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Kirchschlager Straße 2, 7441 Pilgersdorf, AUT
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Herzlich Willkommen in Pilgersdorf! Sehr geschätzte Damen und Herren, liebe Jugend! Ich darf Sie als Bürgermeister auf der CITIES-Seite der Gemeinde Pilgersdorf Herzlich Willkommen heißen. Die Großgemeinde Pilgersdorf besteht aus den sieben Ortsteilen Bubendorf, Deutsch Gerisdorf, Salmannsdorf, Kogl, Lebenbrunn, Steinbach und Pilgersdorf. Die Gemeinde liegt im Zöberntal und grenzt an die Bucklige Welt in Niederösterreich. Auf ca. 43,9 Quadratkilometern leben ca. 1650 Einwohner. Mit der Hoffnung, dass unsere CITIES-Seite Ihren Erwartungen entspricht, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Ihr Bürgermeister Ewald Bürger Geschichte zum Ortsteil Pilgersdorf Aus der frühgeschichtlichen Zeit ist über das Gebiet der heutigen Großgemeinde Pilgersdorf wenig bekannt. Es kann jedoch angenommen werden, dass es in den ersten vorchristlichen Jahrhunderten von Kelten besiedelt war. Die Römer, die in den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten unser Gebiet beherrschten, hatten bereits eine Straße errichtet, die von Savaria kommend über den Höhenrücken zwischen Rabnitz-und Zöberntal und die Höhen der Buckligen Welt ins Pittental und Wiener Neustädter Becken führte. An die Römer erinnert auch noch ein kleiner Friedhof auf dem Areal der alten Schule. Zur Zeit der Völkerwanderung (ab dem 4. Jhdt. n. Chr.) zogen hier sicherlich Germanenstämme und Hunnenscharen durch und wurden auch vorübergehend sesshaft. Um 600 n. Chr. kamen die Awaren und die von ihnen unterworfenen Slawen auch in unser Gebiet. An Letztere erinnern noch die Flussnamen Rabnitz und Schiernitzbach. Nach der Zurückdrängung der Awaren durch Karl den Großen setzte die erste deutsche Kolonisation durch fränkische und bajuwarische Siedler ein. Unser Gebiet kam damals unter den Einfluss der Bistümer Passau und Salzburg. Pilgersdorf wird als „Brunnaron an der Zöbern" bereits im Jahr 844 im Salzburger Urkundenbuch erwähnt und ist somit die älteste urkundlich genannte Gemeinde des Burgenlandes. Im Jahre 844 schenkte König Ludwig der Deutsche (+ 876) seinem Kanzler, dem Priester Dominikus, Besitzungen zu Brunnaron am Zöbernbach, die der Kleriker Ratpero innehatte. Brunnaron bedeutet wohl „bei den Brunnen, bei den Quellen". In Pilgersdorf gab es bis vor einigen Jahrzehnten mitten im Ort drei quellen, deren Wasser zur Versorgung von Mensch und Vieh verwendet wurde. Die aus dem Westen kommenden Kolonisten der Karolingerzeit werden diese Quellen bewusst für ihre neue Siedlung ausgesucht haben. Die drei Quellen waren also der Grund für die Gründung von Brunnaron und gaben dem Ort auch den Namen. Der Kleriker Dominikus erbaute hier eine Kirche über dem römischen Friedhof, die „Ecclesia Minigonis" (Kirche des Dominikus), die 860 zur Erzdiözese Salzburg gehörte und im Salzburger Urkundenbuch genannt wird. Im Jahr 1975 entdeckte man, als Pilgersdorf sein 750 jähriges Bestehen feierte, mitten in der Gemeinde beim Abreißen der alten Schule mächtige Mauern einer großen romanischen Kirche, die um 1200 errichtet worden war. Aber