Steuerberg
Gemeindeverwaltung
Beschreibung
Herzlich Willkommen in Steuerberg! Gründung und Entwicklung der Ortsgemeinde Steuerberg von Wilhelm Wadl dem Buch “Steuerberg” entnommen (Hrsg. Wilhelm Wadl, Verlag Johannes Heyn, 2001) Das Gemeindegesetz vom 17. März 1849 Eine beschränkte Form kommunaler Selbstverwaltung hatte es in Österreich vor der Grundentlastung und Bauernbefreiung des Jahres 1848 nur in den Städten und Märkten gegeben. Erst das Gemeindegesetz vom 17. März 1849 schuf dann überall die rechtliche Grundlage für die Bildung politischer Ortsgemeinden. Den Ausgangspunkt hierfür sollten die Katastralgemeinden bilden, doch ging man dabei in Kärnten sehr uneinheitlich vor und schuf v. a. in Oberkärnten sehr große Gemeinden. So hatte z. B. die Gemeinde Feldkirchen, der auch der Steuerberger Raum zugeschlagen wurde, im Jahre 1849 eine Fläche von fast 60 km2 und ca. 4500 Einwohner. Politisch dominierten in ihr die Bürger des Marktes. Die Landbevölkerung war bald unzufrieden und strebte nach Lostrennung. Das Kärntner Gemeindegesetz 1864 Die rechtliche Möglichkeit hierzu bot erst das Kärntner Gemeindegesetz des Jahres 1864. Schon im Mai 1864 sprachen sich die Wahlmänner der Katastralgemeinden Wabl, Alt- und Neusteuerberg einstimmig, jene von Wachsenberg mehrheitlich für die Lostrennung von Feldkirchen aus. Der Feldkirchner Gemeinderat stimmte diesem Trennungsbegehren zu. Am 27. November 1865 befaßte sich der Kärntner Landtag mit den Wünschen der Steuerberger und faßte einen positiven Beschluß, dem Kaiser Franz Joseph am 11. März 1866 zustimmte und der am 21. März 1866 im Landesgesetzblatt kundgemacht und damit rechtskräftig wurde. Die ersten Gemeinderatswahlen Die ersten Gemeinderatswahlen wurden Ende Juli/Anfang August 1866 abgehalten. Sie wurden - wie alle weiteren Kommunalwahlen in der Zeit der Monarchie - öffentlich und nach dem sogenannten Dreiklassenwahlrecht durchgeführt. Dabei waren nur jene Personen wahlberechtigt, welche direkte Steuern (Grund- oder Gewerbesteuer) bezahlten. Die Wahlberechtigten wurden nach der Höhe ihrer Steuerleistung in die Wählerliste eingetragen. Die vermögenderen Steuerzahler wurden dadurch bevorzugt, daß man die gesamte Steuerleistung aller Gemeindeangehörigen in drei Drittel teilte und den Angehörigen dieser drei Steuerklassen je ein Drittel der Gemeinderatsmandate zusprach. Das Wahlrecht Das Wahlrecht war bis zum Ersten Weltkrieg ein reines Persönlichkeits-wahlrecht, d. h. es gab keine Parteienlisten, sondern jeder Wähler mußte persönlich oder durch einen Bevollmächtigten jene Personen benennen, die er als Gemeinderäte haben wollte. Alle drei Jahre wurden ein Teil des Gemeinderates, der Gemeindevorstand und der Bürgermeister neu gewählt. Der erste Bürgermeister Zum ersten Bürgermeister der neukonstituierten Gemeinde Steuerberg wurde der Krämer und Wirt Wolfgang Petritz gewählt, der schon seit 1850 Steuerberg im Feldkirchner Gemeinderat vertreten hatte. Damit lag Steuerberg durchaus im Trend, denn auch in vielen anderen Landgemeinden standen oftmals nicht Bauern, sondern Gewerbe-treibende v. a. aus den Wolfgang Petritz Bereichen Gastronomie und Handel an der Spitze der Gemeindeverwaltung. Petritz gehörte von 1873 bis 1882 auch dem Kärntner Landtag an und vertrat darin zunächst die Landgemeinden des politischen Bezirks St. Veit, ehe er 1878 in