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Beschreibung

2008 gründeten Rupert Matzer die Bio-Sphäre Hartberg am Ökopark in Hartberg. 2021 erfolgte die Umgründung in die Genossenschaft BIO-SPHÄRE Wechselland und der Umzug in die Hofgasse in Hartberg.

Diese Genossenschaft wurde gegründet, um einen Nahversorger mit biologischen und regionalen Produkten im Zentrum von Hartberg zu errichten und zu betreiben. Damit beleben wir gemeinsam das Stadtzentrum, fördern regionale Wirtschaftskreisläufe und versorgen uns und unsere Stadt mit biologischen und umweltfreundlichen Produkten und leisten einen Beitrag für nachhaltige Wirtschaft und gegen den Klimawandel.

Mitglieder der Genossenschaft können alle physischen und juristischen Personen werden, die den Genossenschaftszweck unterstützen. Der Geschäftsanteil beträgt 500 €. Jedes Mitglied muss mindestens einen Geschäftsanteil zeichnen, wer zehn oder mehr Geschätsanteile zeichnet, hat in der Generalversammlung zwei Stimmen.

Die Satzung steht zum Download bereit.

Die Gründung der Genossenschaft erfolgte am 7.April 2021.

Warum wollen wir eine Genossenschaft gründen?

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, dieser kapital- und gewinnmaximierenden Wirtschaftswelt eine andere , dem Menschen entsprechendere Form des Wirtschaftens entgegen zu stellen, stießen wir auf die Form der Genossenschaften und ihrer Gründungsideen. Wie uns wirtschaftsgeschichtliche Entwicklungen des 20. und 21. Jhd, beweisen, kann auch diese Idee pervertiert und in ihr Gegenteil umgestaltet werden. Daher haben wir in Zusammenarbeit mit anderen interessierten Menschen österreichweit und unter der Schirmherrschaft von Heini Staudinger (Waldviertler Schuhwerkstatt) und seinem Bruder Dr. Karl Staudinger (Jurist) den Förderungs- und Prüfungsverein gemeinwohlorientierter Genossenschaften ( www.rueckenwind.coop) gegründet und stellen somit das "Gemeinwohl" in den Mittelpunkt unseres Handelns.

Warum wollen wir eine Genossenschaft für den Handel mit Lebensmittel?

Die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Lebensmitteln fällt zunehmend in die Hände weniger Akteure, ist jedoch eines jener absoluten Grundbedürfnisse, deren Befriedigung mit ausschlaggebend für ein funktionierendes soziales Gemeinwesen ist.

Warum "biologische Lebensmittel?

Der biologische Landbau und die Verarbeitung der geernteten Produkte nach biologischen Prinzipien erscheint uns der sicherste Weg, diesen, uns zur Zeit einzig zur Verfügung stehenden Planeten vor weiteren Schäden zu bewahren. Auch unsrer Kinder und Kindeskinder sollten ein Anrecht darauf haben, eine Erde vorzufinden, auf der sie ihr Leben gestalten und eine Heimstatt finden können.

Warum "Gemeinwohl"?

Wir leiden global, regional und individuell an einer ungelösten Verteilungsproblematik. Dies betrifft sowohl natürliche Resourcen (Wasser), wie auch wirtschaftliche Kompetenzen, finanzielle Möglichkeiten und soziale Chancen. Professor Hauptmann unterrichtete an der Karl-Franzens-Universität Südslavistische Geschichte und prägte den Satz: "Es gab und gibt im Verlaufe der Menschheitsgeschichte keinen Krieg auf Grund von unterschiedlichen religiösen Ansichten. Es gab und gibt immer nur Kriege auf Grund unterschiedlicher Verteilung von Wohlstand und Möglichkeiten, sich Wohlstand durch ehrliches Bemühen zu erwerben." Die momentan vorherrschenden Kriterien des Wirtschaftens fördern egozentrisches, dem persönlichen Gewinn dienendes Handeln. Wir müssen wieder lernen, gemeinwohlorientiert zu denken und zu handeln, wenn wir diese Welt frei von Kriegen, Terrorakten und Aufständen halten wollen. Doch woher sollen wir das können? Wir können nur versuchen, uns dies durch tägliches Üben wieder anzueignen und zu erarbeiten.

