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Fürstenfeld

Gemeindeverwaltung

Feierliche Enthüllung des Kuhn-Gugig-Denkmals an der Landesberufsschule Fürstenfeld

Menschenrechte, Friede, Demokratie, Zivilcourage, Toleranz – diese Begriffe sind auf dem neu errichteten Kuhn-Gugig-Denkmal am Schulgelände der Landesberufsschule Fürstenfeld zu lesen.
Das Denkmal geht auf einen Ideenwettbewerb unter den Lehrlingen der LBS Fürstenfeld im Schuljahr 2022/23 zurück. Als Siegerin wurde Leonie Reinprecht ausgezeichnet, deren Entwurf die Jury durch seine klare Botschaft und seinen zukunftsgerichteten Charakter überzeugte.

Willi Gugig (1921–2001) und Leo Kuhn (1908–2004), denen dieses Denkmal gewidmet ist, wurden vom nationalsozialistischen Regime verfolgt und in Konzentrationslager deportiert – Gugig als Jude, Kuhn als aufrechter Demokrat. Sie überlebten unter glücklichen Umständen das Grauen von Buchenwald und Mauthausen. Die Parallelen zu heutigen Schülergenerationen sind dabei nicht zu übersehen: Beide Männer waren zur Zeit ihrer Verhaftung in ähnlichem Alter wie die heutigen Lehrlinge.

Gerald Guschlbauer, Initiator des Projekts und langjähriger Pädagoge im Lehrlingsheim, erinnerte sich in seiner Ansprache an regelmäßige Besuche der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, wo die Zeitzeugen Willi Gugig und Leo Kuhn persönlich von ihren Erlebnissen berichteten. Mehrstündige Gespräche mit den Überlebenden fanden auch an der LBS Fürstenfeld statt.

Musikalisch wurde der Festakt von Paul Roch umrahmt, der mit einfühlsamen und thematisch abgestimmten Liedtexten zum Nachdenken anregte.

Das Denkmal selbst entstand in Kooperation mehrerer steirischer Berufsschulstandorte: Die Glasskulptur wurde von der Landesberufsschule Graz 4 gefertigt, die Metallkonstruktion stammt von der LBS Mureck, und die Betonelemente wurden von der Firma Heinrich Bau-GesmbH und der LBS Fürstenfeld umgesetzt.

Unter den zahlreichen Gästen befanden sich auch Mag. Heike Stark-Sittinger, Geschäftsführerin der Lehrlingshäuser Steiermark, BSD Ing. Harald Pöltl, Direktor der Berufsschule Fürstenfeld, und HL Verena Thurner, MSc, Leiterin des Lehrlingshauses. Auch Bürgermeister Franz Jost und Vizebürgermeister Roland Gogg wohnten der Enthüllung bei. Besonders bewegend war der Beitrag von Leo Kuhn junior, der gerührt betonte, dass sein Vater dieses Denkmal sehr geschätzt hätte und es ihm viel bedeute, dass dessen Werte auf diese Weise weiterleben. Finanzstadtrat Dieter Siegl sprach in Vertretung der Stadtgemeinde Fürstenfeld und unterstrich: „Es ist schön zu sehen, wie tiefgründig sich junge Menschen mit einem der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte auseinandersetzen.“

Fünf Personen stehen vor einer Skulptur. Eine Frau hält eine Plakette mit der Aufschrift 'Urkunde'. Im Hintergrund sind grüne Bäume und ein weißer Van zu sehen.
Ein Mann in einem Anzug spricht in ein Mikrofon. Ein Projektionsbild hinter ihm zeigt zwei Fotos, eines von Leo Kuhn und eines von Willi Gugig.
Ein Mann steht hinter einem Tisch und spricht in ein Mikrofon. Ein anderer Mann sitzt in der Nähe und spielt Gitarre. Eine große Leinwand hinter ihnen zeigt die Worte 'Herzlich Willkommen!'.
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