auch die Fundamente einer noch älteren Kirche und Spuren einer karolingischen Vorgängerkirche konnten freigelegt werden. Im 10. Jahrhundert wurde auch das mittlere Burgenland von raubenden und plündernden Magyarenhorden heimgesucht. Ob und in welchem Ausmaß unser Tal entvölkert wurde, lässt sich nicht feststellen. Wahrscheinlich ging mit dem Namen Brunnaron auch die ganze Siedlung zugrunde. Nachdem die Magyaren um das Jahr 1000 sesshaft und durch Heiraten mit deutschen Adelsfamilien verwandt geworden waren, gestatteten sie eine Neubesiedlung Westungarns (2. Kolonisation). Vor allem deutsche Bauern aus dem oberen Donaugebiet ließen sich im Zöberntal nieder. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen „Pylgrim" stammt aus dem Jahr 1225. In einer Schenkungsurkunde bestätigte der ungarische König Andreas II. dem Kloster Marienberg allerlei Gebietszuwendungen und beschrieb darin die Grenzen des klösterlichen Besitzes genau. An einer Stelle der Urkunde heißt es: „die Grenze steigt ein wenig gegen Osten zur Straße, die aus Pylgrim kommt, an". Der Name Pylgrim hat mit Pilgern oder Wallfahrern nichts zu tun, vermutlich leitet er sich vom Namen des Anführers jener Bauernkolonne her, die sich hier angesiedelt hatte und nach dem der Ort benannt wurde. Oder der Ort erhielt diesen Namen nach dem damals sehr angesehenen Bischof Pilgrim von Passau. Zur Zeit der „Güssinger Fehde" war „Pilgreimsdorf' ein befestigter Ort, der vom öster-reichischen Herzog Albrecht 1289 erobert wurde, als er gegen den Güssinger Grafen Johann zu Felde zog. Auch die romanische Kirche wurde zerstört. Ab dem Jahr 1390 gehörte Pilgersdorf zur Herrschaft Lockenhaus. In einer Belehnungsurkunde an die Brüder Kanizsay aus diesem Jahr wurde „Pergelim" als ein zur Herrschaft gehörendes Mautdorf erwähnt. Bei dieser Belehnung wurden die Ortsteile Deutsch Gerisdorf, Bubendorf und Salmannsdorf zum ersten Mal urkundlich genannt. Diese drei Siedlungen hatten bis ca. 1660 einen gemeinsamen Richter (= Bürgermeister). Im Jahr 1397 wurde der Ort „Pereglyn", 1457 „Pellegrem teutonice" (dt.: Pilgrimstorff), 1519 „Pergelyn", im 16. Jhdt. „Pergelen", 1608 „Peörgeölem", 1661 „Pörgölin", 1697 „Plajgerstorff', 1702 „Püllgersdorff`, ab 1670 zumeist aber „Pilgerstorff` und auf Ungarisch „Pörgölin" genannt. 1447 wurde die Gemeinte Pilgersdorf von den Kanizsay an die Pottendorfer, die damaligen Herren von Kirchschlag und Krumbach, verpfändet. Als Güns 1532 von den Türken wochenlang erfolglos belagert worden war, hatte die ganze Umgebung unsäglich zu leiden. Auch Pilgersdorf wurde ausgeraubt und geplündert. 1535 kamen Pilgersdorf und alle anderen Orte der Herrschaft Lockenhaus durch Heirat an das Adelsgeschlecht Nádasdy. Von ungefähr 1570 bis 1650 war die ganze Gegend evangelisch, wie es der Grundherr verlangte. Als sich Franz III. von Nádasdy ab 1643 für die Rekatholisierung seiner Herrschaft einsetzte, nahm er den Lutheranern die alte Kirche und die Schule weg und setzte einen katholischen Pfarrer ein. Nach einer Beschwerde beim Reichstag in Ödenburg (1649) erhielten die Evangelischen alles wieder zurück, aber nur für kurze Zeit. Gegen Ende des 16. Jhdts. führte Graf Franz II. von