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Heimschuhstraße 32, 8451 Heimschuh, AUT
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Beschreibung

Herzlich Willkommen in der Gemeinde Heimschuh! Gemeindechronik

Das Heimschuher Becken, durch die Erosion der Sulm südlich vom Sausal entstanden, war in der Frühzeit eine unfruchtbare Aulandschaft mit häufigem Hochwasser. Es eignete sich kaum für Siedlungstätigkeiten und so fanden sich erste Reste einer Besiedelung durch die Illyrer auf dem Königsberg westlich des Ortes. Von hier aus überblickt man den gesamten mittelsteirischen Raum bis zu den Vulkankegeln von Straden und Gleichenberg und bis dorthin reichte wahrscheinlich der Machtbereich der Sulmtaler Gaufürsten, deren Wohnsitz auf dem Burgstallkogel bei Großklein lag. Der Ort Heimschuh selbst liegt zwischen zwei natürlichen Talsperren. Im Osten ist dies der Seggauberg, auf dem die Bischofsburg Leibnitz, heute das Schloss Seggau liegt. Den westlichen Abschluss bildet der Nestelberg und der Königsberg. Am Rande dieses Beckens verlief als wichtige Verkehrsverbindung eine Römerstraße, die am Südrand des Heimschuher Beckens westwärts führte. Sie verband einserseits Flavia Solva mit der Provonzhauptstadt Virunum und führte andererseits über den Radlpass ins Drautal. Zahlreiche Funde, unter anderem Marmorquader als Reste eines römischen Hauses beim Anwesen Trummer oder mehrere Grabhügel (Tumuli) im Wald des Besitzers Josef Wagner vlg. Hofer, aber auch andere Anhaltspunkte im Gelände beweisen den Verlauf dieser Straße südlich des Königsberges. Die urkundlich belegbare Geschichte begann vor mehr als 1000 Jahren, als der Deutsche König Otto I. (936 – 973) seine Besitztümer zwischen Sulm und Laßnitz und vom Murtal bis zur Koralpe dem Erzbistum Salzburg schenkte. Die erste Nennung des Ortes fällt in die Zeit, als die Steiermark noch nicht bestand und das Sulmtal zur Karantanischen Mark gehörte. Das Kärntner Grafengeschlecht der Heunburger, deren Stammburg die Heunburg, die spätere Heimburg war, wirkte über den Radlpass bis ins Sulmtal. Einer von ihnen, nämlich Gunther, letzter Markgraf an der Sann, dürfte im 11. Jahrhundert den Ort gegründet haben.

Am 14. Mai 1144 wird nämlich der Name Heimschuh erstmalig in einer Urkunde erwähnt: in marchia apud hempsach …. In dieser Zeit sicherte eine Wehranlage am Königsberg die vorbeiführenden Verkehrswege. Reste dieser Wehranlage sind heute noch unter dem Namen „Hoferlippen-Waldschloss“ bekannt. Funde wie ein Schlüssel und mehrere Pfeilspitzen sind eindeutig dieser Zeit zuzurechnen. Im Zuge eines Rechtsstreites zwischen Admont und dem Bistum Gurk gibt es um etwa wieder eine Namensnennung: …apud Heimtsach sub urbe Libniz. 1256 wird der Ort Haymschach genannt. Die zweite Silbe des Namens kommt wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen „Schachen“, was soviel wie „kleiner Wald“ bedeutet und sich auch in anderen Ortsnamen der Umgebung findet. Von 1381 bis 1453 ist ein Adelsgeschlecht nachweisbar, das sich nach dem Ort benennt. Es beginnt mit Fritczel von Haimtschach und endet mit Sigmund Haimtschacher. Die gegenwärtige Schreibung des Ortsnamens geht auf den ersten Grundkataster im 18. Jahrhundert zurück. Bei der Niederschrift verstand man die bajuvarischen Zwielaute nicht und so wurde aus dem gesprochenen Haimschach ein geschriebenes Heimschuch. Im Jahr 1870 verwendete der Ortsschulrat der Gemeinde noch einen Stempel mit der Ortsbezeichnung Heimschuch. Erst Jahre später wurde daraus das heutige Heimschuh. Durch Regulierungsarbeiten an der Sulm wurde aus der vorher häufig überschwemmten Aulandschaft fruchtbares Ackerland, das die Siedlungstätigkeit begünstigte. So entstand neben dem alten Ortsteil „Kleinheimschuh“ in der Ebene der Ort „Großheimschuh“. Auch der Verlauf der Straßen änderte sich und machte dadurch den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde möglich. Nach der Bauernbefreiung im Revolutionsjahr 1848 und dem Sturz Metternichs wurde in Graz ein provisorischer Landtag gewählt, der sich aus Vertretern des Grundbesitzes, dem Bürgertum und dem Bauernstand zusammensetzte. Bald entstanden die Bezirkshauptmannschaften als Behörden erster Instanz und in allen Orten wurden Bürgermeister gewählt. So wurde im Jahr 1850 Erzherzog Johann der erste Bürgermeister in Stainz. In Heimschuh waren folgende Gemeindevorsteher in der Funktion des Bürgermeisters tätig: Karl Hartlieb, Christian Tertinegg vlg Schinner, Alois Reich vlg. Zackenannerl und Johann Kainz vlg. Stumpf. Durch die Gemeindezusammenlegung 1967 wurden die Gemeinden Nestelberg und Teile der Gemeinde Fahrenbach zur Großgemeinde Heimschuh vereinigt die nun 1800 ha umfasst und etwa 2000 Einwohner hat. Seit dieser Zeit trugen Alfred Trummer vlg. Roggam, Gerhard Hartlieb, Siegfried Innerhofer und Alfred Lenz als Bürgermeister politische Verantwortung. Das Gemeindewappen

