WISSENSWERTES ZUM THEMA BLUT: UNSER BLUTKREISLAUF

Der Blutkreislauf ist das größte Transportsystem unseres Körpers. Das Blut bringt Nährstoffe, die über den Darm ins Blut gelangen, und Sauerstoff aus den Lungen zu den Körperzellen, die beides in Energie umwandeln. Gleichzeitig ist es die Müllabfuhr der Zellen und transportiert Abfallstoffe entweder zu den Lungen, wo sie als Kohlendioxid (CO2) ausgeatmet werden, oder zu den Nieren, wo sie mit dem Harn ausgeschieden werden.

Das Blut enthält auch die „chemischen Kuriere“ des Körpers: Hormone, die etwa Wachstum und Entwicklung lenken. Nicht zuletzt regelt der Blutkreislauf die Körpertemperatur, indem er Wärme aus der Körpermitte nach außen, zu Armen und Beinen, trägt.

Bei diesen vielfältigen Aufgaben ist klar: Blut ist überlebenswichtig. Es kann nicht künstlich hergestellt werden, daher sind Blutspenden von freiwilligen Spender_innen notwendig. Die Beschaffung ist dabei eine komplexe Sache: Blutkonserven sind maximal 42 Tage haltbar. „Auf Lager“ Spenden entgegenzunehmen ist daher keine Option.

Zahlen, Daten, Fakten zum Blutkreislauf

  • 5-7 Liter Blut fließen durch unseren Körper

  • 2.000-mal pro Tag fließt das Blut durch den Körper

  • 8.600 Liter Blut bewegt das Herz an einem Tag durch unseren Körper

  • 1/3 Blutverlust reicht aus, damit wir auf Spenderblut angewiesen sind

  • 20 Sekunden braucht das Blut, um bei körperlicher Anstrengung durch den ganzen Körper zu fließen – im Ruhezustand eine Minute

  • 96.000 km wäre die Strecke, wenn man alle Blutgefäße eines Menschen aneinanderreiht, das ist der 2,5-fache Erdumfang

DIE BLUT­GRUPPEN

Jeder Mensch gehört einer beson­deren, ererbten Blut­gruppe an. Für die Trans­fu­si­ons­me­dizin wichtig ist das AB0-Blut­grup­pen­system, das in den Jahren 1901 und 1902 vom öster­rei­chi­schen Arzt und Nobel­preis­träger Karl Land­steiner und seinen Schü­lern Deca­s­tello und Sturli entdeckt wurde. Man unter­scheidet dabei vier Blut­gruppen: 0, A, B und AB. Die Häufig­keit der Blut­gruppen inner­halb der öster­rei­chi­schen Bevöl­ke­rung ist sehr unter­schied­lich. Die seltenste Blut­gruppe ist AB negativ.

So sind die Blutgruppen in der österreichischen Bevölkerung verteilt

Bioche­mi­sche Merk­male auf der Ober­fläche der roten Blut­kör­per­chen und Anti­körper bestimmen, zu welcher Blut­gruppe ein Mensch gehört. Bei einer Blut­trans­fu­sion müssen sich die Blut­gruppen mitein­ander vertragen, sonst verklumpen die Blut­kör­per­chen. 

DER RHESUS(RH)-FAKTOR

Die Bezeich­nungen „positiv“ und „negativ“ beziehen sich auf weitere Merk­male von Blut­gruppen. Rh ist die Abkür­zung von Rhesus, dem Namen einer Affen­gat­tung, mit der eben­falls Karl Land­steiner und der Sero­loge Alex­ander Wiener expe­ri­men­tierten und mit dessen Hilfe Land­steiner 1940 die Rhesus­gruppen entdeckte. Im Serum von Klein­tieren, in die Land­steiner das Blut von Macacus-Rhesus­affen inji­zierte, wies der Wissen­schafter jene Stoffe nach, die auch bei 85 Prozent der Menschen die roten Blut­kör­per­chen verklumpen lassen. Menschen, die mit dem Serum positiv reagieren (84 Prozent), werden als Rhesus positiv, die rest­li­chen 16 Prozent als Rhesus negativ bezeichnet. Durch diese Entde­ckung wurde noch klarer, welche Menschen welches Spender:innen­blut erhalten dürfen. Beson­ders wichtig ist die Rh-Formel auch für die früh­zei­tige Erken­nung von Gefähr­dungs­si­tua­tionen des Kindes bei Schwan­geren.

UNSER BLUT: DAS STECKT IN EINEM BLUTSTROPFEN

Blut setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen:

  • der Blutflüssigkeit (= Blutplasma)

  • den festen Bestandteilen, den verschiedenen Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen).

Alle Blutzellen werden im Knochenmark gebildet. Darüber hinaus enthält Blut viele weitere kleine Teilchen, die jedes für sich eine für das Leben notwendige Funktion haben.

Blut kann nur vom Körper selbst gebildet werden und ist deshalb durch nichts zu ersetzen. Deshalb sind Blutspender:innen auch Lebensretter:innen. Wie Sie Blutspenden können, erfahren Sie hier.

49,5 % Wasser (Blutflüssigkeit oder Blutplasma) - Fast nur Wasser: das Blutplasma

1,09 % Fett, Zucker, Kochsalz

4,4 % Eiweiße (Proteine)

42,8 % rote Blutkörperchen (Erythrozyten) - Die meisten: rote Blutkörperchen

0,07 % weiße Blutkörperchen (Leukozyten) - Die Angreifer: weiße Blutkörperchen

2,14 % Blutplättchen (Thrombozyten) - Die Kleinsten: Blutplättchen