Nádasdy, der Obergespan des Komitates Eisenburg, in der Herrschaft Lockenhaus umfangreiche Rodungen durch. Da die Bewirtschaftung dieser Rodungsgründe von den Untertanen von Deutsch Gerisdorf, Buben-dorf, Salmannsdorf und Pilgersdorf aus unwirtschaftlich war, gründete der Grundherr die Siedlungen Kogl, Lebenbrunn und Steinbach und unterstellte sie (bis ca. 1660) dem Richter von Pilgersdorf. Im Jahr 1605 verwüsteten die aufständischen Horden des Siebenbürger Fürsten Stefan Bocskay - Hajducken und türkische Hilfstruppen - die meisten Orte des Zöberntales. In dieser Zeit lebten die Bewohner unseres Tales vor allem von der Landwirtschaft und von der Viehzucht (hauptsächlich Kleinvieh). Es gab nur wenige Handwerker (Müller, Schmiede, Wagner, Zimmerer, Weber, Schuster, Hafner und Fuhrleute). Um die Mitte des 17. Jhdts. ließen sich in unserer Gegend österreichische, steirische und Kärntner Adelige (Speidl, Preinberger, Mensdorff, Hohenwart, Hodon, Globitzer) nieder, die aus religiösen Gründen ihre Heimat verlassen mussten. Franz von Nádasdy nahm sie in seine Herrschaft auf und verpfändete oder verschrieb ihnen Besitzungen. Pilgersdorf (auch die anderen Ortsteile) wurden an die Familie Speidl verpfändet, die sich 1642 ihren Freihof (adelige Kurie) im Osten des Ortes, gegenüber der Kirche, erbaute. Um 1661 gelangte das „Große Haus", wie es vom Volk genannt wurde, an die Preinberger. Auf einem Kupferstich, der von Matthias Greischer im Jahre 1687 angefertigt wurde, ist dieses Herrschaftshaus abgebildet. Beim großen Brand des Jahres 1855 wurde es vollständig eingeäschert und nicht mehr aufgebaut. Von 1676 an waren die Esterházy die Grundherren der Herrschaft Lockenhaus. 1832 wütete die Cholera in unserer Gegend, das Cholerakreuz an der Grenze erinnert noch heute daran. Weder die Sperre der Grenze noch Sicherheitskordons und strenge Hygienevorschriften konnten ihre Ausbreitung verhindern. Um die Mitte des 19. Jhdts. ging die Grundherrschaft zu Ende und die Menschen wurden freie Bürger, erwarben und bewirtschafteten nun eigenen Grund und Boden. Viele sahen aber anderswo bessere Zukunftsaussichten und wanderten deshalb nach Amerika, Kanada, Österreich oder Slawonien aus, besonders viele Einwohner von Deutsch Gerisdorf und Pilgersdorf. Auf Grund vieler Brandkatastrophen in der 2. Hälfte des 19. Jhdts. wurden ab 1890 Feuerwehren gegründet. Als das Burgenland 1921 an Österreich angeschlossen werden sollte, kam es im Zöberntal zu heftigen Kämpfen mit den ungarischen Freischaren. Die Bevölkerung hatte unter den Kämpfen (Schlacht bei Kirchschlag) und der Willkürherrschaft der Freischärler arg zu leiden. Die beiden Weltkriege forderten in allen Ortsteilen viele Opfer, viele Männer fielen, auch einige Zivilpersonen kamen um. In den letzten Märztagen des Jahres 1945 ging für unsere Gemeinde der Zweite Weltkrieg zu Ende. In den nächsten Jahrzehnten begann ein reger Auf- und Ausbau der Gemeinde. Wasser-leitungen und Kanalisation wurden gebaut und die Orte wurden mit elektrischem Strom versorgt. Aber viele, die bisher als Bauern oder Handwerker gelebt hatten, wurden nun zu Pendlern, weil sie nur so ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Seit dem Jahr 1971 bilden die 6 umliegenden Gemeinden Bubendorf, Deutsch Gerisdorf, Salmannsdorf, Steinbach, Lebenbrunn und Kogl mit unserem Dorf zusammen die Großgemeinde Pilgersdorf. Die Infrastruktur wurde in den folgenden Jahren laufend verbessert. Die Errichtung der Kanalisation wurde in Angriff genommen. Güterwege, Gemeindestraßen und Straßenbe-leuchtung wurden gebaut bzw. ausgebessert und die Trinkwasserversorgung verbessert. 