seinem eigenen Wahlkreis (Klagenfurt, Feldkirchen, Rosegg) wiedergewählt wurde. Der erste Gemeindevorstand Dem ersten Gemeindevorstand von Steuerberg gehörten neben Petritz die Bauern Mathias Spieß vlg. Strußnig in Pökelitz, Josef Reiterer vlg. Fastl in Köttern und Thomas Stich vlg. Unterer Hundsdorfer in Regenfeld an. Auch im Gemeinderat saßen ausschließlich Bauern. Selbständiges Steuerberg Die vollständige Verselbständigung Steuerbergs ließ allerdings noch einige Zeit auf sich warten. Erst im Jahre 1869 konnte nämlich die Kärntner Landesregierung einen erbittert geführten Streit um die Vermögensteilung zwischen Feldkirchen und Steuerberg gütlich beilegen. Im Bezirk Feldkirchen waren die Steuerberger die Vorreiter einer immer mehr um sich greifenden Revolte der Landbevölkerung, die zu zahlreichen Gemeindetrennungen führte. Nach ihnen verselbständigten sich in weiterer Folge auch die Gemeinden Gnesau, Waiern, Ossiach und Glanhofen. Gebietsmäßig hat sich Steuerberg seit 1866 nur noch wenig verändert. Kleine Veränderungen 1923 wurde der südlichste Teil der Katastralgemeinde Wachsenberg an die Gemeinde Waiern angeschlossen. Im Zuge der Gemeindestrukturreform des Jahres 1972 schließlich erhielt Steuerberg kleine Teile der Katastralgemeinden Dragelsberg und Wullroß von den Gemeinden Himmelberg bzw. Weitensfeld. Das Wahlrecht Bis zum Jahre 1918 blieb das Gemeindewahlrecht auf Grundbesitzer und Gewerbetreibende beschränkt. Dieser Schicht entstammten auch die Bürgermeister, welche in der Endzeit der Monarchie und in der Ersten Republik durchwegs dem 1886 gegründeten Kärntner Bauernbund (seit 1922: Landbund) angehörten. Es waren dies: - Wolfgang Petritz 1866 - 1883 - Engelbert Thomaschitz 1883 - 1886 - Karl Petritz 1886 - 1889 - Andreas Michenthaler 1889 - 1892 - Karl Petritz 1892 - 1908 - Franz Zwischenberger 1908 - 1910 - Franz Kampl 1910 - 1938 Im Jahre 1920 fand die erste Gemeinderatswahl nach dem allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrecht statt. Bis zum Jahre 1924 saßen nur Landbündler im Gemeinderat, 1924 zogen zwei, 1928 drei und bei der letzten Gemeinderatswahl der Ersten Republik im Jahre 1932 vier Sozialdemokraten in das aus 16 Mandataren bestehende Gemeinde-parlament ein. Ständestaat / NS-Zeit In der Zeit des Ständestaates amtierte Karl Steiner als kommissarischer Bürgermeister. Auch die Bürgermeister der NS-Zeit wurden nicht gewählt, sondern ernannt (Josef Schnitzer 1938-1941, Andreas Michenthaler 1941-1945). Nachkriegszeit Im Jahre 1945 wurde der Gemeinderat zunächst aufgrund der Stärkeverhältnisse der demokratischen Parteien des Jahres 1932 zusammengesetzt, ab Jänner 1946 aufgrund der Ergebnisse der Nationalratswahl vom Dezember 1945. 1950 - 1997 Nach der Gemeinderatswahl des Jahres 1950 gab es lange Zeit ein sehr labiles Kräfteverhältnis zwischen den Parteien. Nachdem das Amt des Bürgermeisters 1964 unter turbulenten Begleitumständen an die SPÖ gefallen war, dominierte diese ab 1970 für drei Legislaturperioden auch den Gemeinderat. Seit 1985 ist wieder die OVP die stimmen-, seit 1991 auch die mandatsstärkste Partei. Liste der Bürgermeister seit 1945: - Max Zitterer (ÖVP) 1945 - 1950 - Willibald Blasge (VDU) 1950 - 1954 - Max Zitterer (ÖVP) 1954 - 1958 - Johann Thaler (ÖVP) 1958 - 1964 - Otto Hinteregger (SPÖ) 1964 - 1984 - Johann Niederbichler (SPÖ) 1984 - 1985 - Karl Petritz (ÖVP) seit 1985 Letzterer wurde im Jahre 1991 bei der ersten Direktwahl eines Bürgermeisters mit 62 % der Stimmen im ersten Wahlgang in seinem Amt bestätigt und 1997 wiedergewählt. Wachsende Aufgabenfülle "Die Grundfeste des freien Staates ist die freie Gemeinde". Entsprechend diesem Grundsatz in der Einleitung des provisorischen Gemeindegesetzes vom Jahre 1849, wurden den Gemeinden zahlreiche Aufgaben in ihre Selbstverwaltung übertragen. Zwischen der ständig wachsenden Fülle an Aufgaben und den finanziellen Mitteln, die dafür zur Verfügung standen, klaffte jedoch in Landgemeinden wie Steuerberg stets ein großes Loch. Ein wichtiger Aufgabenbereich für die Gemeinden lag im 19. Jahrhundert noch im Bereich der Ortspolizei. Dieser Begriff war damals noch weit gefaßt. Der Heiratskonsens Ein gutes Beispiel ist der Heiratskonsens. Vor 1848 mußte die Grundherrschaft einer Eheschließung von Besitzlosen zustimmen, nun ging dieses Recht auf die Gemeinde über, die auch alle Fragen der Dienstbotenordnung und der Dienstbotenbücher übertragen bekam. Die Baupolizei Auch die Baupolizei wurde in weiten Bereichen Gemeindesache, auch wenn man angesichts des Fehlens älterer Bauakten glauben könnte, daß dies früher nicht so gewesen sei. Die Volksschule Mit dem Reichsvolksschulgesetz des Jahres 1869 wurden die Gemeinden Schulerhalter der vorher konfessionellen Volksschulen. Aus dem Gemeindeausschuß wurde nunmehr ein Ortsschulrat gewählt, der bis weit ins 20. Jahrhundert eines der wichtigsten Gemeindegremien war. Er war nicht nur zuständig für den Neubau, die Erhaltung und Dotierung der Schule, sondern auch für Fragen der Organisierung und der Unterrichtssprache. Straßen Auch im Bereich der Straßenpolizei und Straßenerhaltung wird deutlich, daß die Gemeinde 1850 in die Nachfolge der Grundherrschaft trat, denn sie übernahm nun auch das Mittel der Robot für Erhaltungsarbeiten an Gemeindestraßen. Im späteren 19. Jahrhundert erfolgte dann meist eine erste Kategorisierung der Verkehrswege und ihre Einteilung in Gemeinde-, Ortschafts- und Einschichtwege. Daneben hatten die Gemeinden von Anfang an noch eine Fülle weiterer Aufgaben, wie z. B. die Landwirtschaftsförderung (man denke etwa an den "Gemeindestier" ), die Organisierung des Marktwesens usw. Die Einnahmen im Gemeindehaushalt Die Einnahmen im Gemeindehaushalt stammten bei einer Landgemeinde wie Steuerberg bis weit ins 20. Jahrhundert hinein fast ausschließlich aus dem Bereich der Grundsteuer. Zuschüsse aus Landes- und Staatsmitteln für konkrete Projekte gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg; in der Wirtschaftskrise und Finanzkrise der Zwischenkriegs-zeit waren die Gemeinden allerdings gänzlich auf sich selbst angewiesen. Das Gemeindeamt Das Gemeindeamt befand sich in Steuerberg zunächst jahrzehntelang im Wohnhaus des jeweiligen Bürgermeisters (nach der Gemeindegründung somit beim vlg. Kreuzkramer, heute: Gasthaus Steiner). Nach dem Schulhausneubau zog das Gemeindeamt um 1893 als Mieter in die Schule ein. Für den Neubau der Schule unter Bürgermeister Andreas Michenthaler mußte ein langjähriger Hypothekarkredit aufgenommen werden, der für weitere kommunale Bauvorhaben lange keinen Spielraum ließ. Erst ab 1924 gab es Pläne zur Errichtung eines Gemeindearmenhauses, in dem auch die Gemeindekanzlei untergebracht werden