🍇🏡 Besuch in Stará Hora (Slowakei): Uhudler trifft Samarel 🇦🇹🇸🇰
Auf Einladung von Bürgermeisterin Terézia Krnáčová besuchte eine 29-köpfige Delegation aus dem Unteren Pinka- und Stremtal die slowakische Gemeinde Sebechleby und ihr historisches, unter Denkmalschutz stehendes Kellerviertel Stará Hora. Der Besuch war der Gegenbesuch einer Delegation aus Sebechleby, die im Mai auf Initiative von KR Prof. Mag. Friedrich „Fritz“ Sperl, Honorarkonsul der Slowakischen Republik, unsere Region kennengelernt hatte.
Die Verbindung zwischen den beiden Weinbaugebieten liegt auf der Hand: Historische Kellerstöckl und Direktträger-Reben prägen beide Regionen. Während diese bei uns als Grundlage für den Uhudler bekannt sind, wird in Stará Hora daraus der sogenannte „Samarel“ erzeugt.
Angeführt wurde die Delegation von den Bürgermeistern Emmerich Zax jun., Johann Weber, Thomas Behm, Bernhard Deutsch und Johann Trinkl sowie Johannes Krammer, Obmann des Weinbau- und Kellervereins Heiligenbrunn. Neben Honorarkonsul Friedrich Sperl begrüßte Bürgermeisterin Terézia Krnáčová zahlreiche hochrangige Gäste aus der Slowakei. Nach dem offiziellen Programm fanden Gespräche mit dem Vorsitzenden der Region Banskobystrický kraj Ondrej Lunter (vergleichbar mit einem Landeshauptmann), dem Regionalabgeordneten Maroš Skopal, der Präsidentin der Österreichisch-Slowakischen Handelskammer Mária Berithová, sowie dem Bürgermeister der Regionshauptstadt Krupina Radoslav Vazan statt.
Nach der Begrüßung bei der historischen Urban-Kapelle wurde ein Memorandum unterzeichnet, das den künftigen Austausch und die Zusammenarbeit der beiden Weinbauregionen fördern soll. Im Anschluss erfolgte die Eröffnung eines neu gestalteten Museumsprojekts. Unter dem Titel „Der Keller durch die Augen des Winzers“ wird die Geschichte der traditionellen Weinproduktion eindrucksvoll dargestellt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erhielten die Gäste eine Führung durch das Kellerviertel mit anschließender Weinverkostungen bei einzelnen Winzern.
Das Kellerviertel Stará Hora blickt auf eine Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurück. Während der Türkenkriege suchten die Bewohner außerhalb des Ortes Schutz im Wald und gruben Höhlen in den leicht bearbeitbaren, aber dennoch stabilen Tuffstein. Mit dem ausgehobenen Vulkangestein wurden später die charakteristischen Kellerhäuschen über den Eingängen errichtet. Die rund sechs Meter tiefen Keller mit etwa 18 Meter langen Zugangstunneln dienten in weiterer Folge der Lagerung von Lebensmitteln und der Weinproduktion. Bis heute werden dort vor allem Direktträger-Rebsorten wie Concord kultiviert, die – ebenso wie beim Uhudler – die Weinbautradition der Region prägen.
Den Abschluss des Besuchs bildete eine Besichtigung des größten Weinbaubetriebes der Region, Vino Lauko. In achtjähriger Bauzeit entstand dort ein weit verzweigtes Höhlensystem mit Lager- und Verkostungsräumen sowie zahlreichen Gängen. An der tiefsten Stelle, rund 16 Meter unter der Erdoberfläche, wurde eine Kapelle errichtet.
Ein weiterer Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit ist bereits geplant: Auf Initiative von Honorarkonsul Friedrich Sperl werden Winzer aus Stará Hora beim Uhudlersturmfest am 26. September im Kellerviertel Heiligenbrunn mit einem eigenen Verkaufsstand vertreten sein.
Das größte Fest in Stará Hora ist die „Oberačka po sebechlebsky“. Das traditionelle Weinlesefest zieht jährlich bis zu 10.000 Besucherinnen und Besucher an und findet heuer am 3. Oktober statt.