1970-1973 wurde die Pfarrkirche Pilgersdorf großzügig erweitert. Um während der Umbauphase Gottesdienste abhalten zu können, wurde eine Art Notkirche errichtet. Dieses Gebäude wurde in der Folge umgebaut und dient heute als Pfarrheim. Der Bau einer neuen Volksschule (1970-1975) war notwendig, weil aufgrund der niedrigen Schülerzahlen die Schulen der Ortsteile (außer Deutsch Gerisdorf) geschlossen wurden. In der Volksschule Pilgersdorf ist auch der Kindergarten untergebracht (2 Gruppen). Weiters ist auch eine Filiale der Musikschule Oberpullendorf angeschlossen. Das alte Volksschulgebäude wurde abgetragen, dabei stieß man auf die eingangs genannten Reste zweier alter Kirchen. Neben dem Bau neuer Feuerwehrhäuser wurde auch einiges auf dem Gebiet der Ortsbildpflege geleistet, was man z.B. an der Gestaltung des Kriegerdenkmals, des Dorfbrunnens und des Kirchenplatzes sehen kann. Seit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt hat sich dank der Errichtung eines durchgehenden Gehsteiges die Sicherheit der Fußgänger erhöht. In den einzelnen Ortsteilen sorgen umsichtige Verschönerungsvereine für ein gepflegtes Aussehen der Dörfer. Das riesige Güterwegenetz wurde staubfrei gemacht. Auch Wasserschutzmaßnahmen wurden mit der Errichtung von Rückhaltebecken getroffen. Es wurden Grundstücke angekauft; dort können jetzt Hausplätze angeboten werden. Das neue Gemeindezentrum, das im Juni 2003 eröffnet wurde, ist Anlauf- und Kommunikationsstelle für Jung und Alt. Das Gebäude selbst fügt sich perfekt in das Ortsbild ein und beherbergt das Gemeindeamt, den Proberaum der Jugendblasmusik (im Keller), Trauungsraum, Sitzungssaal, einen Ausstellungsraum, eine Bücherei im Obergeschoss sowie eine Galerie und einen Veranstaltungsraum, der mit dem Foyer verbunden auch größere Veranstaltungen aufnehmen kann. In den letzten Jahrzehnten ist es Pilgersdorf gelungen, viel zu erreichen. Die Verleihung eines eigenen Gemeindewappens war der Höhepunkt bei den Feierlichkeiten der Eröffnung des Gemeindezentrums. Daraus wollen die Pilgersdorfer die Kraft schöpfen, um gemeinsam die Zukunft der landschaftlich reizvollen Gemeinde zu gestalten. Geschichte zum Ortsteil Bubendorf Um 1300 siedelten die Güssinger Grafen als Burgherren von Lockenhaus hier in „Latorfalva“ Hofspielleute an. Lator (mhd. Loter) heißt im Ungarischen Lautenspieler, Spielmann, Bube. Der Ort hieß also ursprünglich „Spielmannsdorf“ und wurde später Bubendorf genannt. Im Jahr 1390 wurde der Ort erstmals als „Lachofalva“ ( fälschlich für „Latorfalva“) urkundlich genannt und mit den 12 anderen Dörfern der Herrschaft Lockenhaus vom ungarischen König Sigismund an die Grafen von Kanizsay übergeben. Ab 1397 heißt der Ort „Lat(h)orfalva“ bzw. „Puebendorff“ und in späteren