sollte. Ohne Landeszuschuß war an eine Verwirklichung jedoch nicht zu denken. Ab 1930 war als Bauplatz das Areal des Schulgartens vorgesehen. Das Bauholz war schon vorhanden, 1934 mußte das Projekt aber wegen der allgemeinen Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch den Gemeindehaus-halt schwer belastete, abgeblasen werden. Mit dem Kaufvertrag vom 13. März 1940 erwarb die Gemeinde schließlich - wohl aus Mitteln eines reichsdeutschen Kommunalkredites samt verlorenem Zuschuß - das Anwesen vlg. Kirchenkramer und baute es zum Gemeindehaus um. Für rund ein halbes Jahrhundert war das Gemeindeamt in diesem massiven Bau aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Verbesserung der kommunalen Infrastruktur Erst ab der Mitte der sechziger Jahre gelang es der Gemeinde Steuerberg - hauptsächlich durch Bedarfsmittelzuweisungen seitens des Landes - mit einer Reihe von Projekten die kommunale Infrastruktur grundlegend zu verbessern (Ausbau und Asphaltierung der Gemeinde-straßen, Ankauf von Seegrund und Bau eines Gemeindebades, Erweiterung des Friedhofes und Bau einer Aufbahrungshalle, Errichtung kommunaler Wasserversorgungsanlagen usw.). In den achtziger und neunziger Jahren wurde das neue Gemeinde-zentrum errichtet, beide Volksschulen saniert und erweitert sowie zwei neue Kindergärten gebaut. Auch die Sportanlagen wurden modernisiert und erweitert. Neue Wohnungen Auf Anregung der Gemeinde haben in den letzten Jahren gemeinnützige Bauträger (Neue Heimat, Kärntnerland) zahlreiche Wohnungen in Steuerberg und Wachsenberg errichtet. Auf Initiative von Frau VD Waltraud Petritz bestand schon seit 1996 eine Partnerschaft zwischen der VS Steuerberg und der VS Colugna (Gem. Tavagnacco). Im Jahre 1998 wurde diese auf die Gemeinden selbst ausgedehnt. Tavagnacco - Steuerbergs Partnergemeinde Die Steuerberger Partnergemeinde Tavagnacco ist seit 1946 selbständig, liegt nördlich von Udine, umfaßt 15,25 km2 und hat ungefähr 12.000 Einwohner. Die Partnergemeinde in Friaul übertrifft Steuerberg hinsichtlich Größe und wirtschaftlicher Bedeutung um ein Vielfaches. Im Gemeindegebiet gibt es über 1000 Betriebe, darunter Großbetriebe der Nahrungs- und Konsumgüterindustrie sowie zahlreiche große Handelshäuser. Jubiläumsjahr 2001 Im Jubiläumsjahr 2001 sollen eine ganze Reihe kommunaler Projekte in Angriff genommen werden. Die Planung der Ortskanalisation ist im Gang, durch eine zentrale Umweltinsel soll die Abfallentsorgung neu geregelt werden. Die Ortsdurchfahrt in Steuerberg wird neu gestaltet und mit einem beidseitigen Gehweg ausgestattet. Als Probelokal für die zahlreichen Vereine wurde von der Gemeinde das "Riegerhaus" angekauft. Am Wachsenberg wird ein Eislaufplatz und eine Ringerarena am Gelände um das Mesnerhaus errichtet werden. Rund um den Goggausee wird ein von der ARGE Naturschutz gestalteter Naturlehrpfad eingerichtet, der den Besuchern die Besonderheiten dieses einzigartigen Landschaftsschutzgebietes erklären soll. Die Burgruine Steuerberg, das namengebende Wahrzeichen für die ganze Gemeinde wurde mit Zustimmung des Grundbesitzers unter Denkmalschutz gestellt. Ihr bemerkenswerter, jedoch gefährdeter Baubestand wird behutsam saniert und gefestigt werden. An allen wichtigen Einfahrtsstraßen in die Gemeinde wurden Holzstraßenmonumente mit dem eingearbeiteten Gemeindewappen von Prof. Franz