Manifest einer gemeinwohlorientierten Genossenschaftsbewegung

In der aktuellen Krise des Vertrauens in unser Wirtschaftssystem bieten die ursprünglichen Ideen der Konzepte der Genossenschaft als Rechtsform des solidarischen Wirtschaftens entscheidende Anknüpfungspunkte für eine Neuorientierung unseres wirtschaftlichen Handelns. Darüber hinaus setzt diese Rechtsform, die nicht auf eine Wertsteigerung der Geschäftsteile abzielt, einen klaren Gegenakzent zu einer Shareholdergesellschaft, in der die Interessen der Kapitalgeber auf Maximierung ihrer Profite den Vorrang vor den Interessen der MitarbeiterInnen, der Gesellschaft und der Umwelt beanspruchen und in einem erschreckenden Ausmaß durchsetzen. Wir sind entschlossen, dem ursprünglichen Konzept der Genossenschaft neues Leben einzuhauchen, weil wir eine starke Sehnsucht einer wachsenden Gruppe engagierter Menschen wahrnehmen, ihre Erfahrung, ihr Wissen, ihr berufliches Können und ihre Leidenschaft in den Aufbau einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft einzubringen. Wir wollen durch die Gründung eines neuen Revisionsverbandes für Genossenschaften und durch die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Institutionen

  • ★...die Ausrichtung der Wirtschaft aufs Gemeinwohl und damit auf Werte wie Menschenwürde, Solidarität, Transparenz und Mitbestimmung, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit lenken.

  • ★...die Expertise des gemeinwohlorientierten Wirtschaftens durch Bildung, Vernetzung und Erfahrungsaustausch stärken und ausbauen.

  • ★...die Überzeugung verbreiten, dass wirtschaftliches Handeln nur dann nachhaltig erfolgreich sein kann, wenn es ökologisch, ökonomisch und sozial orientiert ist und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Natur, auf den sozialen Zusammenhalt sowie auf vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche mitdenkt (und damit "enkeltauglich" ist.

  • ★...einen Rahmen anbieten, der engagierten Menschen die Gründung von Genossenschaften auf Basis dieser Werte erleichtert und sie dabei unterstützt, die Förderung der Wirtschaft und des Erwerbes ihrer Mitglieder (§1 Genossenschaftsgesetz) durch die Beachtung der genannten Prinzipien nachhaltig abzusichern.

  • ★...im Rahmen unseres Verbandes eine Struktur für Bildungsangebote entwickeln und umsetzen, die Genossenschaftsmitglieder dabei unterstützt, die mit ihrer Mitgliedschaft verbundene Eigentümerfunktion verantwortungsbewusst und nachhaltig wahrzunehmen.

  • ★...das Potenzial der Genossenschaft bei der Suche nach Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit ins Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken.

  • ★...Menschen ermutigen, Projekte gemeinsam in Genossenschaften zu realisieren (z.B.: erneuerbare Energieprojekte, Nutzungsgemeinschaften im Sinne der Share Economy, Regionalentwicklungsprojekte, ProduzentInnen- und KonsumentInnen-Vernetzung) und sich gegenseitig in Genossenschaften bei der Entwicklung und Realisierung ihrer beruflichen Zielvorstellungen zu unterstützen.

  • ★...Menschen dabei unterstützen, durch genossenschaftliches Zusammenwirken sinnvolle Formen der Arbeit zu schaffen und ein Leben in Würde zu ermöglichen, das unter heutigen Bedingungen vielfach nicht mehr möglich ist.

  • ★...zivilgesellschaftliche Initiativen ermutigen, in der Rechtsform der Genossenschaft gemeinsam in demokratischen Strukturen wirtschaftlich tätig zu werden.

