St. Florian bei Linz
Gemeindeverwaltung
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Infos
Beschreibung
Herzlich Willkommen in der Marktgemeinde St. Florian!
Geschichte
Bodenfunde belegen, dass bereits vor Tausenden von Jahren - in der Frühgeschichte (das ist jene Zeit, die der durch schriftliche Quellen belegbaren Vergangenheit, der Geschichte, vorangeht) - Menschen in unserer Gegend gelebt haben.
Etwa 400 v.Chr. stießen die Kelten, von Westen kommend, in den Ostalpenraum vor. Sie begründeten mit dem Norischen Königreich das erste staatliche Gebilde auf österreichischem Boden.
Um die Zeitenwende (etwa 15 v. Chr.) ging dieses Königreich im Römischen Kaiserreich auf, und die Römer errichteten hier eine ihrer nördlichen Grenzprovinzen - Ufernoricum. Lauriacum (Lorch) entwickelte sich zu einer bedeutenden römischen Siedlung und Grenzfestung.
Zur Zeit der großen Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian starb Florianus, der höchste Zivilbeamte Ufernoricums, am 4. Mai 304 den Märtyrertod. Nachdem er sich bei einer Verhandlung freiwillig zum Christentum bekannt hatte, wurde er zum Tod durch Ertränken verurteilt. 313 erließ Kaiser Konstantin des Toleranzedikt von Mailand, das den Christen Religionsfreiheit brachte. Über dem Grab Florians, wo heute das Stift St. Florian steht, wurde eine Kapelle errichtet, um die auch bald eine Siedlung entstand.
Nach der Teilung in Ostrom und Westrom im Jahre 395 begann die Macht des Römischen Reiches an den Auswirkungen der Völkerwanderung (etwa 370-570) zu zerbrechen. Gegen Ende des 5. Jh.s zogen die römischen Truppen aus Noricum ab. Teile der Zivilbevölkerung aber blieben mit der noch vorhandenen keltischen Bevölkerung im Land.
In den dunklen Jahrhunderten der Völkerwanderung verließen ganze Völker ihre angestammten Siedlungsgebiete. Germanische Stämme, Hunnen, Awaren und Slawen zogen durch das Land, bevor im 6. Jh. die Bajuwaren (Bayern) unter Führung ihrer Stammesherzöge in das fast menschenleere Gebiet einströmten. Sie ließen sich auf altem Kulturboden nieder und dürften mit der noch verbliebenen kelto-romanischen Bevölkerung friedlich zusammengelebt und diese allmählich assimiliert haben. Auch die Verehrung des hl. Florian lebte weiter. In Quellen aus dieser Zeit heißt unser Ort bereits »ad sanctum Florianum«.
Mittlerweile konsolidierte sich im Westen Europas das Fränkische Reich, das sich immer weiter nach Osten ausdehnen sollte. 788 setzte Kaiser Karl der Große (768-814) den letzten bayrischen Stammesherzog, Tassilo 111. (748788), ab.
Im 7. und 8. Jh. kam es immer wieder zu Einfällen der Awaren und um 700 wurden auch Lorch und St. Florian verwüstet. 788 wurden sie in der Schlacht auf dem Ybbsfeld besiegt und verschwanden aus Europa.
Am 28.6.823 wird St. Florian erstmals als »cellula« (kleines Kloster) und in einer Urkunde des Stiftes Kremsmünster am 1.4.888 als »monasterium« (Kloster) bezeichnet.
In der ersten Hälfte des 10. Jh.s waren es die Magyaren, die immer wieder Angst und Schrecken verbreiteten. 955 wurden sie bei der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) vernichtend geschlagen und zogen sich in die ungarische Tiefebene zurück. Das Stift und der unter seiner Grundherrschaft stehende Ort St. Florian wurden wieder aufgebaut. Zahlreiche Schenkungen durch geistliche und weltliche Wohltäter sorgen für Vermehrung von Grund und Einkünften.