Kaplenig aufgestellt. Als Mitglied des Vereins "Kärntner Holzstraße" ist die Gemeinde zusammen mit örtlichen Kulturträgern bestrebt, die Verwendung des natürlichen und vor Ort reichlich vorhandenen Baustoffes Holz zu verstärken und die Erhaltung historisch wertvoller Bausubstanz und regionstypischer Bauelemente aus Holz (Dächer, Balkone, Fassaden, Zäune, Hinweistafeln etc.) zu fördern. Vor allem soll der Einsatz des Rohstoffes Holz der örtlichen bäuerlichen Bevölkerung zusätzliche Einkommensquellen erschließen (Biomasse als Energieträger, lokale Holzverarbeitung z. B. durch ein vor kurzem eröffnetes Kleinsägewerk). Der Ortsbildpflege wird auch im Hinblick auf das neue touristische Leitbild verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt. Die Zukunft Wlichtige Leitlinien für die Zukunft enthält das von den ORE-Arbeitsgruppen Steuerberg unter fachlicher Betreuung durch das Architektenbüro Lengger in Villach erstellte "Örtliche Entwicklungs-konzept". Die Umsetzung der dort formulierten Zielvorgaben wird allerdings noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Ausgehend vom Entwicklungskonzept, welches auf die Gefahren einer zunehmenden Zersiedelung hinwies, ist ein neuer Flächenwidmungsplan in Ausarbeitung, der die weitere Entwicklung der Ortskerne fördern und strengere Richtlinien festlegen soll Wie Steuerberg zu seinem Namen kam Der heutige Orts- und Gemeindename Steuerberg hat eine eigenartige Entstehungsgeschichte. Er leitet sich ursprünglich von der Burg Steuerberg und dem Geschlecht her, das von dieser Burg aus das Gebiet beherrschte. Mit Steuern hat der Name allerdings nicht das mindeste zu tun. Noch heute wird der Ort mundartlich ja "Steierberg" oder überhaupt nur "Steiberg" genannt. Der Ortsname nimmt Bezug auf die Beziehungen, welche die Inhaber der Burg mit den steirischen Markgrafen verbanden. Der Name Steuerberg wäre also mit "steirische Burg" zu übersetzen. Da zahlreiche urkundliche Quellen bis ins 13. Jahrhundert undatiert sind, ist eine klare Festlegung, wann ein Ort erstmals urkundlich genannt wurde, sehr oft nur schwer möglich. So verhält es sich auch im Falle von Steuerberg, das in der ursprüng-lichen Namensform "Touernich" in einer undatierten Schenkungsnotiz für das steirische Benediktinerkloster Admont erstmals auftaucht. Diese Notiz wurde abgefaßt, als der spätere Abt Liutold als kleiner Knabe in das Kloster eintrat und seine Eltern Reginher und Petrissa sowie die mütterliche Verwandtschaft aus diesem Anlaß umfangreiche Besitzungen im Steuerberger Raum und im Mölltal an Admont schenkten. Liutold wurde am 30. Juni 1165 zum Abt von Admont geweiht. August Jaksch, der Herausgeber des Kärntner Urkundenbuches, nahm daher an, daß sein Eintritt in das Kloster mindestens 20-25 Jahre früher erfolgt sein müsse und datierte die Schenkungsurkunde in den Zeitraum zwischen 1140 und 1145. Da über das Lebensalter des Abtes Liutold, der dem Kloster zwischen 1165 und 1171 vorstand, jedoch nichts bekannt ist, könnten der Klostereintritt und die Schenkung auch schon um 1130 oder aber erst um 1150 erfolgt sein. Eindeutiger datierbar ist erst eine zweite Schenkung des "Reginher de Touernich", mit der dieser "iturus in viam sancti sepulchri", d. h. vor dem Aufbruch zum Kreuzzug, dem Kloster Admont zwei Huben in der Glödnitz und eine Taverne (Gasthaus) "ad