Entstehung und Beschreibung Im blauen Schild ein mit einem Schwert (Kennzeichen des Hl. Sigismund - Pfarrpatron) belegter, goldener Pfahl, der rechts und links von je einem silbernen, auswärts gerichteten Flügel (Schutzengelpfarre) begleitet wird. Legende des Wappens Schwert - Kennzeichen Hl. Sigismund (Pfarrpatron) Flügel - Schutzengelpfarre Sinn - Altes Land in der Mark (Steiermark), das oft mit dem Schwert beschirmt werden musste. Der Schratl

In der Gegend von Heimschuh lebte um 1830 ein kleines, buckeliges Männlein bei einem Bauern. Die Leute in der Umgebung sahen in ihm ein Wesen, das „halb Mensch – halb Teufel“ war. Dieser Kerl hatte seine Hände überall im Spiel, kurz gesagt: „Ein echter Schratl!“ Einmal nahm er einen Fuhrwagen auseinander, trug die Teile einzeln auf ein Dach und setzte dort in luftiger Höhe den Wagen wieder zusammen. Dann hockte sich der Wicht auf das Gefährt und grinste schadenfroh herunter. Sonst war er fleißig, half der Bäuerin beim Brotbacken, da sprang er mit dem Teig in den glühenden Backofen hinein, legte die Laibe hin und hüpfte, ohne dass ihm nur ein Haar versengt wurde, fröhlich wieder aus dem Ofen heraus. War unter den benachbarten Bauersleuten einer krank, ging man zum Schratl und bat ihn bei der Arbeit behilflich zu sein. So ließ er einmal von einem Bauern das Vieh von den Ketten, trieb alle auf die Weide zum Grasen, siehe da, keines der Tiere bewegte sich von der Wiese fort. Am Abend pfiff der Schratl, alle setzten sich geordnet in Marsch und strebten ihrem Stall zu. Als durch Ernteausfall kein Getreide mehr vorhanden war, somit auch kein Brot zum Essen auf den Tisch kam, schlich sich der Schratl eines nachts in die „Heimschuher-Mühl“ und kam mit einigen Säcken Getreide zurück. Die Bauersleute kamen aus dem Staunen nicht heraus, in der Mühle ging nichts ab, man beließ es beim Wunder und erzählte keinem von den Taten des Schratl’s. Nachzulesen „Südsteirische Sagenwelt“ eine Sagenreise durch den Bezirk Leibnitz, von Peter Stelzl. Besuchen Sie auch unsere Website www.schratln.at Weiters können Sie die Website www.suedsteiermark.tv besuchen. Dort finden Sie unter vielen anderen regionalen Beiträgen eventuell auch Videobeiträge vom Schratln. Heimschuher Tracht

