Langenzersdorf
Gemeindeverwaltung
Beschreibung
Herzlich Willkommen in der Marktgemeinde Langenzersdorf! Langenzersdorf liegt im Weinviertel in Niederösterreich. Der Ort erstreckt sich am nördlichen Donauufer im Bereich der Wiener Pforte und liegt somit genau zwischen Donau und Bisamberg. Der Bisamberg-Raum ist reich an prähistorischen sowie ur- und frühgeschichtlichen Funden. Die erste Besiedlung im unmittelbaren Ortsbereich des heutigen Langenzersdorf lässt sich für die Jungsteinzeit nachweisen. Die 1955/56 in der Flur „Burleiten“ gefundene jungsteinzeitliche „Venus von Langenzersdorf“ ist der älteren Lengyel-Kultur (ca. 4.800–4.600 v. Chr.) zuzurechnen. Langenzersdorf wurde 1108 erstmals urkundlich als „encinstorf“ erwähnt. Das auf der gegenüberliegenden Donauseite gelegene Stift Klosterneuburg war seit dem 12. Jahrhundert größter Grundbesitzer und übte die Herrschaft aus. Der erstmals um 1574 als „Langen Ennzersdorff“ bezeichnete Ort war seit der Mitte des 17. Jahrhunderts Poststation an der wichtigen Verbindungsstraße von Wien nach Prag. Die im Jahr 1841 eröffnete Eisenbahnlinie (ab 1871 „Nordwestbahn“) sowie eine Schiffstation an der Donau brachten Aufschwung und Impulse für Wirtschaft und Handel sowie neue Siedler: Der Ort entwickelte sich vom Bauerndorf zur vorstädtischen Gemeinde. Besonders um 1900 war Langenzersdorf – nicht zuletzt wegen seiner guten Erreichbarkeit von Wien aus – eine beliebte Sommerfrische. Auch der berühmte Bildhauer Anton Hanak (1875–1934) zog in dieser Zeit nach Langenzersdorf und sollte hier über zwanzig Jahre seines Lebens verbringen. Der Ortsteil Dirnelwiese war ehemals Augebiet und als Forst- und Jagdgebiet gering landwirtschaftlich genutzt. Nach der Donauregulierung änderte sich die Landschaftsstruktur und eine Besiedlung wurde möglich. 1933 begann die Parzellierung in der Propst Peitl Straße und der Krottendorfer Straße. Ab 1938 zu „Groß-Wien“ gehörig, erhielt Langenzersdorf 1954 seine Selbstständigkeit zurück und wurde 1960 zur Marktgemeinde erhoben. Heute präsentiert sich Langenzersdorf als bürgerorientierte Gebietskörperschaft mit bester Infrastruktur sowie vielfältigen Freizeit- und Kulturangeboten und hat sich über die Jahrhunderte seinen dörflichen Charme erhalten. TEXT DES LANGENZERSDORFER HEIMATLIEDES 1. Zwischen Berg und Donaustrome, altergrau, doch ewig jung, liegt in Gärten eingebettet meiner Seele Heiligtum. Kahlenberg grüßt ernst herüber, und aus dunklem Tannengrün blicket Kreuzenstein, die Feste, und St. Stephan winkt aus Wien. Langenzersdorf am Fuß des Berges, du meine Heimat traut und lieb, von deinem heil´gen Gottesfrieden ein Stückchen meinem Herzen gib! 2. Lerchenlied aus reichen Fluren steigt empor wie ein Gebet, das für fleiß´ger Hände Arbeit Gott um seinen Segen fleht. Heimatort, du lieber, trauter, meiner Seele Heiligtum, gibt, dass einst mein müdes Herze kann in deinem Frieden ruhn. Langenzersdorf am Fuß des Berges, du meine Heimat trau und lieb, von deinem heil´gen Gottesfrieden ein Stückchen meinem Herzen gibt! WAPPEN Das 1959 verliehene Wappen zeigt „In Rot auf grünem Dreiberg einen silberner Greif“. Der silberne Greif nimmt Bezug auf die Grafen von Formbach, und der grüne Dreiberg versinnbildlicht die Lage des Ortes am Bisamberg. Die Grafen von Formbach-Pitten-Neuberg am Inn waren im 10. Jahrhundert mit den Babenbergern in das heutige Niederösterreich gekommen und im Raum um Wien herrschaftsbildend aufgetreten. Ein Siegel des Grafen ist unbekannt, doch scheint das Wappenbild im gräflichen Hauskloster Formbach in Erinnerung geblieben zu sein. Ein angebliches Wappen Graf Ekberts I. von Formbach (†_1109) findet sich auch auf dem Epitaph der Stifterfamilie in der Klosterkirche Formbach. Es zeigt einen roten Greif, der in seinen Klauen einen silbernen Hasen hält. Es gibt allerdings keinen eindeutigen Nachweis von Besitz oder von Gefolgsleuten der Grafen von Formbach in Langenzersdorf. Die urkundliche Erstnennung Langenzersdorfs taucht zwar in einer undatierten Klosterneuburger Traditionsnotiz auf, der zufolge Bischof Hermann von Augsburg während des Ungarnfeldzuges König Heinrichs V. in Anwesenheit des Markgrafen Leopold III. dem Stift zinspflichtige Untertanen übertrug. Die Erwähnung, dass sich der Kirchenmann zusammen mit dem deutschen König in communi expedicione in Ungariam befunden habe, erlaubt aber, diese Rechtshandlung in den September des Jahres 1108 zu setzen. Langenzersdorf fand bei dieser Gelegenheit Verwendung als namengebender Sitz eines Adeligen, der unter den Zeugen dieser Übertragung vom Klosterneuburger Schreiber als „Gnanno de Encinctorf“ vermerkt wurde und der später als Dorfoberer auch Rechtshandlungen für die „Dorfgenossen“ in Enzersdorf durchführte. Neben einem Wernhard und den Brüdern Heinrich und Rudolf sind zur Mitte des 12. Jahrhunderts mehrere Träger altertümlich anmutender Namen nach (Lang-)Enzersdorf benannt, wie etwa Wesegrim oder Hirzman, die beide Verwalter des Stifts Klosterneuburg gewesen sein dürften. Zur Geschichte