Gabersdorf
Gemeindeverwaltung
Beschreibung
Herzlich Willkommen in der Gemeinde Gabersdorf! Die Großgemeinde Gabersdorf mit den Kastralgemeinden Gabersdorf, Neudorf/Mur (mit Sajach) und Landscha/Mur erstreckt sich östlich von Leibnitz von den letzten Ausläufern des oststeirischen Hügellandes bis hin zur Mur. Im Nordteil des Gemeindegebietes überwiegt der Anteil an den Ausläufern des "Grabenlandes"; wie das Hügelland in Richtung Osten volkstümlich genannt wird. Diese bilden hier ein Plateau, das von einzelnen Bächen zerfurcht ist und sich stufenweise ins Niveau des Leibnitzer Feldes senkt. Der Südteil ist vorwiegend durch die Ebene der Mur characterisiert. Gabersdorf liegt in 274 m Seehöhe. Die hügeligen Teile der Gemeinde Gabersdorf bestehen aus Lehmterrassen auf Schotterbasis. Diese liegen über tortonischen Meeresablagerungen. Bestimmend für die Geländestruktur sind auch die Schotterablagerungen der Mur (Schotterterrassen der letzten Eiszeit). Das Gebiet östlich der Mur zählt zu den besten landwirtschaftlichen Böden der Steiermark. In der Murtalebene des Leibnitzer Feldes herrscht vorwiegend trockenwarmes Klima, wobei im Jahres- und Tagesablauf oft große Temperaturgegensätze ausgebildet sind. In der Sommersaison treten häufig flache Morgennebel auf Das Aufeinandertreffen feuchtwarmer Mittelmeerluft mit kühlen nordatlantischen Luftmassen fördert das Auftreten von Gewittern. Die mittlere 14-Uhr-Temperatur von April bis August liegt über 19,1°C, daher ist fast jede mitteleuropäische Pflanzenproduktion möglich. Als klimatypische Feldfrüchte treten vor allem Körnermais und unbeschalter Ölkürbis auf. Auf dem Gebiet der Großgemeinde Gabersdorf befinden sich vier Dorfsiedlungen, die zu den regelmäßigen steirischen Dorftypen zählen. Ein typisches Straßendorf ist Gabersdorf. Giebel an Giebel reiht sich knapp an der Straße. Der Ort hat sich entlang der Straße nahe dem Leonhardheiligtum (heute Pfarrkirche) entwickelt. Er tendiert dazu, ein Mehrstraßendorf zu werden. Landscha/Mur und Sajach sind ausgeprägte Mehrstraßendörfer. Der Ortskern von Neudorf/Mur zeigt den Character eines Grabenangerdorfes. Ursprünglich waren alle Häuser giebelseitig zur Straße ausgerichtet. Spätere Auf- und Umbauten verraten sich durch traufseitige Ausrichtung, wodurch typische Angerdorfcharakter etwas verwässert wird. Vorherrschender Hoftyp ist der burgenländisch beeinflusste Streck- und Hakenhof. Klimaregion Gabersdorf - Schwarzautal Die beiden engagierten Gemeinden haben sich zur Klimaregion zusammengeschlossen und nehmen an den Programmen KEM und KLAR teil. KEM = Klima- und Energiemodellregion Wir kümmern uns um unser Klima, besonders durch die Reduktion von CO2. Wir bieten Beratung, Veranstaltungen und Projekte zu: Ölkesseltausch, Photovoltaik, Stromspeicher, Energiegemeinschaften, Ortskernbelebung, ökologisches Bauen und Sanieren, Regionalität, sanfte Mobilität und Wasserstoffforschung. KLAR = Klimaanpassungsregion Extremereignisse wie Hitze, Trockenheit, Hochwasser und Artensterben sind trotz Klimaschutz nicht vermeidbar. Wir bereiten uns bestmöglich auf die Auswirkungen des Klimawandels vor. Humusaufbau, Regenwasserspeicher, Hochwasserschutz, Beschattung, klimafitte Bepflanzung, reduzierte Bodenversiegelung, Erholungsräume, uvm. Entstehungsgeschichte der Ortschronik (Verfasst von Waltraud Weber) Mit der Eröffnung des Sportkulturhauses im Jahr 2013 wurde ein zweites Kind aus der Taufe gehoben, die "Gabersdorfer Gemeindechronik". Die Geschichte und die Geschichten rund um diesen Ort dokumentieren uns, mit welchen vielfältigen Leben von der Ur- und Frühgeschichte bis zur heutigen Zeit im 20. und 21. Jahrhundert der Ort Gabersdorf erfüllte war. Es war keine einfach Geburt und deshalb gebührt allen, die an der Entstehung mitgewirkt haben, großer Dank und Anerkennung. Bereits die Altbürgermeister Direktor Alois Seidl und Robert Prangl haben mit dem Sammeln von Dokumenten und