Tracht ist Tradition, ein Ausdruck der Volksverbundenheit und vor allem aus dem ländlichen Leben nicht mehr wegzudenken. So war die Heimschuher Frauenbewegung mit ihrer Obfrau Josefine Ornig bemüht, ein eigenständiges Heimschuher „Dirndlkleid“ zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Heimatwerk Steiermark unter fachkundiger Anleitung von Frau Elisabeth Thalhammer entstand ein Alltags- und ein Festtagsdirndl, das sich an das schon traditionelle Winzerdirndl anlehnt. 59 Frauen nahmen an einem Nähkurs teil und schneiderten in mühevoller Handarbeit ein Alltags- oder Sonntagsdirndl. Hat das Winzerdirndl einen geblumten oder gestreiften Kittel, so wurde hier ein karierter und eine geblümte Schürze genommen. Der Leib ist aus einfärbigem Wollstoff. Bei der Festtagstracht wird ein blauer oder grüner Seidenleib zu einem schwarzen oder blauen Wollkittel verwendet. Die Schürze ist silber, blaugrau oder blau gestreift. Am Sonntag, dem 21. März wurden nun in der vollen Schutzengelhalle diese neuen Dirndlkleider von ihren Trägerinnen stolz präsentiert und im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes vorgestellt. Die Sulmtalbahn

Leibnitz und Wies, nachdem im Frühjahr 1977 die letzten Schienen demontiert wurden, an Hand des Bahnkörpers verfolgen. Heute ist der ehemalige Bahngrund verkauft und teilweise als Biotop revitalisiert. Nur einzelne Bauteile, wie Brücken oder Bahnhöfe werden von Eisenbahnfreunden weiter in Stand gehalten. Der Spatenstich für die 24,7 km lange Strecke erfolgte am 11. März 1906 in Leibnitz. Später wurde die Bahn durch Einbindung in die Strecke Wies – Eibiswald erweitert. Nach der Eröffnung am 13. Oktober 1907, verübten Eisenbahngegner eine Reihe von Anschlägen. So auch am 16. Juli 1909 in der Nähe von Heimschuh. Die Schienen wurden mit Eisentraversen blockiert, sodass die Lokomotive und drei Waggons über die Böschung stürzten und einige Personen verletzt wurden. Bis zu ihrer Einstellung im Jahr 1967 blieb die Sulmtalbahn nicht nur im Personenverkehr, sondern auch bei der Güterbeförderung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Die enorme Steigerung des Individualverkehrs war dann schließlich der Anfang vom Ende dieser beliebten Bahn durch das Sulmtal. Bergbau und Mineralogie

Nach Alker: Zur Mineralogie der Steiermark (1956) befindet sich im Steinbachgraben bei Heimschuh eine Magnetitfundstelle. Dieses Vorkommen liegt im Stumpfgraben, am Südabhang des Sausals in Steinbach auf dem Grund der Besitze Josef Kainz und Holzmann und ist an ein Lager von gelbem Eisenocker (Bol)gebunden. Dieser Eisenocker ist wahrscheinlich Absatz einer Quelle, verliert beim Erhitzen Wasser und wird schokoladebraun. In kochender Salzsäure ist er ohne Gasentwicklung und ohne Entfärbung teilweise löslich. Die filtrierte salzsaure Lösung gibt mit Feerocyankalium den dunkelblauen Niederschlag von Berlinerblau. Am Nordfuß des Seggauberges befindet sich etwa 2 km südlich von Heimschuh in unmittelbarer Nähe der dortigen Teiche auf dem Grund des Besitzers Neumann vlg. Waldhüter ebenfalls ein Vorkommen von braunrotem Eisenocker. Nach den Aufschlüssen am Weg lässt es sich etwa 300 m weit verfolgen. Dieser Ton wurde vor vielen Jahren einmal abgebaut und in der Farbenfabrik A. Zankls Söhne in Graz zur Erzeugung von roter Farbe verwendet. Dieser Ton zerknistert in Wasser und zerfällt zu einem feinen Pulver. Das angefeuchtete Pulver zeigt keinerlei saure oder alkalische Reaktion, haftet aber stark an der Zunge. Ähnliche Vorkommen gibt es auch in Muggenau und im Wellinggraben. Lignit bzw. Braunkohle findet man in einem 1940 angelegten, kurzen Versuchsstollen am Fuße des Nestelbergs. Beim Anwesen Nussbaumer vlg. Häfentoni führt eine Straße bergwärts. Nach etwa 100 m zweigt links ein Holzbringungsweg ab, auf dem man nach etwa 300 m die Fundstelle erreicht.

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