ungarischen Quellen „Lántosfalva“ (Spielmannsdorf). Bubendorf gehörte zur Herrschaft Lockenhaus und zum Komitat Eisenburg und kirchlich zur Pfarre Pilgersdorf (Diözese Raab, ab 1777 zur neu gegründeten Diözese Steinamanger). Im Urbar des Jahres 1519 wurden die ersten Bubendorfer namentlich genannt (Johannes Suelyor, Johannes, Georgius und Coloman Thorma (Kren), Johannes Gloocz, Johannes Pocz, Petrus Kys (Klein), Vitus Varga (Schuster), Luchas und Georgius Puhar (Puhr) und Georgius und Martinus Sulkos). Der Ort bestand aus 12 Viertelbauern (3 2/4 Lehen) und 2 öden Höfen. Von 1528 – ca. 1670 wurde Bubendorf gemeinsam mit Deutsch Gerisdorf und Salmannsdorf von einem Gericht (Richter und Geschworene) „verwaltet“, das jährlich vom Grundherrn bestellt wurde. 1532 wurde der Ort wahrscheinlich von den Türken während der Belagerung von Güns zerstört. Von 1535 – 1671 waren die Grafen von Nádasdy die Besitzer der Herrschaft Lockenhaus und somit die Grundherren von Bubendorf. Von 1597 bis ca. 1652 schlossen sich die Grundherren und die Bevölkerung dem Protestantismus an. Während im Jahre 1605 viele Nachbarorte von den Bocskay – Hajduken niedergebrannt wurden, überstanden die meisten der 14 Viertelbauern und 5 Söllner (Kleinhäusler) von Bubendorf dieses Katastrophenjahr ohne größeren Schaden, 4 Bauernhöfe und 1 Söllnerhaus standen leer. Im Urbar des Jahres 1608 werden folgende Untertanen genannt :Myll Mychell, Puer Pall, Perger Andreae, Styffter Toma,Czedly Gierygh, Pacz Mychell, Slegly Amburus, Kager Greger, Slegly Mertt, Slegly Hanz, Pad Steffl, Slegly Toma, Kren Thoma, Pyrger Symon und die Söllner Slegly Mertt, Prykkell Toma, Puer Peter, Sleyffer Kholman und Suezter Steffl. Im Urbar des Jahres 1639 scheinen statt 3 2/4 Sessionen 14 ganze Sessionen (20 Halb-, 3 Drittel- und 12 Viertelbauern) und 5 Söllner auf. Es werden viele neue Familiennamen genannt, Bubendorf dürfte neu besiedelt worden sein, es bestand ab nun aus ca. 40 Häusern. Von 1649 – 1675 war der Ort an die Familie Speidl, steirische Adelige, die in Pilgersdorf einen Edelhof bewirtschafteten, verpfändet. Das Urbar des Jahres 1661 nennt 5 Halb-, 5 Drittel- und 34 Viertelbauern (insgesamt 12 2/3 Sessionen), 7 Kleinhäusler und die Mühle des Hons Pestnlehner. Der Ort muss also ca. 50 Häuser gehabt haben. Ab 1652 führte Graf Franz III. von Nàdasdy die Rekatholisierung durch. Von 1675 – 1848 waren die Fürsten von Esterházy die Besitzer der Herrschaft Lockenhaus und damit die Grundherren in Bubendorf. Von ca. 1700 an kam es zu einem wirtschaftlichen Rückschlag, 1702 war die Hälfte der Häuser unbewohnt, 1744 sogar zwei Drittel. Schuld daran waren die Epidemien (Pest und Cholera) und die Kuruzzenkriege. Während des Rákocsy – Aufstandes (1703 – 1711) soll bei Bubendorf ein größeres Gefecht stattgefunden haben, die Toten sollen auf dem Anger, der danach auch „bei den Gräbern“ genannt wurde, bestattet worden sein. Im Jahr 1732 wurde an der Stelle der heutigen Kirche eine Kapelle zu Ehren der hl. Mutter Anna errichtet. Im Jahre 1780 gab es nur 36 Viertelbauern und 2 Söllner, einige Häuser dürften verfallen und abgerissen worden sein. Der Ort hatte 280 Einwohner. Um 1800 wurde die erste Schule