  • ★...wirtschaftliche Innovationen anstoßen, die Freiräume für Bedürfnisse jenseits der Geldwirtschaft schaffen.

Wir wollen dazu beitragen, dass wechselseitiges Vertrauen und
wertschätzende Kooperation an die Stelle destruktiver Konkurrenz tritt.

Was ist Bio?

Seit 1993 sind die Begriffe Bio und Öko europaweit gesetzlich geregelt. Unabhängige Kontrollstellen überprüfen die Bio-Qualität vom Anbau der Rohstoffe, über deren Lagerung und Verarbeitung bis zum Verkauf im Geschäft.

Als Richtlinien gelten:

  • EU Verordnung 2092/91 ökologischer Landbau (Mindestanforderung)

  • Österr. Lebensmittelkodex, Kapitel A8

  • Richtlinien der ARGE Biolandbau

  • Prüfrichtlinien der Agrarmarkt Austria

  • Richtlinien des Verbandes ERNTE für das Leben

  • Richtlinien des Demeterbundes (haben die strengsten Auflagen)

Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft enthalten Stoffe oder Stoffgruppen, die allein oder in Wechselwirkung mit anderen zu einer physiologisch optimalen Ernährung des Menschen beitragen.
Bio bedeutet auch, dass weiterverarbeitete Lebensmittel aus Produkten bestehen müssen, die aus biologischer Landwirtschaft stammen (Zwieback, Backwaren...)

Was ist biologischer Landbau?

Als biologischer Landbau werden all jene Produktionsverfahren bezeichnet, bei denen Kultivierungen ohne den Einsatz lebensfeindlicher Stoffe und mit naturgerechten Maßnahmen erfolgen. Im Wesentlichen ist das der Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide, sowie eine artgerechte Tierhaltung. Die derart produzierten Lebensmittel und Rohwaren enthalten ein dem Produkt entsprechendes, die Gesundheit förderndes Höchstmaß an wertgebenden Inhaltsstoffen.

Produkte aus biologischem Landbau weisen keine, durch Produktion und/oder Verarbeitung bedingte, die Gesundheit schädigenden Fremd- oder Schadstoffe auf. Zudem minimieren diese Produktionsverfahren die Umweltbelastungen.

Ziel aller Aktivitäten im Bio-Anbau ist die Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der harmonischen Kette:
Aktiver gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Tiere - vollwertige, gesunde Lebensmittel (sowie gleichzeitig befriedigende Lebensverhältnisse mit angemessenem Einkommen für alle am Prozess beteiligten Menschen!).

Dauerhafte Voraussetzung dafür ist die Umstellung des ganzen Betriebs auf die ökologische Wirtschaftsweise. Der Hof wird dabei als Einheit mit Kreislaufwirtschaft gesehen.

Tierhaltung:
Die Tiere sollen möglichst mit auf dem Hof erzeugten Produkten gefüttert und ihr "Mist" wieder auf die Felder ausgebracht werden. Die Anzahl der Tiere ist somit an die Hofgröße gebunden. Gülleprobleme, wie sie in der konventionellen Tierhaltung üblich sind, sind so ausgeschlossen. Das Tierfutter muss aus kontrolliert - biologischem Anbau sein. Importfutter aus Ländern der Dritten Welt sind tabu, Zusätze wie Hormone, Antibiotika und Tierkörpermehle sind streng verboten. Eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten ist nicht erlaubt. Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden, Auslauf, Frischluft, saubere Ställe und Pflege sind garantiert.

Pflanzenbau:
Die Bodenfruchtbarkeit wird über ein intaktes Bodenleben erreicht, dass die Pflanzengesundheit stärkt, so dass die Pflanzen robuster gegenüber Krankheiten und Schädlingen werden. Statt chemisch-synthetischen Stickstoffdüngern kommen Leguminosen (wie Erbsen, Wicken, Bohnen und Klee - bilden Stickstoff im Boden) aufs Feld. Eine sinnvolle Fruchtfolge und mechanische Maßnahmen regulieren den Beikräuter - Wuchs. Chemische Pflanzengifte sind ebenso wie gentechnisch veränderte Tier- und Pflanzenarten verboten. Auch das Saat- und Pflanzgut muss aus ökologischer Erzeugung stammen.

