SK LL-resources Fürstenfeld
Verein
Beschreibung
Die Geschichte des Schachklub Fürstenfeld(Nach Erinnerungen von Ludwig Patheisky)Schach wird in Fürstenfeld schon sehr lange gespielt. Es gibt Mitteilungen von einem Klub, der schon in den 20-er und 30-er Jahren und auch noch während des Krieges existiert hat. Es sind auch Namen bekannt, an die sich aber heute kaum noch jemand erinnert. Aufzeichnungen darüber existieren nicht mehr. Nach dem Krieg habe ich im Jahre 1948 den Versuch gemacht, die Schachspieler wieder zu sammeln und für ein organisiertes Spielen zu gewinnen. Es geschah dies durch einen schriftlichen Aufruf in dem in der Hauptstraße befindlichen Schaukasten des Fußballvereins. Nachdem sich genügend Interessenten gemeldet hatten, wurde der Klub gegründet und ich zum ersten Obmann gewählt. Zusätzlich zu dem internen Spielbetrieb wurden auch Wettkämpfe mit Vereinen aus der Nachbarschaft durchgeführt. Eine organisierte Meisterschaft im heutigen Sinn kam aber erst nach und nach in gang. Leider kam dieser Klub dann nach 10 Jahren in eine Funktionärskrise. Zu viele wollten anschaffen. Viele Spieler gingen nach Gleisdorf, wo sie den Nachbarn verstärkten. Als dann später der Gleisdorfer Klub in einer ähnlichen Krise steckte, nahmen wir Spieler von dort bei uns auf und sie spielten einige Jahre bei uns. Unterlagen über diesen ersten Klub sind leider nur spärlich vorhanden.Im Jahre 1959 war es dann Reg.Rat Viktor Lattmanig, der den Fürstenfelder Klub wieder zusammenführte. Von diesem nun wieder erstarkten Klub, sind die Unterlagen fast bis zum Anfang zurück weitestgehend vorhanden. Die seinerzeit abgewanderten Spieler kehrten zurück und es entwickelte sich ein reges Klubleben. Ich selbst war auch wieder im Vorstand tätig und zwar anfangs und für lange Zeit als Spielleiter. Bald stellten sich Erfolge ein, wenn auch noch lange nicht nach heutigen Maßstäben. Die Anzahl der Vereine war damals noch geringer und auch die regionale Einteilung war anders. Es gab Spielkreise für die West-, Süd - und Oststeiermark, wo auch das südliche Burgenland angegliedert war. Fürstenfeld spielte mit mehreren Mannschaften und bald auch in der steirischen Landesliga, die damals aus je 5 Vereinen von Graz und aus der Provinz bestand. Wir zählten also zu den starken Provinzvereinen und das nicht nur in spielerischer Hinsicht, sondern auch organisatorisch, was sich zum Beispiel in der Durchführung der Landesmeisterschaft 1964 ausdrückte.Bald danach im Jahr 1965 verstarb leider Reg.Rat Viktor Lattmanig. Sein Nachfolger wurde Dr. Gerhard Michelitsch, der diese Funktion abwechselnd mit mir bis zu seinem Tod im Jahre 1976 inne hatte. Seither war ich ununterbrochen Obmann, bis ich im Jahre 1994 die Funktion aus Altersgründen zurücklegte. Der Klub hatte das Glück, daß er immer wieder engagierte Funktionäre hervorbrachte, die sich um den Spielbetrieb oder die Verwaltung bemühten. Sie alle aufzuzählen wäre lobenswert, ist aber schwierig. Darüber hinaus stellten sich Fürstenfelder Funktionäre aber auch für höhere Aufgaben zur Verfügung. Ich selbst bin seit über 30 Jahren und bis heute im Steirischen Landesverband tätig, zuerst einige Jahre als Kassier und dann bis jetzt als Vizepräsident. Darüber hinaus war ich zusätzlich auch noch 9 Jahre lang im österreichischen Schachbund als Kassier tätig und Franz Smeh war 14 Jahre lang Kassier des Steirischen Landesverbandes. Auch das ist eine Leistung des Fürstenfelder Schachklubs für die steirische und österreichische Schachbewegung, die nicht vergessen werden sollte. In der Folge gab es außer den laufenden Mannschaftsbewerben noch zahlreiche andere Schachaktivitäten, die nicht in Vergessenheit geraten sollten. Wir beteiligten uns an vielen Bewerben von anderen Vereinen und waren dort - auch wegen unserer Spielstärke - immer gerne gesehene Gäste. Wir denken dabei an die vielen Einzel- und Mannschaftsblitzturniere von Grazer Vereinen und Verbänden, seien es die Unionblitzturniere oder das Otto-Möbes-Gedenkturnier. Bei Turnieren unserer Nachbarklubs - auch im nahen Ausland - waren wir oft vertreten. Wir nahmen auch am Steirischen