erbaut, sie wird 1802 erstmals urkundlich genannt. Von 1810 – 1812 wurde an der Stelle der Annakapelle die heutige Filialkirche errichtet, die dem hl. Florian geweiht ist. Im Jahr 1828 bestand der Ort aus 45 Häusern: 38 „Viertelbauern“ (9 2/4 Lehen), 17 davon waren „Witwenbetriebe“ – wohl eine Folge der Napoleonischen Kriege -, 4 Kleinhäuslern sowie der Schule, dem „Halterhaus“ und der Kirche. Im Jahr 1848 ging mit der „Bauernbefreiung“ die Zeit der Untertänigkeit zu Ende. Die Aufgaben des Grundherrn übernahmen nun zur Gänze staatliche Einrichtungen (Stuhlrichter, Amtmänner, Bürgermeister). Von 1860 – 1875 wurde in Bubendorf bei der „Sauholt“ Braunkohle abgebaut, hauptsächlich zur Deckung des Energiebedarfs des Schmelzofens des Grafen Strachwitz in Deutsch Gerisdorf. In den Jahren 1866 10.4. und 1872 2.8. zerstörten Brände den Großteil des Ortes. Viele Bubendorfer wanderten aus, der Großteil nach Slawonien, einige auch nach Amerika. Einige Rabnitztaler kauften die Brandstätten und siedelten sich hier an (Mandl, Leidl). Im Jahr 1874 wurde ein eigener Friedhof angelegt, bis dahin waren die Toten in Pilgersdorf bestattet worden. 1890 wurde gemeinsam mit Pilgersdorf eine Feuerwehr gegründet. Bubendorf bestand aus 61 Häusern und hatte 324 Einwohner. Seit ca. 1897 findet jährlich eine Fußwallfahrt nach Pinggau statt. Im Jahr 1900 bekam Bubendorf eine eigene Feuerwehr, ein Feuerwehrhaus, eine Handdruckspritze und die notwendige Ausrüstung wurden angeschafft. Vom ersten Weltkrieg (1914 – 1918) kehrten 10 Bubendorfer nicht mehr zurück. Um 1920 wurde der Ort von der Mühle notdürftig mit Strom versorgt. Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel die Österreichisch-Ungarische Monarchie und die meisten deutschsprachigen Gebiete Westungarns wurden Österreich zugesprochen. Im August 1921 versuchte Österreich das Burgenland anzuschließen, österreichische Gendarmen marschierten im Burgenland ein, in unserem Gebiet drangen sie bis Deutsch Gerisdorf vor. Am 5. September 1921 drängten ungarische Freischärler die österreichischen Gendarmen bis Kirchschlag zurück. Weil der Bubendorfer Müller Josef Karácsony den Freischärlerführer Graf Egan aus Bernstein in Pilgersdorf gefangen genommen und in Kirchschlag den österreichischen Behörden übergeben hatte, zerstörten die Freischärler die Mühle und die Wohnung des Müllers. Außer dem Müller, dem der größte Schaden im ganzen Burgenland entstand, erlitten auch einige Bubendorfer größere Verluste. Am 27. November 1921 wurde die Gegend endgültig Österreich angeschlossen. Am 10. Oktober 1937 flog der Bubendorfer Franz Bredl mit seiner „Nelly“, einem von ihm konstruierten Leichtflugzeug, über das Dorf. Vom 2. Weltkrieg kehrten 20 Bubendorfer nicht mehr in ihre Heimat zurück. Am 30. März 1945 besetzten die Russen das Dorf. Von 1948 – 1952 wurde das Braunkohlebergwerk reaktiviert. 1950 wurde der Ort an das Stromnetz der Bewag angeschlossen. 