Priv. unif. Bürgerkorps der Stadt Freistadt
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Beschreibung
Überblick zur Geschichte des Bürgerkorps Freistadt
Als Gründungsjahr ist 1132 angenommen, etwaige Dokumente sind leider verloren gegangen. Kurz nach der Stadtgründung wurde jedoch eine Bürgerwehr zum Schutz aufgestellt und Freistadt wurde im frühen 12. Jahrhundert gegründet. Die ersten Aufzeichnungen belegen, dass um 1350 ein Einfall von Böhmen her zurückgeschlagen werden konnte – dies dürfte die erste schriftliche Aufzeichnung des Auftretens einer Freistädter Bürgerwehr sein.
Erst im 15. Jahrhundert gibt es definitive, nachweisliche Aufzeichnungen über das Bürgerkorps – im Jahr 1452 wurde die Stadt Tag und Nacht von 28 Männern bewacht. Vom zweiten OÖ Bauernkrieg (1596) stammt der Brauch, dass auch heute noch der gewählte Bürgermeister von Freistadt zugleich Korpschef ist. Durch die unnachgiebige Haltung und geschützt durch die guten Verteidigungsanlage der Stadt konnte ein Konfrontation mit den aufständischen Bauern vermieden werden.
Während des Ersten Weltkrieges wurden Mitglieder der Garde, die keinen Frontdienst zu leisten hatten, zum Bewachen von Brücken, Eisenbahnanlagen, Wasserreservoirs und den Kriegsgefangenenlager Freistadt eingeteilt. 1918 wurde das Korps vorübergehend aufgelöst, 1922 bereits wieder neuformiert. Bei den Brennpunkten der Zwischenkriegszeit (Justizpalastbrand 1927 und Bürgerkrieg 1934) bewachte das Bürgerkorps den Pulverturm und das Wasserreservoir. Die Nationalsozialisten lösten das Bürgerkorps wiederum auf und die Waffen wurden nach Kriegsende von den Siegermächten konfisziert und vernichtet.
Über das Lienzer Schützenkorps wurden den Freistädtern wieder Gewehre zur Verfügung gestellt und zwischen 1960 und 1961, wurde das Bürgerkorps wieder errichtet. 1972 wurde das 850-jährige Bestandsjubiläum gefeiert.
Heute dient das Bürgerkorps nicht mehr der Verteidigung, sondern ist ein kultureller Verein in Freistadt, der die Kulturgeschichte der Stadt mitträgt. Wie andere Korps umfasst das Jahresprogramm fixe Veranstaltungen, wie Ausrückungen zu Fronleichnam, Kriegerehrung am Allerheiligentag, Begräbnisse etc. Zusätzlich wird in der alten Festungsstadt nach wie vor als Pflege alten Brauchtums die Oster- oder Grabwache am Karfreitag und Karsamstag vor dem Rathaus und der Stadtpfarrkirche (Katharinenmünster) veranstaltet. Diese Tradition der Osterwache ist seit dem Mittelalter bekannt, denn die katholische Bevölkerung musste ihre Umzüge und Bräuche mit Waffengewalt vor heidnischen und protestantischen Übergriffen schützen.