Touernich" (zu Tovernik/heute: Steuerberg) schenkt. Diese Urkunde ist in das Frühjahr 1147 zu datieren und wäre somit die erste Nennung von Steuerberg, die datumsmäßig eindeutig festlegbar ist, allerdings noch den ursprünglichen Ortsnamen anführt, der nach der Deutung des Sprachforschers Eberhard Kranzmayer als "Dorf am guten Bach" zu übersetzen wäre. Auch der Lehensherr Reginhers, Graf Bernhard von Spanheim, begab sich im Jahr 1147 auf den dritten Kreuzzug. Wie viele andere Adelige stiftete er zuvor reichen Besitz an die Kirche. Am 16. November 1147 fand er auf dem Weg ins Heilige Land den Tod. Seine umfangreichen Güter und Ländereien (u. a. Marburg in der Untersteiermark) fielen zusammen mit den ritterlichen Dienstmannen ("Ministerialen") im Erbwege an den steirischen Markgrafen Otachar. Zu den Ministerialen des Grafen Bernhard gehörten auch die Hollenburger und Steuerberger, die nach 1147 somit Gefolgsleute des steirischen Markgrafen wurden. Die Veranlassung für das Aufkommen des Ortsnamens "Steierberg" ist also der durch den Schlachtentod des Grafen Bernhard im November 1147 bedingte Übergang seiner Besitzungen und seines Gefolges an den steirischen Markgrafen. Der Namenswechsel ist jedoch nicht unmittelbar nach 1147 erfolgt, denn noch im Jahr 1160 wird anläßlich einer Fehde zwischen den Peggauern und dem Bischof von Gurk das "castrum Dovernic" (die Burg Dovernic) als Fluchtort der unterlegenen Peggauer genannt. In einer von August Jaksch in die Jahre zwischen 1168 und 1174 datierten. Schenkungsnotiz wird "Reginherus de Touernich" erstmals explizit als "ministerialis marchionis de Styre" (= Ministeriale des steirischen Markgrafen) bezeichnet, führt aber selbst noch den ursprünglichen Beinamen. In der Zeugenreihe einer am 24. März 1169 ausgestellten Gurker Urkunde wird er dann erstmals als "Reinherus de Styrberch" bezeichnet. Die lehensmäßige Bindung an den steirischen Markgrafen hat somit in den Jahren zwischen 1147 und 1169 den ursprünglichen Burgnamen abgelöst und allmählich verdrängt. Die weitere Entwicklung des im Jahr 1169 erstmals urkundlich bezeugten Namens "Styrberch" zu "Steierberg" folgte den Gesetzmäßigkeiten der Lautverschiebung im Rahmen der Entwicklung der deutschen Sprache. Die dem ursprünglichen Namenssinn widersprechende Umdeutung zu "Steuerberg" wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzogen, denn noch 1866 lautete der offizielle Gemeindename "Steierberg", wie der Ort bis heute auch in der Mundart bezeichnet wird. Kurz vor seinem Tod (also wohl nach 1169) trat Reinher mit seiner Frau Petrissa als Mönch in das Kloster Admont ein, dem damals sein Sohn Liutold als Abt vorstand und schenkte dem Kloster das Gut Dalling am Zammelsberg. Der Vollzug dieser Schenkung wurde jedoch von Otto von Buch, einem Verwandten des Steuerbergers, verhindert. Erst als dieser auf dem Totenbett lag, stimmte er der Übergabe Dallings an Admont zu. Die umfangreichen Güter, welche Reinher und Petrissa dem Kloster Admont widmeten, werden ab dem Jahre 1171 in zahlreichen päpstlichen und' kaiserlichen Besitzbestätigungen angeführt. So bestätigt z. B. Papst Alexander III. dem Kloster im Jahr 1171 u. a. auch die "allodia Touernich et Chirchaim" (= Eigengüter in Steuerberg und Großkirchheim im Mölltal). Im Jahr 1184 bestätigt Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Kloster