Einweihung von “Jakobs Kreuz”
Das von Jakob Lercher gebaute Wegkreuz beim „Fröschabächle“im Riedle steht für
Dankbarkeit, Hoffnung und Versöhnung.
Ein seltenes Ereignis wurde am Donnerstag, den 28. Mai, in Klaus gefeiert: Ein neues
Wegkreuz wurde eingeweiht. Jakob Lercher, der vor kurzem seinen 80. Geburtstag feiern
konnte, hat das von ihm selbst gebaute Kreuz auf seinem Grund beim „Fröschabächle“
im Riedle an der Grenze zu Weiler am Todestag seiner Mutter aufgestellt. Nun hat Pfarrer
Pio Reinprecht das schöne Wegkreuz unter Mitwirkung des Klauser Männerchors
gesegnet. Rund 70 Gäste, darunter viele Nachbarn, nahmen an der Feier teil.
Es gebe nicht mehr so viele Wegkreuze wie früher, sagte der Pfarrer. Zeichen des
Glaubens im öffentlichen Raum würden immer seltener. Dabei, so der Priester, könnten
Wegkreuze wie das – in Anlehnung an den biblischen Jakobsbrunnen – von Pfarrer Pio so
genannte Jakobskreuz uns Menschen im Alltag an Wichtiges erinnern: „Wir sind oft unter
Druck, müssen funktionieren, wir denken, wir müssten perfekt sein. Das Kreuz erinnert
uns: Das Leben muss nicht immer perfekt sein, auch Angst und Schmerz dürfen ihren
Platz haben.“
Dankbarkeit, Hoffnung, Vergebung
Jakob erklärte, ein Kreuz stehe für ihn für Dank, Hoffnung und Vergebung. In seiner
Ansprache berichtete er, dass bei ihm 2015 eine schwere Krankheit diagnostiziert
wurde. In den folgenden vier Jahren musste er sich vier Operationen unterziehen, und er
könne nur danken, dass es ihm jetzt wieder so gut gehe. Verzeihung sei etwas, was nicht
immer einfach gelinge, aber wenn sie nicht passiere, schade es den Menschen. Und so
brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass Unstimmigkeiten ein gutes Ende finden.
Er bedankte sich bei allen, die bei der Gestaltung des Kreuzes und der Feier geholfen
hatten, und erzählte von der Entstehung des Denkmals: Einen alten Korpus, die
Christusfigur, in drei Teilen hatte Jakob schon länger. Jakobs Schwager, Erich Bösch, gab
ihm den Stein für den Sockel, der andere Schwager, Walter Bösch, sorgte für den
Transport und das passende Loch im Stein. Helmut Ebenhoch half Jakob, den Ast, der
das Kreuz bildet, einzupassen, und Ewald Fritz machte das schöne Kupferdach aus
altem Blech. Nicht zuletzt sorgten Silvia Frick, Judith Müller und Jakobs Frau Martha für
die gelungene Bewirtung.
14 Mitglieder des Männerchors Klaus, unter ihnen Ehrenmitglied und langjähriger
Obmann und Kassier des Chores, Jakob, umrahmten die Feier musikalisch. Nachdem
Pfarrer Pio das Kreuz und alle Anwesenden gesegnet hatte, wurde in der Wiese unter
Lerchers Obstbäumen bei Kaffee und Kuchen weitergefeiert.