Am 5.7.1493 erhob Kaiser Friedrich III. das Dorf St. Florian zum Markt.
Am 1.5.1531 erließ Propst Peter Maurer eine Marktordnung mit klaren Richtlinien für Handel, Gewerbe und die öffentliche Ordnung.
Die Wirren des 16. und 17. Jahrhunderts wirkten sich auch in unserer Heimat aus. 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses an der Schlosskirche zu Wittenberg an. Seinem Bruch mit Rom (1519) folgten Glaubenskriege, Bauernaufstände und schließlich der Dreißigjährige Krieg (1618-1648).
Auch im Land ob der Enns fiel die Lehre Martin Luthers auf fruchtbaren Boden. 1534 erlaubt der päpstliche Nuntius den Chorherren sogar, wegen der konfessionellen Lage im Land außerhalb des Klosters weltliche Kleidung zu tragen. In der zweiten Hälfte des 16. Jh.s setzte in den Habsburgischen Landen die Gegenreformation (zwangsweise Rekatholisierung), die um die Wende zum 17. Jh. ihren Höhepunkt erreichen sollte, ein.
Im Jänner 1603 bekennen sich nur mehr zwanzig Untertanen im Umkreis des Stiftes St. Florian öffentlich zum protestantischen Glauben.
Im oberösterreichischen Bauernkrieg (1626-1627) wurde St. Florian abwechselnd von aufständischen Bauern und kaiserlichen Soldaten besetzt.
Gleichzeitig tobte der Dreißigjährige Krieg, und am 3.4.1645 musste St. Florian 171 Mann für ein Generalaufgebot gegen die anrückenden Schweden stellen. Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges konnten erst allmählich wieder überwunden werden.
Auch die Türkenkriege gegen Ende des 17. Jh.s wirkten sich, wenn es bei uns auch nicht zu Kampfhandlungen kam, wirtschaftlich negativ aus. So sollte St. Florian am 15.7.1683 wegen der Türkengefahr 70 bewaffnete Wächter und Schanzarbeiter nach Enns und Steyr abstellen. Darüber hinaus musste das Stift am 3.2.1685 12.000 Gulden und am 3.11.1690 neuerlich 2.734 Gulden Türkensteuer zahlen.
Auch während des Spanischen Erbfolgekrieges zu Beginn des 18. Jh.s mussten Florianer Bürger einrücken, und ein kaiserliches Dekret vom 13.2.1704 forderte zur Finanzierung der Kriegskasse die Ablieferung allen Kirchensilbers, ausgenommen Kelche, Monstranzen und Ziborien.
In den Anfängen des 19. Jh.s brachten die Franzosenkriege neues Unheil. Zwischen 1800 und 1809 war das Stift St. Florian mit Ausnahme weniger Räume fast immer von den Franzosen besetzt. Wenn auch die anfänglich wilden Plünderungen eingestellt wurden, so waren doch die Mannschaften zu versorgen.
Mit der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress (1814/15) kam Österreich und damit auch unsere nähere Heimat vorübergehend zur Ruhe.
Die neuen Gesetze des Revolutionsjahres 1848 lösten den Markt St. Florian aus dem Untertänigkeitsverhältnis zum Stift, und am 2. August 1850 wurde der Stiftsangestellte Andreas Schlager zum ersten Bürgermeister des Ortes gewählt. Das Stift erwies sich gegenüber der aus seiner Grundherrschaft entlassenen Gemeinde großzügig. Räumlichkeiten und Grundstücke wurden unentgeltlich zur Verfügung gestellt, und das Stift kümmerte sich um karitative Belange. Als Dank für all das Entgegenkommen sollte der Prälat geehrt werden. Da dieser aber von Gesetzes wegen Bürger der Gemeinde war, wurde der Chorherr Ferdinand Moser zum Ehrenbürger ernannt.