Landschaftsschutz:
Die ökologische Standortgestaltung durch Hecken und Nistplätze sollte unterstützt werden

Was ist Fair Trade?

Ökologischer Landbau und faire Handelsbeziehungen sind für uns selbstverständlich und Grundlage aller unserer Tätigkeiten. Er ist der natürliche Partner zur Verwirklichung dieser Inhalte und sorgt für eine entscheidende Verbesserung der Situation.

Gerechter Handel mit allen unseren Partnern - speziell für alle Produkte aus den Dritte Weltländern ist für uns unverzichtbar!
Fair Trade will eine gerechte Bezahlung der Bauern und eine Verbesserung der sozialen Bedingungen. Langfristige Handelsbeziehungen geben die nötige Sicherheit. Die gerechte Bezahlung ermöglicht die Umsetzung von Sozial- und Entwicklungsaufgaben wie zum Beispiel die Alphabetisierung, Sicherstellung der medizinischen Versorgung und die Entwicklung demokratischer Strukturen in der Dritten Welt.

Was ist Naturkost?

Dies bezeichnet Produkte, welche bestimmte Ansprüche in Hinblick auf Anbau, Herstellung und Vertrieb erfüllen.
Naturkost ist "in". Immer mehr Menschen interessieren sich für gesunde, umweltfreundliche, natürliche Lebensmittel, die "nicht die Welt kosten". Rund 1 Million Österreicher gehen einen Schritt weiter: Sie belassen es nicht bei Interesse, sondern kaufen ein- oder mehrmals im Monat Naturkost. Gesundheit, Ökologie, Fairer Handel mit der 3. Welt und Ethik sind die wichtigsten Wurzeln, aus denen Naturkost gewachsen ist.
Anthroposophie und Makrobiotik, Artenschutz und spirituelle Wege, basisdemokratische Gedanken und Gewaltfreiheit, Fair Trade ... Alle diese Grundsätze münden in der heutigen Naturkost-Branche.
Naturkost - ein Beitrag zur Gesundung von Mensch und Erde.

Was ist Vollwert?

Vollwertkost ist eine Ernährung, die hauptsächlich aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Milch- und Milchprodukten besteht. Fleisch, Fisch und Eier sind erlaubt, sollten aber nur hin und wieder auf den Tisch.

Diese Nahrung besteht etwa zur Hälfte aus unerhitzter Frischkost. Die Lebensmitteln sind so gering wie möglich verarbeitet. Gekochtes soll schonend und mit wenig Fett zubereitet werden, und sie sollte keine bzw. so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthalten.
Gentechnisch erzeugte Lebensmittel oder mit Hilfe anderer Hoch-Technologien entstandene Produkte sollten gemieden werden, und soweit möglich aus anerkannt ökologischer Landwirtschaft kommen. Erzeugnisse aus der eigenen Region sollten bevorzugt werden.

Schon beim Einkauf wird auf unverpackte oder umweltschonend verpackte Lebensmittel geachtet.
Man sollte landwirtschaftliche Erzeugnisse kaufen, die unter sozialverträglichen Bedingungen erzeugt, verarbeitet und vermarktet wurden (Fair Trade).

Zwar besteht immer noch das Vorurteil, dass "Vollwertkost" - weil ja gesund - nicht schmecken kann. Moderne Rezepte mit viel Einfallsreichtum und Fantasie beweisen das Gegenteil: Genussvolles Essen mit Spaß und Vollwertkost gehören zusammen. Denn die unbehandelten Rohstoffe aus ökologischem Anbau schmecken so, wie der Gaumen sie kennt und mag: Sortentypisch und aromatisch.