Heckentag 2026: Hecken als verlässliche Lebensräume für Bestäuber
Nach dem Winter beginnt für viele Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen die Suche nach Nahrung. Gerade in dieser Zeit, wenn erst wenige Pflanzen blühen, sind heimische Hecken von besonderer Bedeutung. Mit ihren frühen Blüten liefern sie wertvollen Pollen und Nektar und schaffen damit wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Jahr. Beim Heckentag 2026 können ab 1. September wieder heimische Sträucher, Bäume und Heckenpakete aus regionalem Saatgut bestellt werden, die Vielfalt in Gärten bringen und zugleich wertvolle Lebensräume für Bestäuber schaffen.
Wie wichtig Hecken sind zeigt das österreichweite Forschungsprojekt „Heckenleben“ des Vereins Regionale Gehölzvermehrung. Die Untersuchungen machen deutlich, dass Bestäuber auf ein möglichst durchgehendes Nahrungsangebot angewiesen sind. Heimische Hecken können Versorgungslücken schließen, weil unterschiedliche Gehölzarten zu verschiedenen Zeitpunkten blühen und sich im Jahresverlauf ergänzen.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Herkunft der Pflanzen. „Gehölze aus regionalem Saatgut sind Teil des ökologischen Gefüges vor Ort. Wenn Herkunft, Pflanzenart und Blühzeitpunkt zusammenpassen, entstehen Lebensräume, die für Bestäuber über das Jahr hinweg verlässlich bleiben“, erklärt Landschaftsplaner und Gehölzexperte Klaus Wanninger.
Nach diesem Prinzip arbeitet der Verein Regionale Gehölzvermehrung seit mehr als 30 Jahren. Das Saatgut wird in den jeweiligen Regionen von wild wachsenden Gehölzen gesammelt, vermehrt und wieder in seine Herkunftsregion zurückgebracht. So entstehen Pflanzen, die an Klima, Boden und Landschaft angepasst sind. Eine heimische Hecke ist damit weit mehr als ein Gestaltungselement im Garten. Sie liefert Nahrung, verbindet Lebensräume und stärkt die Artenvielfalt direkt vor der Haustür.
Bestellt werden kann von 1. September bis Mitte Oktober online unter www.heckentag.at. Die Abholung erfolgt am 7. November an mehreren Standorten in Niederösterreich, alternativ ist eine Zustellung möglich.
Alle wichtigen Daten:
Bestellfrist: 1. September – Mitte Oktober 2026
Abholung: 7.11.2026 von 9 bis 13 Uhr
Lieferung (alternativ): Anfang bis Mitte November
Kontakt: Heckentelefon +43 (0) 680 2340106; office@heckentag.at
Weitere Infos und Bestelloptionen unter www.heckentag.at
3 Fragen an Bestäubungsökologen Johann Neumayer
Warum sind Hecken für Bestäuber so wichtig?
Einzelne Pflanzen liefern sogenannte Massentrachten und sind damit essenziell für die Ernährung von Bestäubern. Dazu zählen etwa Kornelkirsche und verschiedene Weidenarten im Vorfrühling, später Vogelkirschen und Ahorne sowie im Frühsommer Linden, Wiesenpflanzen wie Löwenzahn und Rotklee oder auch Kulturen wie Raps. Die ersten wichtigen Massentrachten stammen fast ausschließlich von Bäumen und Sträuchern, erst später übernehmen krautige Pflanzen eine immer größere Rolle.
Ebenso wichtig ist jedoch das Blütenangebot zwischen diesen Trachtphasen. Bestäuber benötigen während ihres gesamten Lebenszyklus Nektar und Pollen. Hecken und ihre Säume schließen solche Versorgungslücken, weil dort viele Pflanzen wachsen, die zwar keine Massentrachten bilden, für spezialisierte Wildbienen aber unverzichtbar sind. Dazu gehören etwa Wicken, Glockenblumen, Doldenblütler oder verschiedene Rosengewächse.
Reichen einzelne Blühpflanzen aus, um Bestäuber zu fördern?
Nein. Entscheidend ist nicht nur das Vorhandensein einzelner Blühpflanzen, sondern ein vielfältiges und durchgehendes Nahrungsangebot. Viele Bestäuber sind auf unterschiedliche Pflanzenarten angewiesen, die zu verschiedenen Zeitpunkten blühen.
Das zeigt sich auch in der Landwirtschaft. Der Ertrag von Kulturen wie Ölkürbis, Pferdebohnen oder Erbsen hängt wesentlich von Hummeln ab. Damit ausreichend Hummeln vorhanden sind, brauchen sie schon vor und nach der Blüte dieser Kulturen Nahrung. Pflanzen wie Weiden, Berberitzen, Lerchensporn, Taubnesseln, Beinwell, Rote Heckenkirsche oder Wildrosen liefern diese Ressourcen und kommen häufig im Umfeld naturnaher Hecken vor.
Welche Rolle spielen heimische Hecken in diesem Zusammenhang?
Hecken verbinden verschiedene Lebensräume miteinander und schaffen Strukturen, die Bestäubern über lange Zeit Nahrung und Rückzugsräume bieten. Besonders wertvoll sind heimische Hecken mit einem vielfältigen Unterwuchs und blütenreichen Säumen. Sie tragen dazu bei, dass zwischen den großen Blühphasen keine Versorgungslücken entstehen und Bestäuberpopulationen langfristig erhalten bleiben können.
Über den Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV):
Der Verein Regionale Gehölzvermehrung (RGV) ist ein gemeinnütziger Verein zum Erhalt der heimischen Gehölzvielfalt. Neben der Umsetzung zahlreicher Biodiversitäts-Projekte, die von Ländern, Bund und EU gefördert werden, veranstaltet der Verein seit über 30 Jahren den Heckentag. Neben Niederösterreich hat die RGV in den letzten Jahren auch in den Bundesländern Salzburg, Kärnten und Steiermark Fuß gefasst. Über 50 RGV-Besammler:innen schwärmen jeden Vollfrühling bis Spätherbst aus und sammeln tonnenweise Früchte, aus denen Saatgut gewonnen und anschließend in den RGV-Partnerbaumschulen kräftige Nachkommen gezogen werden. Weitere Informationen unter www.regionale-gehoelze.at
Fotohinweis:
Pressefotos zum Download unter www.heckentag.at/infomaterial
Fotorechte: Verein Regionale Gehölzvermehrung. Unter Angabe der Quelle für redaktionelle Zwecke honorarfrei.
Rückfragehinweis:
Haben Sie Fragen zur aktuellen Presseinformation? Benötigen Sie weiteres Bildmaterial? Wenden Sie sich gerne an:
Anna-Lisa Schocher, MSc.
Verein Regionale Gehölzvermehrung
Mail: schocher@heckentag.at
Tel: +43 (0) 660 1891092
oder:
DI Lea Andres
Verein Regionale Gehölzvermehrung
Mail: andres@heckentag.at
Tel: +43 (0) 680 4020656
www.heckentag.at
www.regionale-gehoelze.at