Admont dieselben Güter "ex dono quorundam Reinheri videlicet Petrisse et aliorum consanguineorum Liutoldi abbatis Admundensis" (= aus der Schenkung des Reinher und der Petrissa sowie anderer Verwandter des Admonter Abtes Liutold). Der ursprüngliche Name von Steuerberg blieb also auch nach 1169 noch lange gebräuchlich und wurde erst im 13. Jahrhundert endgültig vom heutigen Namen abgelöst, der sich anfänglich auf die Burg beschränkte. Dies ist in sehr ähnlicher Form auch bei anderen Siedlungen zu beobachten. So haben z. B. auch Himmelberg und Ebenthal ihre ursprünglichen Namen (Sulka bzw. Schrelz) zugunsten eines Burg- bzw. Schloßnamens verloren. Noch in einer zwischen den Jahren 1216 und 1218 angefertigten Gurker Fälschung (einer erweiterten Fassung der Diözesanverleihung vom Jahr 1131) wird unter den Gurker Kirchen die "ecclesia sancti Petri apostoli in Dovernic" (= die Kirche des Apostels Petrus in Dovernik/ Steuerberg) angeführt. In einer Liste der Wunderheilungen am Hemmagrab, die 1227/28 zusammengestellt wurde, wird jedoch u. a. auch ein "puer de Steierberch contractus" (= ein verkrüppelter Knabe aus Steuerberg) angeführt und somit schon der heutige Ortsname verwendet. Für die Burg selbst war offenkundig schon ab 1169 der Name "Steyerberch" allein gebräuchlich. Da die Erstnennung von Steuerberg - wie oben ausführlich dargestellt wurde - zeitlich nicht näher eingrenzbar ist, kommt als früheste datierbare Erwähnung das Jahr 1147 - allerdings noch in der ursprüng-lichen Namensform "Touernich" - in Frage. Der heutige Orts- und Gemeindename "Steuerberg", der zunächst ein bloßer Burgname ist und sich von der nach 1147 einsetzenden lehensmäßigen Bindung der Burg an die steirischen Markgrafen herleitet, wird erstmals am 24. 3. 1169 genannt. Steuerberg bietet mannigfache Möglichkeiten, Natur und Freizeit zu genießen.
Der Goggausee mit seiner Trinkwasserqualität lädt im Sommer Schwimmer, Fischer und Bootsfahrer ein, im Winter kommen die Eisläufer zu ihrem Vergnügen. Die heile Natur in und um Steuerberg inspiriert zu Spaziergängen, Ausflügen und Wanderungen auf sonnigen und gut markierten Wegen. Der Bösensteiner Wasserfall stellt ein besonderes Kleinod der Natur dar und auch kunstgeschichtliche Sehenswürdigkeiten wie die Burgruine Steuerberg, drei Kirchen und der Zehentkasten in Hart warten darauf, erkundet zu werden... Steuerberg - Wachsenberg und seine erholsame Umgebung bieten herrliche Wandermöglichkeiten auf gut markierten und mit Nummern versehenen Wanderwegen, welche von Steuerberg und Wachsenberg ausgehen. Das Gemeindegebiet befindet sich in den Ausläufern der bekannten Nockberge und ist etwa 8 km von der Bezirksstadt Feldkirchen entfernt. Im Ort und unterwegs gibt es überall nette Einkehrgasthöfe, wo bei ausgezeichneter Kärntner Brettljause und guten Getränken auch für Ihr leibliches Wohl gesorgt wird. Die Wanderwege sind in der Wanderkarte der Gemeinde Steuerberg eingezeichnet. Die Wanderkarte erhalten Sie im Gemeindeamt Steuerberg. Auch Online steht Ihnen nun unser Wanderwegenetz unter der Plattform Outdooractive zur Verfügung!!! Hier finden Sie den Link: https://regio.outdooractive.com/oar-mittelkaernten/de/touren/#area=1020343&filter=r-fullyTranslatedLangus-,sb-sortedBy-0&wt=Steuerberg%20(Feldkirchen,%20K%C3%A4rnten,%20%C3%96sterreich)%0A1020343&zc=12,14.12361,46.78325