Woche der Demokratie: "Demokratie betrifft uns alle"
© burgenland.orf.at vom 22. Oktober 2025:
KÄMPFERIN FÜR DEMOKRATIE
Unter dem Motto „Demokratie betrifft uns alle“ finden in dieser Woche österreichweit rund 90 Veranstaltungen statt. Unter den Begründern dieser „Woche der Demokratie“ ist eine Burgenländerin: die aus Bildein stammende Eva Müllner. Die 66-Jährige ist seit ihrer Jugend politisch engagiert.
Die „Woche der Demokratie“ wird vom Bündnis 2025 koordiniert, einem Zusammenschluss von 30 kleinen Demokratie-Initiativen in ganz Österreich. „Wir möchten die Demokratie feiern“, erklärte Müllner. Es gebe momentan viele Tendenzen und Aussagen zur viel zitierten Politikverdrossenheit und man wolle dazu einen Kontrapunkt setzen. Die Organisatoren seien davon überrascht gewesen, wie viele Initiativen sich österreichweit gemeldet hätten.
Müllner: Können es nicht beim Motschgern belassen
Müllner selbst hatte vor der Nationalratswahl im Vorjahr die Initiative „betrifft Demokratie“ gegründet: „Weil uns allen klar geworden ist, wir können es nicht dabei belassen, am Wirtshaustisch zu sitzen und zu motschgern, es ist jetzt an der Zeit, irgendetwas zu tun.“ Man habe alle Politikerinnen und Politiker mit Briefen und E-Mails versorgt, in denen man darauf hingewiesen habe, was es bedeute, wenn populistische, rechtsextreme Kräfte in der Regierung seien.
Schon im Elternhaus mit Politik konfrontiert
Die studierte Soziologin hat sich immer politisch engagiert. Vor 40 Jahren war sie in der Hainburger Au mit dabei, bei den Protesten gegen den Bau eines Kraftwerks. Befeuert wurde ihr Interesse für Politik schon im Elternhaus, wobei ihr Vater ÖVP-Bürgermeister im tiefschwarzen Bildein war: „Es war wahnsinnig offen für politische Diskussionen, es wurden auch immer Freundinnen und Freunde von mir eingeladen und wir wurden wirklich wahnsinnig aktiv aufgefordert, ‚Was meint ihr dazu? Welche Meinung habt ihr dazu?‘. Es war sehr konfrontativ, das Ganze – das muss man schon sagen –, aber es war im Rahmen. Wir sind alle friedlich auseinander gegangen.“
Müllner: Viele nehmen Demokratie als selbstverständlich
Heute sei die liberale Demokratie auch in Österreich in einer Krise, sagte Müllner und verwies auf Wahl- und Umfragergebnisse. Interessant sei aber, dass man einie sehr große Zustimmung bekomme, wenn man die Bevölkerung in Österreich befrage, wie sie zur Demokratie stehe. „Ich glaube ganz einfach, die Leute nehmen das als viel zu selbstverständlich, was Demokratie ist und es hat nicht zu Folge ein Engagement oder es wirkt sich nicht in der Wahlzelle aus.“
Den Original-Artikel zum Nachlesen findet ihr unter https://burgenland.orf.at/stories/3326825/
TV-Beitrag: Burgenland Heute vom 22.10.2025