Kläranlage Oberaudorf
Entsorgung
Infos
Termine nach telefonischer Vereinbarung: 08033/2750 oder: info@klaeranlage-oberaudorf.de
Beschreibung
Im Zuge der Abwasserbeseitigung wird das in der Gemeinde Oberaudorf anfallende Abwasser durch das öffentliche Kanalsystem; welches sich mittlerweile über knapp 50 km erstreckt; in die nordöstlich von Niederaudorf gelegene Kläranlage geleitet. Nach erfolgter Behandlung wird das gereingte Wasser schließlich dem angrenzenden Inn zugeführt.
Neubau der Kläranlage
Im April 2019 startete der Bau der neuen Kläranlage. Geplant und gebaut wurde eine zukunftsorientierte Anlage mit sehr hoher Reinigungsleistung sowie effizienter Betriebsweise durch Eigenenergiegewinnung. Da das anfallende Abwasser der Gemeinde Oberaudorf auch während der Bauphase laufend gereinigt werden musste und die neue Anlage auf dem bisherigen Gelände errichtet wurde, stellten die Baumaßnahmen bei laufendem Reinigungsbetrieb für alle Projektbeteiligten eine besondere Herausforderung dar.
Die sich bis dahin in Betrieb befindliche Kläranlage wurde in den Jahren 1975 bis 1977 errichtet und in Betrieb genommen. Die Gemeinde mit ihren 38 Ortsteilen ist zum größten Teil über ein Trennsystem an die Kläranlage angeschlossen. Dies bedeutet, dass nur Schmutzwasser, jedoch kein Fremdwasser (Regenwasser) eingeleitet werden darf. Nach über 40 Betriebsjahren; in denen nur in wenigen Einzelbereichen Sanierungen und Umbauten stattfanden; musste die Anlage aufgrund geänderter Rechtsvorschriften dem heutigen Stand der Technik erneuert werden. Auch im Hinblick auf die Arbeitssicherheit wurde dies von den Behörden gefordert.
Die neue Kläranlage wurde auf 10.000 Einwohner mit ausreichender Zukunftsreserve ausgelegt.
In vorangegangenen Untersuchungen wurden unterschiedlichste Lösungsansätze für die künftige Abwasserreinigung untersucht:
Überleitung des Abwassers zu benachbarten Kläranlagen,
gemeinsamer Neubau der Kläranlage für und mit Nachbargemeinden,
Neubau der Kläranlage auf benachbartem Grundstück,
Sanierung der Kläranlage unter Beibehaltung des bestehenden Reinigungssystems Tropfkörper.
Diese Varianten waren entweder nicht realisierbar oder unwirtschaftlich.
Kernstück der neuen Anlage bildet nun der Neubau der biologischen Reinigungsstufe im Belebungsverfahren als rundes Kompaktbauwerk mit außenliegender Biologie als Kreisring und innenliegender Nachklärung.
Das in etwa fünf Metern Tiefe ankommende Abwasser muss durch ein Pumpwerk auf das Niveau der Kläranlage gehoben werden. Der bei der Reinigung anfallende Klärschlamm wird im bestehenden Faulbehälter durch teilweise Umwandlung in Klärgas reduziert und stabilisiert.
Beim Neubau der Kläranlage wurde das Ziel verfolgt für einen ökologischen und nachhaltigen Betrieb weitestgehend Energieautark zu werden. Das heißt, dass die für die Prozesse in der Kläranlage benötigte Energie (Strom und Wärme) mitunter aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und Photovoltaik erzeugt wird. Das BHKW wird hierbei vom eigenerzeugtem Klärgas aus den Vergärungsprozessen im Faulbehälter betrieben und sorgt mit der hierbei entstehenden Abwärme für die Beheizung der Gebäude sowie dem Betrieb der elektrisch betriebenen Anlagenteile.
Qualitätssicherung der Abwasserreinigung
Die Einleitungen von gereinigtem Abwasser aus unserer Kläranlagen in den Vorfluter (Inn) unterliegt einer behördlichen Qualitätsüberwachung nach den Anforderungen der bayerischen Eigenüberwachungsverordnung und dem wasserrechtlichen Abgabebescheid des Landratsamtes Rosenheim. Entsprechend werden Proben entnommen und auf abwasserrelevante Inhaltsstoffe analysiert. Untersucht werden Parameter wie Phosphor, Gesamtstickstoff und Kohlenstoffanteile wie biologischer und chemischer Sauerstoffbedarf (BSB, CSB). Hierbei sind die Grenzwerte aus dem wasserrechtlichen Abgabebescheid einzuhalten.