Der 1820/30 allmählich einsetzende Prozess der "industriellen Revolution" hatte auf St. Florian keine allzu großen Auswirkungen. Es siedelten sich keine großen Industriebetriebe an, dafür entwickelte sich neben der Landwirtschaft im Laufe der Zeit ein florierendes Klein- und Mittelgewerbe. Aus heutiger Sicht im Hinblick auf die Lebensqualität unserer Heimatgemeinde sicher eine positive Entwicklung.
Dennoch brachte die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Neuerungen. Eine Kleinkinderbewahranstalt und Schulen wurden gegründet. Bestehende Straßen wurden verbessert und neue gebaut, die Marktbeleuchtung installiert. Die Sparkasse für den Bezirk St. Florian wurde 1856 ins Leben gerufen. Vereine wurden gegründet. 1875 schaffte die Ortsgemeinde eine Dampfdreschmaschine an.
Die stete Aufwärtsentwicklung wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914-1918) zwar nicht völlig abgebrochen, aber doch erheblich gehemmt.
Nach dem verlorenen Krieg dankte Kaiser Karl am 11. November 1918 ab, und am nächsten Tag wurde die Erste Österreichische Republik, an deren Überlebensfähigkeit viele zweifelten, ausgerufen.
Die Zwischenkriegszeit ist geprägt von sozialen und wirtschaftlichen Spannungen. Die furchtbaren Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise der Dreißigerjahre ermöglichen den Aufschwung des Nationalsozialismus in Deutschland, der beim herrschenden Elend auch in Österreich auf fruchtbaren Boden fällt. Am 13. März 1938 wird Österreich Teil des Deutschen Reiches. Nach einem kurzen – großteils durch extensive Aufrüstung bedingten - wirtschaftlichen Aufschwung folgen die Schreckensjahre des Zweiten Weltkrieges.
Im April 1941 wurde das Stift zugunsten des Reichsgaues Oberdonau enteignet. Die Chorherren müssen das Kloster verlassen und in den Meierhof Pulgarn übersiedeln.
In den Jahren 1944 und 1945 fallen Bomben auf St. Florian. Im April 1945 bietet sich den Bewohnern des Ortes ein furchtbarer Anblick, als an die 20.000 KZ-Häftlinge auf ihrem qualvollen Weg nach Gunskirchen durch den Markt getrieben werden.
Noch am 2. Mai 1945 wurde der Gemeindesekretär Leopold Kotzmann wegen Widerstandes gegen das NS-Regime in Treffling erschossen - vier Tage später war der Krieg zu Ende.
Am 6. Mai marschierten die Amerikaner ein. 350 Mann der 65. Infanteriedivision wurden im Stift einquartiert.
Am 26. Juni 1945 kehren die Chorherren aus ihrem Asyl in Pulgarn in das Stift zurück.
Wenn die ersten Nachkriegsjahre auch hart waren (1946/47 verstärkte der strengste Winter, der seit 150 Jahren in Europa registriert worden war, noch Not und Elend), so begann mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges doch eine neue Ära. Die Zweite Republik wurde - im Gegensatz zur Ersten - nie in Frage gestellt. Durch den Aufbauwillen der Bevölkerung und mit Hilfe des Marshallplanes konnte Österreich, wenn auch in harter Arbeit, rasch wieder aufgebaut werden.
Der wirtschaftliche Aufschwung, der sich 1950 bereits klar abzuzeichnen begann, ging natürlich auch an St. Florian nicht spurlos vorbei.
Großzügige kommunale Bauvorhaben (Schulen, Kindergarten, diverse Sportanlagen, Neubau und Erweiterung des Freibades, Staubfreimachung der Straßen, neues Amtsgebäude etc.) konnten verwirklicht werden.
Zeitgemäßer Wohnraum wurde geschaffen.
Neue Klein- und Mittelbetriebe siedelten sich an.
Durch diese Gewerbestruktur ohne umweltverschmutzende Industrie ist St. Florian heute eine der attraktivsten Wohngemeinden im Zentralraum Linz-Steyr.
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