1955 Errichtung eines neuen Feuerwehr- und Gemeindehauses rechts vor der Kirche 1962 – 1964 Bau der Ringwasserleitung 1965 – 1966 Kanalisierung des Ortes 1966 Auflösung der Volksschule. Seither gehen die Kinder in Pilgersdorf in die Schule 1. Januar 1971 Gemeindezusammenlegung: Bubendorf wurde ein Ortsteil der Großgemeinde Pilgersdorf 1978 Bau der Aufbahrungshalle Ab ca. 1980 wurde die „Pfarrsiedlung“ angelegt 1982 Anlegung und Eröffnung des Sportplatzes 1988 Gründung des Verschönerungsvereins 1989 Bau einer neuen Brücke über die Zöbern 1996 – 1997 Errichtung des neuen Feuerwehrhauses neben dem Zöbernbach 1997 – 1999 Sanierung und Renovierung der Kirche 1999 Ausbau der Bundesstraße 2005 – 2007 Neugestaltung der Ortsdurchfahrt und der Nebenstraßen 2016 Neugestaltung des Kirchenplatzes Geschichte zum Ortsteil Deutsch Gerisdorf Der Ort wurde urkundlich erstmals im Jahr 1390 als „Gyerhard" genannt, als die Burg Lockenhaus mit einer Reihe von Dörfern vom ungarischen König Sigismund an die adelige Familie Kanizsay übertragen wurde. 1397 hieß der Ort „Geranth", im 15. und 16. Jhdt. „Gothard" oder „Gotharth", 1558 erstmals „Geresdorf' und schließlich Gerisdorf. 1860 errichtete Graf Strachwitz aus Lockenhaus neben der heutigen Bundesstraße einen Schmelzofen, in dem schwefelige Kupfererze aus Glashütten bei Schlaining und aus Redlschlag verarbeitet wurden. Die Kohle bezog man aus Bubendorf. Ca. 40 Gerisdorfer (Fuhrleute und Arbeiter) fanden von 1860 bis 1875 in diesem Betrieb Arbeit. 1875 ging die Schmelze in Konkurs. Geschichte zum Ortsteil Kogl Der Name wurde erstmals 1596 als „Kogli" in einem Bericht über eine große Grenzbegehung der Grundherren der Gegend genannt. 1597 scheint der Ort unter dem Namen „Kukly" zum ersten Mal in den Urbarien der Herrschaft Lockenhaus auf. Bis ca. 1660 gehörte Kogl wie Lebenbrunn und Steinbach zum Richter von Pilgersdorf und bis 1789 auch zur dortigen Pfarre. Im Jahr 1789 wurde Kogl eine Lokalkaplanei und etwas später zusammen mit Lebenbrunn und Redlschlag eine eigene Pfarre. Geschichte zum Ortsteil Lebenbrunn Die erste gesicherte Nennung des Ortes als „Lenprun" stammt aus dem Jahre 1608. Der Ort ist eine Rodungssiedlung mit rein deutscher Bevölkerung. In späteren Urkunden heißt der Ort „Lebenprun", „Lern prun", „Lebnprunn" und schließlich Lebenbrunn. Seit 1870 gehört auch die Rotte Rotleiten zu Lebenbrunn. Der Ort ist ein wunderschönes Angerdorf, rund um die Kirche reihen sich die Häuser kreisförmig aneinander. Geschichte zum Ortsteil Salmannsdorf Den ersten urkundlichen Nachweis über Salmannsdorf besitzen wir aus der schon genannten Urkunde aus dem Jahre 1390. In dieser wird der Ort „Salamonfalva" genannt, in späteren Urkunden heißt er Salmdorf, Salmerstorff, Szölmersdorff. Geschichte zum Ortsteil Steinbach Die Siedlung wurde erstmals im Jahr 1608 im Nádasdy-Urbar unter dem Namen „Stoanpak" genannt. In späteren Urkunden heißt der Ort „Stanpok", „Stainpoch" und schließlich Steinbach. Der ungarische Name hieß „Köpatak". 1608 wird schon eine Mühle genannt. Zu Steinbach gehört auch die Rotte Gschorrholz, früher auch Rotleiten. Der Ort lag an der österreichisch-ungarischen Grenze. Als die ungarischen Freischärler am 5.9.1921 bei Steinbach Richtung Kirchschlag auf österreichisches Territorium vordrangen, gab es in der „Schlacht bei Kirchschlag" sowohl auf österreichischer als auch auf ungarischer Seite etliche Tote.

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