Cup teil und kamen einmal bis ins Finale; Sieger wurden wir leider nicht. Bei den verschiedenen “Open” (offene Turniere für jedermann), besonders im nahmen Oberwart, nahmen immer wieder Spieler von uns teil und erzielten gute Plazierungen. Auch wir selbst waren oft Veranstalter, zum Beispiel bei unserer jährlichen Stadtmeisterschaft oder beim sogenannten "Wintercup", den wir für Vereine unserer Umgebung während der Winterpause veranstalteten.Auch offizielle Turniere wurden von uns durchgeführt, wie etwa das Qualifikationsturnier des Kreises Süd, zu dem nun die Regionen Ost, West und Süd zusammengefaßt wurden, für die Teilnahme an der steirischen Landesmeisterschaft oder ein Länderkampf zwischen Wien und der Steiermark in Fürstenfeld. Viele unserer Spieler beteiligten sich auch an verschiedenen Meisterschaften und erzielten dabei gute persönliche Erfolge. Im Laufe der Jahre erzielten Mitglieder unseres Clubs Titel wie Landesmeister, Jugendlandesmeister, Jugendstaatsmeister, Juniorenstaatsmeister, Grazer Stadtmeister, Seniorenlandesmeister oder Seniorenstaatsmeister. Eine imposante Erfolgsbilanz. An der Meisterschaft beteiligten wir uns immer mit mehreren Mannschaften. Das ist natürlich auch eine große finanzielle Belastung. In dieser Hinsicht steht uns seit 1976 die Südoststeirische Sparkasse als Sponsor zur Seite und wir führen daher den Namen SCHACHKLUB SPARKASSE FÜRSTENFELD.In den nächsten Jahren spielten wir uns mit Glück und Können langsam immer höher. Es war ein Auf und Ab und stets ein ehrlicher Kampf, denn auch die anderen Vereine gaben ihr Bestes. Jedenfalls aber zählte der Schachklub Sparkasse Fürstenfeld immer zu den starken und angesehenen Vereinen im steirischen Schachgeschehen. Als im Jahre 1983 sich auch die Bundesländer Steiermark und Kärnten nach dem Vorbild der West- und Ostliga mit dem Gedanken einer Regionalliga Süd befassten, war Fürstenfeld unter den Spitzenvereinen der beiden Bundesländer, welche die Vorarbeit hierfür leisteten. Und so stiegen wir wieder eine Spielklasse höher und zogen damit die unteren Mannschaften langsam mit nach oben.Zwischendurch gab es immer wieder auch andere Veranstaltungen, so zum Beispiel Simultanwettkämpfe mit bekannten Schachgroßmeistern wie etwa Lajos Portisch, dessen Bruder Ferenc dann später für kurze Zeit bei uns spielte, oder den ungarisch-russischen Großmeister Andre Lilienthal, der mehrmals bei uns zu Gast war und uns daher besonders gut in Erinnerung geblieben ist. Der Kontakt mit ungarischen Spielern wurde auch bei internationalen Veranstaltungen geknüpft und so kamen wir zu mehreren Schachfreunden aus dem Nachbarland, die heute unsere Kampfmannschaften maßgebend verstärken, denn in höheren Spielklassen werden - wie auch in anderen Sportarten - heute überall internationale Meister eingesetzt.Für den Sprung in die höchste Spielklasse fehlte uns noch ein letzter Schritt. Im Jahre 1992 war es dann soweit. Wir konnten Meister der Regionalliga werden, die nunmehr Staatsliga B Süd heißt. In einem harten - in Fürstenfeld ausgetragenen - Stichkampf zwischen den Meistern der B-Ligen West und Ost sowie von Wien konnten wir den 1. Platz erringen und damit in die Staatsliga A aufsteigen. Wir befanden uns nun inmitten der zwölf besten Vereinsmannschaften von Österreich.In der Staatsliga A kämpften wir mit unterschiedlichem Erfolg. Besonders gut ging es uns im Spieljahr 1993/1994, wo wir den 3. Platz hinter zwei mehrmaligen Staatsmeistern erreichten. An einer möglichen Europa-Cup-Teilnahme scheiterten wir nur knapp. Jetzt stehen wir im sechsten Staatsliga-Jahr und wollen dabei wieder ehrenvoll bestehen. Dasselbe gilt auch für die anderen Spielklassen, weil wir ja nach wie vor mit mehreren Mannschaften von der Staatsliga B bis zur Kreisklasse tätig sind. Der Erfolg hat viele Schachfreunde angezogen, so daß heute nicht nur Spieler aus Fürstenfeld bei uns Mitglieder sind, sondern auch aus der näheren und weiteren Umgebung. Und diese bilden nun mit den heimischen Stammspielern eine Gemeinschaft, die das königliche Spiel in Fürstenfeld hoffentlich weiter auf Erfolgskurs bleiben läßt.