Der unendliche Raum und sein Inhalt
Vor ein paar Wochen habe ich in der Sahara drei Nächte unter freiem Himmel verbracht. Der Blick in das Sternenzelt war überwältigend. So viele funkelnde Sterne sieht man normalerweise aufgrund der allgegenwärtigen Lichtverschmutzung nicht. Doch in der Wüste gab es kein Licht außer dem der Sterne.
Es sind aber nicht nur die Sterne, die beeindrucken. Es ist der unvorstellbare Raum dazwischen. Der Weltraum, in dem alle Sterne Platz haben. Und der immer noch so viel größer ist als alle Sterne zusammen.
Genauso ist es auch mit dem Raum in unserem Geist. Da gibt es einzelne Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen. Doch das alles findet in dem unendlichen Raum des Geistes statt. Dieser Raum geht weit, weit, weit über das Individuum hinaus.
In Relation zu diesem Raum sind Gedanken, die uns vielleicht gerade sehr gefangen nehmen und Gefühle, die übermächtig zu sein scheinen, winzig klein und unbedeutend. Wenn sich mein kleiner Geist gerade in irgendetwas verbohrt, was ihm wahnsinnig wichtig erscheint, merke ich oft, wie eng sich das anfühlt.
Ich empfinde es dann als sehr hilfreich, mir in diesem Moment des unendlichen Raumes bewusst zu werden. Des unendlichen Weltraums, in dem selbst unsere Erde bloß der dritte Planet einer unbedeutenden Sonne in einer Galaxie am Rande des Universums ist. Und des unendlichen Raumes des Geistes, der strahlend, leicht und freudig ist, voller Liebe und Frieden. Das rückt dann die Dimensionen wieder zurecht.
Die anstehenden Herausforderungen müssen immer noch bewältigt werden. Das, worum es gerade geht, kann in diesem Moment immer noch wichtig sein. Aber es hat nicht mehr diese alles vereinnahmende Bedeutung. Ich kann wahrnehmen, dass es noch so viel anderes gibt. Das Gefühl von geistiger Enge kann verschwinden und einem entspannten Lächeln weichen.
Vielleicht magst du diese kleine, kurze Übung auch einmal ausprobieren.