Fotos, Zeitschriften und diversen Recherchen begonnen. Bürgermeister Franz Hierzer hat diese Idee erneut aufgenommen. Eine neu zusammengestellte Arbeitsgruppe sollte das begonnene Werk in die Tat umsetzen. Nachstehend möchte ich Ihnen die maßgeblichen Personen vorstellen, die an der "Geburt" der Gemeindechronik mitgewirkt haben: Mit Oberarchivar Dr. Gernot Peter Obersteiner vom Stmk. Landesarchiv haben wir nicht nur fachlichen Rat gesucht und gefunden, er war ein umsichtiger Lektor und hat so manchen abgelieferten Text "fließend" gemacht. Er hat auch die Geschichte der Gemeinden Gabersdorf, Landscha an der Mur und Neudorf an der Mur vom Mittelalter bis 1945 beleuchtet und lässt uns durch das "Historische Häuserbuch" erfahren, auf welch wechselvolle Besitzgeschichte über Generationen unsere Häuser zurückblicken. Der Geologe Mag. Hartmut Hiden kennt jeden Stein und jedes Mineral in der Steiermark und weit darüber hinaus; was lag also näher, als gerade ihn für einen Überblick über viele Millionen Jahre Erdgeschichte im heutigen Raum Gabersdorf zu gewinnen. Die Ur- und Frühgeschichte und deren Erforschung hier an der mittleren Mur schildert detailreich die Archäologen Mag. Gabriele Wrolli und Dr. Stephan Karl. Maria Hierzer hat im Besonderen den Wirtschaftsstandort Gabersdorf recherchiert, sich darum gekümmert, dass die Vereine an der Fragebogenaktion teilnahmen und somit über ihre Geschichte und Tätigkeiten berichteten - und bei so mancher stundenlangen "Sitzung" sind mit Bewohnern von Gabersdorf interessante Gespräche zustande gekommen. Die Hauptschuloberlehrer Annemarie und Günther Körbler beschrieben die Entwicklung des Schulwesens von den Sechzigern bis in die achziger Jahre des 20. Jahrhunderts; ab 1980 berichtete Direktor Karl Ritter über den Schulunterricht in Gabersdorf, gefolgt seit 2011 von Direktor Mag. Bettina Neubauer. Darüber hinaus beschrieben A. u. G. Körbler die kulturellen Einrichtungen in Gabersdorf, einschließlich der eigenen künstlerischen Familiengeschichte. Ein besonderes Anliegen war ihnen auch die Geschichte des Kameradschaftsbundes. Josef Luttenberger, als ehemaliger langjähriger Amtsstellenleiter ein profunder Kenner der Gemeinde Gabersdorf und der wirtschaftlichen Entwicklung, im Besonderen ab der Zusammenlegung 1962 bis heute bestens vertraut, beschrieb die Entwicklung der politischen Gemeinde von 1945 bis heute, ergänzt durch alle wichtigen Daten, Neuerungen, Projekte und Würdigungen kommunaler Initiativen der jüngeren Geschichte durch Bürgermeister Franz Hierzer. Der handwerklich überaus begabte Allrounder Stefan Maurer hat nicht nur die aufwendige Geschichte der Pfarre dokumentiert, sondern sie auch mit vielen Fotos anschaulich gemacht. Durch sein Engagement haben vor allem viele Landschaner ihre Fotoalben durchstöbert und zur reichhaltigen Bebilderung beigetragen. Zu den guten Geistern gehörte auch der Gemeindesekretär Thomas Scheucher, der die Anlaufstelle in der Gemeindestube war. Immer ansprechbar und bereit, Fotos einzuscannen, Kopien anzufertigen, telefonische "Aufträge" zu übernehmen, Termine zu koordinieren - und nach langen Sitzungen als Letzter das Gemeindeamt abzusperren. Leider mussten wir uns von Harald Gröbner, der unserer Arbeitsgruppe angehört, allzu früh verabschieden. Sein umfangreiches Wissen um das Dorfleben und seine Bewohner sowie seine launigen schriftlichen Aufzeichnungen sind unersetzlich. Altbürgermeister Robert Prangl hat uns nicht nur seinen dicken grünen Ordner mit reichhaltigen Unterlagen überlassen, sondern hat uns auch ideell begleitet. Ja, und als letzte im Alphabet darf ich sagen, dank der eigenen relativ "frühen Geburt" kann ich Kurrentschrift lesen und habe aus der gestochen scharf geschriebenen, penibel geführten Schulchronik der Jahre 1869 bis 1952 "übersetzt". Vieles, was uns Heutigen unvorstellbar erscheint. Allen Mitgliedern des Arbeitskreises war die "Gabersdorfer Gemeindechronik" ein