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Beschreibung

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Leithaprodersdorf dann in der Provinz Pannonia. Ältere Funde belegen von Aktivitäten schon seinerzeit. In römischer Zeit war das Gemeindegebiet von Leithaprodersdorf dicht besiedelt. Zwei große Gutshöfe und ein Wachturm (Burgus) sowie die zugehörigen Gräberfelder mit Grabsteinen sind durch Ausgrabungen seit dem vorigen Jahrhundert benannt. Die Namen Maguricius, Ussuro, Ucco, Cenomarus, Gnatila sowie Octo, Aurelia Valla und Aurelia Florentina belegen die keltisch-römische Mischbevölkerung des 1. bis 3. Jahrhunderts. Aus der Frühgeschichte stammt ein Bestattungsplatz der Awaren aus dem 8. Jahrhundert beim Annenkreuz. Das bedeutendste, noch heute sichtbare Bodendenkmal am Ortsrand von Leithaprodersdorf ist das G’schlößl, eine mittelalterliche, aus drei konzentrisch umlaufenden Gräben und Wällen bestehende Wasserburg. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf den Ruinen des römischen Wachturmes zur Sicherung des Leithaüberganges errichtet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1232. Das Gemeindegebiet im Süden 1873, die Gräben der Wasserburg sind noch mit Wasserführung erkennbar (links oben) Bereits in den 1860er Jahren scheint in der Presse das Bade-Etablissement in Leitha-Prodersdorf auf. Noch Jahrzehnte nach 1900 war Bad Prodersdorf (bisweilen: Bad Brodersdorf) als Ortsbezeichnung bekannt. Sie nahm Bezug auf die als Heil- und Thermalbad ausgebauten, bis 26 Grad Celsius warmen Quellen an der heutigen Adresse Badgasse 49. Das Bad, für dessen mittelbares bahntechnisches Erreichen die Stationen Ebreichsdorf, Weigelsdorf und Unterwaltersdorfgenannt wurden, war als Tagesausflugsziel populär, unter anderem bei Wiener Radfahrvereinen. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn (Deutsch-Westungarn), wurde Ungarisch Prodersdorf genannt, und war wichtiger Grenzübergang zu Deutsch Brodersdorf im Erzherzogtum Österreich bzw. Kronland Österreich unter der Enns. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lajtapordány verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). 1982 feierte die Gemeinde 750 Jahre ihres Bestehens, verbunden mit der Erhebung zum Markt.

Mit 1. Jänner 1990 wurden die bis dahin zur Marktgemeinde Leithaprodersdorf gehörenden Katastralgemeinden bzw. Ortschaften Loretto sowie Stotzing abgetrennt, und Leithaprodersdorf wurde als neue Gemeinde geschaffen. Heute sind Leithaprodersdorf und Deutsch Brodersdorf vollständig zu einer Siedlungseinheit verwachsen. Forschungen haben ergeben, das Leithaprodersdorf als der älteste benannte Ort des Burgenlandes bezeichnet werden kann. Der Name stammt von Lithaha mit der Präposition super Sconibrunno, auf deutsch oberhalb des schönen Brunnens aus dem Jahr 833.