großes Anliegen und haben für das Buch wichtige Arbeit geleistet - dies über Monate und Jahre hinweg. Liebe Gabersdorferinnen und Gabersdorf, die Beschäftigung mit der langen Geschichte unserer Gemeinde hat uns in den letzten Jahren deutlich vor Augen geführt, dass wir allesamt heute in sicheren Zeiten und wirtschaftlich immer noch gesegneten Umständen leben und arbeiten dürfen. Dies macht uns dankbar und froh, verpflichtet uns aber auch das Erreichte zu erhalten und weiter zu entwickeln. Dieses Buch, unserer neuen Gemeindechronik von Gabersdorf mit 350 Seiten "Geschichte und Geschichten" wünschen wir heute und in der Zukunft ein interessiertes Lesepublikum, das an so mancher Stelle innehalten uns sich - vielleicht mit einer Träne oder einem Lächeln - des Lebens der Vorfahren erinnern möge! Historische Beschreibung über Gabersdorf 1. Die Römerzeit:
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen, dass die Römer östlich der Mur eine große Waldlandschaft vorfanden, als sie die Steiermark kolonisierten. Von Flavia Solva führte östwärts über die Mur eine Straße ins untere Murtal weiter. An dieser Straße lag der östliche Friedhof des damaligen römischen Verwaltungszentrum der Steiermark. Einige Römersteine (Grabsteine) aus dem Ortsbereich von Landscha/Mur sind Landesmuseum Joaneum ausgestellt. Dass die Römer auch Teile des Karwaldes rodeten, ist erwiesen, da es in Gabersdorf auch Römerfunde gab, die aber verschollen sind. 2. Völkerwanderung und Mittelalter:
Als im 5. Jahrhundert nach Christi Geburt die Völkerwanderung einsetzte, überwucherte der Wald das verödete Siedlungsland. Der Karwald reichte wahrscheinlich in seiner ganzen Breite bis an die Mur. Um 1000 nach Christus bildete die Mur die Ostgrenze der Kärntner Mark. Erst als die "Traungauer" die Mur überschritten und die Ungarn weit nach Osten zurückdrängten, wurde der verödete Landstrich östlich der Mur von deutschen Siedlern erschlossen. Als erster Ort der Gemeinde Gabersdorf wird daher der Brückenort "Lontsach" (Landscha) zwischen 1065 und 1075 in den Urkunden erwähnt. Die Landscha-Brücke hatte einen direkten Vorfahren in der Stadtbrücke Flavia Solva. Vermutlich geht der Name Landscha auf einen Dorfrichter namens Lanzo zurück. Im Rationarium Styriae (Landesfürstliches Urbar) von 1265 scheint erstmals der Ortsname "Nivendorf" (Neudorf) auf. Anno 1394 wird der Ort "Newndorf enhalb der Muer bey s. Lienhart" genannt. Aus dieser Bezeichnung geht hervor, dass in jener Zeit ein Kirchort "Sankt Leonhard" Zentrum im Gemeindegebiet ist. Der Name des Landschaftsmittelpunktes ist erstmals 1294 als "Gebrechtsdorf" urkundlich erwähnt. Der Ort Gabersdorf war einst ein wichtiger Handelsplatz für Nutz- und Schlachtvieh. Um 1300 finden wir in einem landesfürstlichen Urbar den Ortsnamen "Sayach". Die Deutung des Namens ist umstritten. Das Siegel eines Ritters von "Gebesdorf" scheint in den Urkunden von 1442 auf. Es zeigt einen gespaltenen Schild, vorne drei Kugeln übereinander, hinten einen Sparren. 3. Neuzeit: Im 17. Jahrhundert wurde unsere Gegend von der Pest heimgesucht. Die Pestsäulen von Gabersdorf (1687) und Neudorf (1640) bezeugen dies. Bis zum 1. Weltkrieg hatte Gabersdorf lokale Bedeutung, indem große Märkte abgehalten wurden. Diese waren Anziehungspunkt für die Menschen aus nah und fern, die den Marktbesuch mit einer Leonhardwallfahrt verbanden. Nach 1918 verschwanden die großen Viehmärkte allmählich, da sich das Marktgefüge verändert hatte. Heute gibt es an den "Leonhard-Sonntagen" (im Juni und im November) einen Kirtag. Seit 1903 ist Gabersdorf selbständige Pfarre. Die Gemeindezusammenlegung machte aus den Kastralgemeinden Gabersdorf, Neudorf/Mur, und Landscha/Mur die Großgemeinde Gabersdorf (1.01.1962). Das Gemeindewappen ist das Wappen des Ritters von "Gebesdorf". Es wurde 1952 von der Landesregierung als Wappen der Gemeinde Gabersdorf verliehen und gilt heute als Wappen der Großgemeinde.